LAST GOODBYE: TSCHÜSS VOLLBART

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Spätestens seit dem Kai Dieckmann 2014 pünktlich zum Nikolaustag seinen Vollbart abrasiert hat, sollte doch wirklich jedem klar sein, dass der Spuk endlich vorbei ist, mit dem Look des Spät-Hipsters (a.k.a. Lumbersexuals)

Doch wenn man Sommer 2017 durch die deutschen, mittelgroßen Großstädte flaniert, was wir zu Feldforschungszwecken häufig tun, fällt auf: Es gibt sie noch immer die Männer mit den gewaltigen Vollbärten – kurioserweise immerzu auf den Millimeter getrimmt.

Uns ist nicht klar, was die jungen Männer antreibt. Schlichte Unwissenheit? Ignoranz? Bushido? Oder die Angst davor wieder “nackt” vor dem Spiegel zu stehen. Was sagt die Freundin (und: bleibt sie meine Freundin?).

Der Vollbart-Trend kommt aus einer Urzeit, in der Williamsburg und die Brick Lane als die hottesten Bezirke von Mutter Erde gehandelt wurden. Und überall: Nerd-Brillen-Träger auf Fixie-Bikes, die alles sein wollten – nur nicht Masse.

Daher ließen sie sich ihre Bärte wachsen, um sich zu abzugrenzen vom “Mainstream” (Nachahmung und Abgrenzung). Einer der bärtigen Urvater des Hipster-Looks war der New Yorker Künstler Dash Snow. Er trug zeitlebens einen gewaltigen, wild wuchernden Bart. Damals sah das unglaublich lässig und männlich aus.

Im Gegensatz dazu trägt der provinzielle “Spät-Hipster” heute seinen Vollbart wie die Gartenhecke eines Schrebergartens. Nichts wird dem Zufall überlassen. Täglich wird gestutzt, der Bart in teils kuriose Form gebracht.

Mit Lässigkeit hat all das schon lange nichts mehr zu tun.

Category: Looks

Tags: Vollbart

Von: Angelika Watta

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