Lagerfeld-Sensenmann bei FENDI

Fendi hat am Donnerstag im Rahmen einer Show am Trevi-Brunnen im Rom das neunzigjährige Bestehen des Hauses gefeiert. Die Präsentation der neuesten, „Haute Fourrure“ genannten Kollektion aus der Hand von Karl Lagerfeld wurde branchenintern mehr als nur gelobt. Die Models liefen vor der glamourös-kitschigen Kulisse auf über die Wasseroberfläche gebautes Plexiglas. Der Effekt des Auf-dem-Wasser-Laufens muss so atemberaubend gewesen sein, dass Markus Ebner in der F.A.Z. sogar von einer Rückkehr Roms in die Liga der Modehauptstädte sprach. Aufgrund einer, dieser Show. Nun ja.

Weitaus weniger gut gefallen hat die – wie das bei Fendi eben so ist – sehr pelzlastige Kollektion offensichtlich und logischerweise Peta. Die Umweltschutzorganisation setzt sich seit jeher gegen den von Lagerfeld so kultivierten und exzessiv betriebenen Einsatz von Pelz speziell in den Entwürfen für Fendi ein.

Und so ließ man es sich bei Peta UK nicht entgehen, zum großen Geburtstag von Fendi in Rom einen besonderen Gast zu schicken: Einen überlebensgroßen Monsieur Karl nämlich, bewaffnet mit einer Sense mit der Aufschrift “Fendi: Fur is death”.

Schon so hob sich die Aktion von den sonstigen Ideen der Umweltschutzorganisation ab. Während der Berliner Modewoche im Januar diesen Jahres standen drei Aktivistinnen von Peta in Unterwäsche bekleidet vor dem Brandenburger Tor, um gegen den Einsatz von Pelz zu demonstrieren. Das war dann doch ein bisschen sehr schlicht und einfallslos, funktionierte die Aktion alleine über nackte Haut und im Berliner Winter frierende Frauen.

Der schemlisch grinsende Lagerfeld war da schon besser. Vor allem, weil sogar seine Katze Choupette Teil der Inszenierung war. Zumindest in Form einer Puppe. 

Nachdem bereits Labels wie Armani, Ralph Lauren und Calvin Klein entweder angekündigt haben, in Zukunft komplett auf Echt-Pelz verzichten zu wollen oder es aber schon längst tun, scheint man bei Fendi wenig beeindruckt. Zu wichtig ist das Material für das Image und die Bedeutung der Marke. Und dass Peta nicht unbedingt eine Organisation ist, die potenzielle Käuferschichten der Entwürfe erreichen oder beeinflussen kann, ist vermutlich auch den Verantwortlichen bei der Umweltorganisation klar. Ein wenig Humor haben sie mit Lagerfeld und vor allem mit Choupette aber dann doch bewiesen. 

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Tags: fendi, Karl Lagerfeld, PETA

Von: David Jenal

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