“Killer in Red” – eine halbe Nacht in der Speakeasy-Szene Roms

Wir, noch guter Dinge, zwischen erstem und zweitem Drink im "Jerry Thomas Project"

Auf ausdrückliche Empfehlung unseres neuen, sehr guten Freundes Clive Owen, haben wir uns neulich, in Rom, hineingewagt: in die Nacht.

Angeschwipst vom “Killer in Red”, ebenjenem Cocktail, der Namenspate für den stylischen Kurzfilm, den Kultregisseur Paolo Sorrentino mit Clive Owen gedreht hatte, tauchten wir ab, in die verschwiegene Speakeasy-Szene der italienischen Hauptstadt.

Das “Jerry Thomas Project” ist eine dieser angesagten Bars und liegt in einer düsteren, engen Seitenstraße und ist eigentlich kaum zu finden. Einzig das Klingelschild an einer dunklen Tür gibt Auskunft darüber, dass hier was sein könnte. Als wir um Punkt zehn, und damit idiotisch früh, klingelten, wollte man uns erst gar nicht reinlassen: man sei ausgebucht. Als wir dann doch reindurften, kamen wir in einen leeren Laden. Wir waren die einzigen Gäste. Der alte Begehrlichkeitstrick funktioniert immer noch, dachten wir, und tranken einen weiteren “Killer in Red”, ganz einfach, weil wir so unserem Freund Clive noch einmal nahe sein konnten, obwohl der natürlich schon lang wieder im Hotel war und höchstwahrscheinlich einfach schlief.

Nach drei Cocktails und einer stattlichen Rechnung, die es bei aller speakeasy-haftigkeit hier dann doch gab, wankten wir, beflügelt von den jazzigen Klavierklängen einer üppigen Dame, aus dem im 1920er Jahre Stil gehaltenen Lokal.

Weiter ging es über kleinere Umwege, die Speakeasy-Szene lebt schließlich vom Gefühl der Geheimhaltung, der verschwiegenen Wichtigtuerei und nicht ausgeschilderten Bars, kamen wir später in die Bar “La Punta”, ein Ort, der sich auf Tequila und Mezcal spezialisiert hatte – und hier verliert sich der Abend eigentlich auch schon. Drei, vier Drinks werden wir dort wohl genommen haben.

Man sagte uns später, dass wir noch im “Spirito” gewesen seien, im “Barber Shop” und im “Raceclub Speakeasy”, doch davon wollen wir gar nichts weiter wissen.

Klar ist: in der dort sehr angesagten Speakeasy-Szene Roms mag man die Drinks bitter und stark. Und wer, wie unser Freund Peter Kaaden, ein Bier bestellt, wird mit extra starken Cocktails bestraft.

Am Folgetag, den wir mit ziemlichem Helm begingen, erzählte Clive uns noch, dass er einst im “Jerry Thomas” stattliche sechs “Killer in Red” getrunken habe. Alles klar, Clive, keiner glaubt dir.

 

1/5

2/5

3/5

4/5

5/5

Hier findet man die genannten Bars:

The Jerry Thomas Project
Vicolo Cellini, 30 (Centro Storico)
Tues-Sat 10pm-4am
thejerrythomasproject.it

La Punta
Via di Santa Cecilia, 8 (Trastevere)
Tues–Sun, 6.30pm–2am
agaverialapunta.com

 

Kurz nach diesem Foto setzt die Erinnerung aus.

Und so mischt man einen amtlichen “Killer in Red”, falls Clive mal bei euch zu Hause auftaucht:

INGREDIENTS

2.25 cl. Campari, 2.25 cl. Cinzano 1757 Vermouth Bianco,

1.5 cl. Grand Marnier, 2.25 cl. Chamomille infused gin,

1 drop of rose essence.

PREPARATION

Pour all the ingredients into a mixing glass filled with ice and stir with a bar spoon. Strain the cocktail into a chilled coupe. Finish with a drop of rose essential oil and serve.

GLASS

Coupe

So sieht der "Killer in Red" aus - im Hintergrund: Clive Owen (Foto: Ale Burset)

Fotos: Peter Kaaden

Category: Special

Von: Carl Jakob Haupt

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