Keine Modemesse, wenn Flüchtlinge nebenan wohnen: ZALANDO sagt erste BREAD & BUTTER in 2016 ab

Das Mode-Versandhaus ZALANDO hat die Modemesse BREAD & BUTTER für Januar 2016 abgesagt – und das, obwohl das ZALANDOs erste B&B gewesen wäre, nachdem Messegründer Karl Heinz-Müller sie aus (un)wirtschaftlichen Gründen verkaufen musste.

Der Messestandort am Tempelhofer Flughafen soll stattdessen, so diskutiert es momentan die Berliner Politik, als Registrierungsstelle oder für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden.

Bei ZALANDO fand man das erst ziemlich blöd und drohte öffentlich mit einer Absage der BREAD & BUTTER: die Modemesse werde nicht stattfinden, wenn Asylsuchende im Flughafen untergebracht würden:

„Zalando und andere Stakeholder in Tempelhof sind vergangene Woche gefragt worden, was es bedeuten würde, wenn die große Halle im Flughafen Tempelhof zur zentralen Anlaufstelle für Flüchtlinge gemacht würde. Und wenn eine oder zwei Hallen als Flüchtlingsunterkünfte genutzt würden. Wir haben geantwortet, dass die Bread & Butter dann nicht stattfinden kann.“

Mittlerweile ist man etwas zurückgerudert:

„Angesichts der Herausforderungen soll die nächste Bread & Butter im Zeichen der Flüchtlingshilfe stehen.“

Die BREAD & BUTTER wurde nun jedoch erst einmal abgesagt. Zu der aktuellen Situation “passt keine Fashion-Party”, sagte Zalando-Sprecher Boris Radke dem Branchenblatt Textil Wirtschaft.

Außerdem plane ZALANDO nun ein Wohltätigkeitsfestival für Flüchtlinge, voraussichtlich soll das im ersten Quartal 2016 stattfinden. Dass zur Schau gestellte Wohltätigkeit weniger bringt, als eine handfeste Integration Asylsuchender, wie zum Beispiel durch Praktika auf einer Modemesse, möchten wir an dieser Stelle als gutmenschelnden Ratschlag nicht unerwähnt lassen (Grüße an unsere Freunde bei Zalando!).

Im Sommer 2016 soll dann wie geplant eine BREAD & BUTTER am Tempelhofer Flughafen stattfinden. Ob bis dahin der Flüchtlingsstrom allerdings abreisst, darf stark angezweifelt werden.

Mode-Events aus humanitären Gründen abzusagen, steht in Deutschland seit Michael Michalskys Showabsage während der Ebola-Krise in einem zumindest zweifelhaften Ruf. Ob Michi seine Couture-Modenschau im Januar stattfinden lässt, bleibt abzuwarten.

Category: News

Von: Carl Jakob Haupt

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