Justin O’Shea bringt Metallica und Brioni zusammen

Dass Justin O’Shea bei Brioni Veränderungen vornehmen würde, war abzusehen. Von deren Härte und Radikalität bin nun aber sogar ich überrascht – und begeistert.

Nachdem Brioni Justin O’Shea, zuvor Chefeinkäufer beim Münchner Luxus-Onlineshop Mytheresa, im März diesen Jahres zum neuen Kreativdirektor ernannte, ging ein Aufschrei durch die Branche. Einer, der noch nie an einer Nähmaschine saß, könne kein Designer sein, O’Shea diene lediglich als Werbefigur und Brioni würde das eigene Handwerk verraten waren nur wenige der vielen konservativ-verängstigten Aussagen zum neuen Job des australischen Sexsymbols.

Schon damals war ich überzeugt davon, dass die Entscheidung von Brioni absolut richtig ist. Ein Kreativdirektor muss heute nicht mehr der beste Schneider sein; die Dynamik des Internets und der sozialen Netzwerke verstehen, sollte er aber schon. Und das tut O’Shea wie kaum ein Anderer.

Seine erste Kampagne für Brioni ist dank einer selten gesehenen Mischung von Radikalität, Coolness und Modernität der beste Beweis dafür. Die drei Fotos umfassende Bildstrecke mit Metallica, Frakturschrift und düsterem Schwarz-Weiß-Look vereint den Trend weg von klassischen, eindimensionalen Models hin zu Musikern, Schauspielern und anderen, in der Öffentlichkeit stehenden Personen als Testimonials und Gesichter der Modemarken mit dem Revival der Metal-Ästhetik.

Die Shirts von Metallica erleben dank prominenten Trägern wie Justin Bieber oder Yung Hurn derzeit ihre vielleicht größte Renaissance. Und wir fühlen uns mit unserem neuen Logo natürlich mehr als bestätigt, hatten wir doch im Gefühl, dass Frakturschrift schon bald wieder ganz groß werden wird.

In einer Zeit, in der die allermeisten Männerkollektionen weiblicher werden und Unisex und Androgynität die ganz großen Themen der Mode zu sein scheinen, ist die Kampagne von Brioni nicht nur erfrischend, sondern eben auch radikal. Und sie zeigt, dass Justin O’Shea mehr kann als im Dreiteiler in den Front Rows dieser Welt zu sitzen.

Ich bin sehr begeistert. Ehrlich.

 

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Tags: brioni, Justin O'Shea, Metallica

Von: David Jenal

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