Iran: Festnahmen wegen unislamischer Fotos auf Instagram

Im Iran wurden acht Menschen aus der Modebranche festgenommen. Der Grund: unislamische Fotos auf Instagram.

Spiegel Online schreibt: “Die Festgenommenen hätten sich der “Verbreitung unmoralischer Inhalte und einer antiislamischen Kultur” schuldig gemacht.” Gegen 21 weitere Verdächtige sind Strafverfahren anhängig.

Als unislamisch gilt im Iran schon, wenn eine Frau sich öffentlich ohne Kopftuch zeigt – und öffentlich bedeutet natürlich auch: auf Instagram. Das hatten die Festgenommenen wohl getan oder solche Bilder verbreitet.

Das konservative Justizministerium hatte eigens eine Einsatzgruppe (Name: “Spinne 2”) gegründet und 170 Verdächtige auf Instagram identifiziert, davon 59 Fotografen und Visagisten, 58 Models und 51 Manager von Modehäusern. Nach offiziellen Angaben sind die Instagram-Seiten der Betroffenen gesperrt und deren Firmen geschlossen worden.

Die Tagesschau meldet dazu: “Im Fernsehen erklärte ein als Elham Arab vorgestelltes Model vor dem Teheraner Staatsanwalt “freiwillig”, sie bedaure, dass von ihr ohne Schleier aufgenommene Fotos im Internet veröffentlicht wurden. Sie riet den iranischen Frauen, nicht denselben “Fehler” zu begehen.”

Ganz freiwillig sei die Läuterung dann aber wohl doch nicht: “Die Behörden wollen offenbar durch die öffentliche Vorführung von Beschuldigten den Abschreckungseffekt erhöhen.”

Der Chef der Polizei in Teheran, General Hussein Sajedinia, hat im vergangenen Monat angekündigt, 7000 verdeckte Ermittler einzusetzen, um die islamische Kleiderordnung durchzusetzen.

In Christian Krachts Roman 1979 sagt Mavrocordato auf einer dekadenten Party in der Teheraner Villa: “Sehen Sie sich das hier an. Wir können das alles nie wiedergutmachen, niemals. (…) Es wird alles noch viel, viel schlimmer werden, glauben Sie mir.”

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Von: Carl Jakob Haupt

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