„In My Own Words“

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Letzte Woche feierte der Dokumentarfilm „In His Own Words“ – ein filmisches Porträt über den Ex-Modemacher Martin Margiela – sein Debüt beim DOC NYC Festival.

Zehn Jahre nachdem Martin Margiela – das Phantom der Mode – der illustren Branche den Rücken zugewandt hat, spricht der Designer in der Dokumentation von Reiner Holzemers über sein Werk, das viele Branchen-Insider als revolutionär bezeichnen.

In dem Film kommen u.a. zu Wort: Jean Paul Gaultier, Carine Roitfeld, Trend-Guru Lidewij Edelkoort, Modehistoriker Olivier Saillard sowie die Modekritikerin Cathy Horyn. Chronologisch beginnt der Film mit Margielas Zeit als Jean Paul Gaultiers Assistent – Creative Director bei Hermes – bis hin zur Leitung seiner eigenen Marke “Maison Martin Margiela”.

In Holzemers filmischer Hommage werden vor allem die Jahre 1989 bis 2009 beleuchtet, die Zeit, in der der belgische Modemacher mit seinen Designs und Konzepten weltweit für Furore sorgte.

Der Zuschauer – bislang wird der Film nur auf Festivals gezeigt –  bekommt tiefe Einblicke in die wichtigsten Kollektionen und Karriere-Etappen Margielas.

Der Einfluss des „Banksy of Fashion“ auf die Branche ist bis heute groß: Vetements, um ein Beispiel zu nennen, trat anfänglich öffentlich als anonymes Kollektiv auf. Wie Maison Martin Margiela. Interviews wurden, wenn überhaupt, kryptisch per Fax im Namen des Hauses beantwortet.

Auch andere einflussreiche Designer, darunter Raf Simons und Phoebe Philo, lassen sich vom

Werk des Mannes inspirieren, der bis heute nie öffentlich aufgetreten ist.

Und auch in „In His Own Words“ gibt es von Martin Margiela nur die Stimme zu hören und seine Hände zu sehen. Was, nach 20 Jahren radikaler, selbst gewählter Anonymität, schon ziemlich viel ist.

Der legendäre Designer sieht die Anonymität als eine Form von Schutz um frei zuarbeiten. Im dem Film spricht der Designer auch über andere Ausdrucksformen, die Malerei und Bildhauerei, mit denen er seit vielen Jahren arbeitet, gezeigt werden diese, wie auch sein Konterfei, jedoch nicht.

In der Doku geht es nicht nur um die Vergangenheit des belgischen Mode-Revoluzzers, sondern auch um seine Zukunft: Nächstes Jahr wird es eine Ausstellung von Martin Margiela in Paris geben. Und auch mit der Mode, so lässt der Film hoffen, scheint Margiela noch nicht durch zu sein.

 

Category: #dandydiaryspace

Tags: Doku

Von: David Kurt Karl Roth

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