Im Interview: POPULO BATIK

Hinter POPULO BATIK stecken zwei sympathische Kerle: Bai (links) und Joseph (rechts) , die ihr auf dem unteren Bild, von der Sonne geküsst, sehen könnt.

Während meiner Tage in Jakarta bekam ich die Gelegenheit mit dem Designer-Duo, das beruflich und privat ein Paar ist, über ihr Label, das Kulturgut Batik und individuelle Herstellungsprozesse zu sprechen.

Mit ihrem Label POPULO BATIK vereinen sie Tradition und Moderne. Denn in die Entwicklung der verwendeten Muster fließt die uralte Tradition indonesischer Batiken mit ein, doch ihre Schnitte und Farbauswahl sind modisch-progressiv.

Batik kennen wir nur im Kontext von Marijuana-rauchenden Alt-Hippies und Slackline-spielenden Alternativ-Gören. Das was ihr designt, sieht anders aus, bitte um Aufklärung?

In Deutschland ist Batik tatsächlich eher ein Begriff für die Hippie Kultur. Das liegt daran, dass man hier primär Tie Dye Verfahren unter Batiken versteht. In den 70er Jahren gab es dazu ja die „Do it Yourself“ Färbesets zu kaufen, wodurch manche heimische Waschküche in Mitleidenschaft gezogen wurde. Indonesische Batik hingegen ist eine Färbetechnik, wo die nicht zu färbenden Stellen mit Heisswachs versehen werden. Dies wird entweder mit Hand auf dem Stoff gemalt oder mit einem Blockstempel mit Hand aufgetragen. 

Wenn jeder Entwurf per Handarbeit gefärbt wird, wie wirkt sich das auf die Preise eurer Designs aus? 

Neben dem Auftragen des Wachses sind auch alle anderen Arbeitsprozesse Handarbeit, vom Färben und Trocknen bis hin zum Entfernen des Wachses. Natürlich hat Handarbeit seinen Preis. Die handgemalten Batiken sind ja tragbare Kunst und eher zu vergleichen mit Gemälden. Die handgestempelten sind günstiger, aber auch kein Schnäppchen. Dafür bekommt man aber ein „One of a Kind“ Produkt, weil jedes Stück unvergleichlich ist.

Es ist die erklärte Zielsetzung von BATIK POPULO die indonesische Batik-Tradition zu erhalten. Wie kommt ihr zu dieser herrlich-heroischen Mission?

Seitdem Indonesische Batik UNESCO Weltkulturerbe ist, erlebt Indonesien einen Batikboom. Doch dieser Boom hat nichts mit Batiken zu tun. Es sind mit Batikmotiven maschinell bedruckte Stoffe, meist hergestellt in China. Leider erkennt der heutige Verbraucher nicht mehr den Unterschied zwischen mit Batikmotiven bedruckten Stoffen und echten Batiken auf Basis von Wachstechnik. Die traditionellen Handwerksbetriebe, die noch echte Batiken herstellen können in diesem Wettbewerb kaum überleben, weil sie mit ihren Preisen nicht konkurrieren können. Deshalb wollen wir mit unserer Kollektion dieses Weltkulturerbe erhalten. Dazu sprechen wir mit unserer Kollektion auch stark Kunden außerhalb Indonesiens an, welche das Verständnis für diese Kunst aufbringen. 

“Der Kunde kann bei euch Teil des kreativen Prozesses werden.” Das hört sich hyper-modern an, wie ist dies möglich, Erklärung, bitte?

Auf Grund des zeitaufwendigen Herstellungsprozesses sind wir in der Lage individuell für unsere Kunden zu produzieren. Als erstes sucht er sich eine der Muster aus, die wir entwickelt haben, danach entscheidet man sich für die Farben und das Material. Zum Schluss entscheidet der Kunde sich noch für einen Schnitt. Je nachdem, welche Auswahl getroffen wurde (je mehr Farben und je kleinteiliger die Muster sind je aufwendiger der Prozess) benötigen wir dann ca 1 Monat für handgestempelte Teile und zwischen 6 – 12 Monate für handgemalte Batiken.

Fotos: Tobias Schult via JMen Malaysia

 

Category: Interview

Tags: batik, Interview, Jakarta Fashion Week, POPULO BATIK

Von: David Kurt Karl Roth

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