Im Interview: Dirk Schönberger spricht über “GALAXY Fashion Force”

Plattformen, Projekte und Institutionen, deren Zielsetzung es ist junge Modedesigner langfristig zu fördern, sind in Deutschland noch immer rar. 

Daher darf man sich über das Samsung Projekt mit dem ultra-spacigen Namen GALAXY Fashion Force freuen. 

“Talente suchen, Kreativität fördern und von den Profis der Branche lernen”, so die Idee des Projekts. Die Juroren – Modefotograf Joachim Baldauf und Designer Dirk Schönberger – wählten in einem “Live-Casting”, bei dem Berliner Modedesign-Studenten ihre Abschluss-Kollektionen präsentierten fünf Teilnehmer aus.

Joachim Baldauf und Dirk Schönberger (Jury des GALAXY Fashion Force)

Diese kämpfen nun um einen Platz im ADIDAS Team von Dirk Schönberger. Wer den “Jackpot” gewinnt und nach Herzogenaurach ziehen “darf”, könnt ihr  in den von  VICE produzierten wöchentlich erscheinenden Webisodes verfolgen. 

In einer Drehpause haben wir Global Creative Director Adidas Style Dirk Schönberger zum Projekt befragt:

Bei dem “Galaxy Fashion Force” Projekt dreht sich alles um die Unterstützung von jungen Designern. Würdest du generell zur Berufswahl Modedesigner raten?

Ich würde nie jemanden nicht empfehlen seinen Traum zu verfolgen. Wichtig ist jedoch zu wissen, was für ein harter Job das ist. Denn hinter all dem schönen Schein und Glamour steckt knochenharte Arbeit. Man gibt viel Geld aus, arbeitet Nächte durch, doch eine Garantie für den Durchbruch im Mode-Business ist das noch lange nicht.

Normalerweise entwirfst du Mode, dieses Mal bewertest du, welche sind deine Kriterien, um die Entwürfe der jungen Modemacher zu beurteilen?

Erstmal muss ich sagen, dass ich total positiv überrascht war, wie professionell die Arbeiten der Absolventen schon sind. Dass sind fertige Kollektionen, die Geschichten erzählen, es folgt nicht Einzelteil auf Einzelteil. Wir haben schlussendlich Arbeiten ausgewählt, wo ein Gefühl dahinter steckt und eine eigenständige Design-Ästhetik zu erkennen ist. 

Die fünf ausgewählten Studenten des “Galaxy Fashion Force” müssen unter Zeitdruck eine Mini-Kollektion erstellen. Was ist wichtiger, Idee oder Handwerk?

Schwer zu sagen, beides ist nicht unwichtig. Wenn Ideen vorhanden sind, jedoch schlecht ausgeführt werden, dann würde ich denken, dass der totale Wille fehlt ein fertiges Produkt, das perfekt ist, zu entwerfen. Doch ein Designer ist kein schlechter Designer, weil er nicht selbst genäht hat. Da haben sich die Spielregeln in den letzten Jahren verändert, ich musste noch selbst unter Qualen nähen. 

 

Category: Interview

Tags: adidas, Dirk Schönberger, GALAXY Fashion Force, Joachim Baldauf, Samsung, vice

Von: David Kurt Karl Roth

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