Im Interview: Clemens Behr

đŸžâ€ïž

Der Rausch und die Kunst waren schon immer untrennbar miteinander verbunden. Es gab KĂŒnstler, die konnten nur betrunken malen. Oder solche, denen das wilde Treiben in Bars als Vorlage fĂŒr ihr Oeuvre diente. ABSOLUT VODKA arbeitet seit jeher mit der Kunstwelt zusammen.
Andy Warhol und Keith Haring designten bereits Flaschen fĂŒr den schwedischen Wodka-Hersteller. Man unterstĂŒtzt Instutionen wie das Palais de Tokyo oder die Documenta. Und junge, aufstrebende KĂŒnstler entwerfen fĂŒr ABSOLUT die sogenannten „ABSOLUT ART BARS“. Die neuste Version, erdacht und erbaut von Clemens Behr, ist aktuell auf der „Berliner Liste“ zu bewundern. Wir trafen den KĂŒnstler, der fĂŒr malerische Skulpturen bekannt ist, auf der Berliner Kunstmesse, um mit ihm ĂŒber seine Kooperation, die Relevanz von Ästhetik in der Kunst und temporĂ€re Werke zu sprechen.

Du arbeitest oft mit gefundenen Materialien oder „einfachen” Materialien aus dem Baumarkt. War das bei der „ABSOLUT ART BAR“ auch der Fall? Woher stammen die Materialien?

Auch fĂŒr diese Installation habe ich die Materialien aus dem Baumarkt besorgt. Die Konstruktion ist aus MDS Platten erbaut, welche ich mit Betonfarbe bestrichen habe, angepasst auf die RĂ€umlichkeiten des Kraftwerks (Location der Installation).

Deine „ABSOLUT ART BAR“ ist so konzipiert, dass sie transportabel ist. Geplant ist, dass sie auch an anderen Orten aufgestellt wird. Der Raum spielt bei dir eine wichtige Rolle, bestimmt die Optik des Werks. Funktioniert deine „ABSOLUT ART BAR“ auch in anderen LokalitĂ€ten?

Es gibt natĂŒrlich extreme Orte, wo es visuell schwierig werden wĂŒrde, doch ich sag mal graue Betonklötze passen ja in vieles hinein.

Bei deiner Installation hast du Kunstrasen und Plastikpflanzen verwendet. Zwei Elemente, die ich dem Trash oder Kitsch zurechnen wĂŒrde. Wie kommt es dieser Auswahl?

Es ist definitiv ein Spiel mit dem Kitsch. Die ganze Arbeit heißt ja „NOASIS“, also eine Nicht Oase. Ich sehe eine Bar als eine Art Oase, in der man seinen Alltag vergisst, obwohl man insgeheim weißt, dass man am nĂ€chsten Tag wieder um 8.00 Uhr aufstehen muss. Plastikpflanzen sehen schön aus, doch man weiß, dass sie nicht echt sind, so der Zusammenhang.

Viele deiner malerischen Skulpturen installierst du im öffentlichen Raum. Die Konsequenz: sie bestehen nur fĂŒr eine kurze Zeit. Inwiefern beeinflusst es deine Kunst dass sie nur fĂŒr eine ĂŒberschaubare Zeit konzipiert ist?

Ich kann viel leichter, befreiter herangehen. Viel schneller und spontaner arbeiten. Wenn es jetzt fĂŒr die Ewigkeit halten mĂŒsste, dann wĂ€re der Druck natĂŒrlich deutlich höher. Ich liebe das zusammenschrauben von „billigen Materialien“, dass kann ich so wie es jetzt ist wunderbar ausleben. Ich komme ja aus der Graffitti-Welt, da war es im Grunde genommen Ă€hnlich. Wir haben uns sehr viel MĂŒhe gegeben, obwohl wir wussten, dass unsere Arbeit nicht lange zu sehen sein wird. Was bleibt, ist oftmals nur eine Fotografie. 

Wir kommen ja aus der Modewelt. Bei uns dreht sich viel um Ästhetik. Wie wichtig ist in der Kunst Ästhetik?

Das ist eine schwierige Frage. Es befriedigt mich, wenn ich etwas herstellen, was mir Ă€sthetisch gefĂ€llt. Ob das meinen Geschmack trifft oder den Geschmack von anderen ist auch noch einmal eine andere Sache. Da kommt noch die Frage hinzu, ob Kunst gefallen darf oder nicht? Doch, um deine Frage zu beantworten, fĂŒr mich aus der Malerei kommend, ist Ästhetik sehr wichtig. 

Category: News

Tags: Absolut Vodka, Berliner Liste, Clemens Behr

Von: David Kurt Karl Roth

Instagram