“Ich bin nicht euer Sündenbock” – Rapper Raury gegen D&G

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GQ – Redakteure, L’Officiel Hommes Journalisten und Highsnobiety Kollegen sitzen mit Stift, Block und gezücktem iPhone in stickigen Locations im heißen Milano um rasch die vermeintlich neusten Trends der Männermode schnellstmöglich auf Papier zu bringen und schließlich in die Redaktionen zu tragen.

It’s Milano Men’s Fashion Week!

Auch zahlreiche Influencer, Blogger und Starlets ließen sich das Mailänder Mode-Spektakel natürlich nicht entgehen.

Raury – Rapper und Songwriter aus den Staaten – der seine Musik – wie es die Musiker unser Tage gern tun –  als „genrelos“ bezeichnet, wurde extra für die italienische Luxusmarke D&G nach Milano eingeflogen. Kurz vor Beginn der Show, auf der Raury als sogenanntes „Influencer Model“ den Laufsteg und somit auch den Social – Media Hype für sich beanspruchen soll, googelte der 21 – jährige noch eben die Namen der legendären Dolce und Gabanna Designer, um die beiden Boys nicht zu verwechseln. (Domenico und Stefano heißen sie übrigens).

Dabei nahm er augenscheinlich nicht den straighten Weg zu Wikipedia, sondern ließ sich von den allgewärtigen Schlagzeilen ablenken, die das Traditionslabel aus Italien in den letzten Wochen zu Hauf produziert hat.

Es begann alles wie in letzter Zeit wohl jede Unheil bringende Nachricht – wie könnte es anders sein –  mit der Familie Trump. Denn Staatsgattin Melania Trump trug die Kreationen des mailändischen Modehauses zu so ziemlich jedem denkbaren Anlass.

Zuletzt erschien sie im schwarzen hochgeschlossenen D&G Kleid mit passendem Schleier zur Audienz mit dem Papst.

Daraufhin meldeten sich zahlreiche Trump-Hater zu Wort und riefen zu einem Boykott der Marke auf. Stefano und Domenico (!) ließen sich von dieser politischen Welle des Hasses inspirieren und starteten eine Gegenaktion á la Kendall Jenner. So ließ das Designerduo, sich dabei äußerst ironisch fühlend, ‘#Boycott Dolce & Gabanna’ mit rotem Herz auf weiße Shirts drucken.

Raury empfand all das als große Ungerechtigkeit und schmiedete – nach dem er sich all sein Halbwissen zusammengegoogelt hatte – einen geheimen Plan.

Wie geplant lief er zwar über den Runway, präsentierte sich dabei jedoch – ganz ohne Absprache –  mit nacktem Oberkörper auf dem Sätze standen wie „PROTEST D&G“, „GIVE ME FREEDOM“ oder auch „I AM NOT YOUR SCAPEGOAT“.

Der GQ erzählte der Rebell: „Boykottieren ist das Recht der Menschen. Ein Protest ist die Stimme der Bürger. Es hat Macht. Es verändert alles.“ Und D&G hätte sich an diesem Recht vergriffen.

Die Luxusmarke schickte den Boy natürlich kurzerhand mithilfe von Securitys vom Laufsteg und schnitt seinen Lauf aus dem Post-Video heraus. Uns persönlich erinnerte die Situation stark an einen Nacktflitzer, der vor einigen Jahren bereits eine Fashion-Show eben dieser Marke in Mailand stürmte..

Category: News

Tags: Boycott, D&G, Raury

Von: Angelika Watta

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