HUMOR-GENERATOR: MEMES

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Wie formt dieses humoristische Tool eine ganze Generation?

Um zum Ursprung des Memes zu gelangen, müssen wir ein paar Dekaden zurückspringen: 1976 war es Richard Dawkins, Autor und Evolutionsbiologe, der in seinem Buch „Das Egoistische Gen“ den Begriff „Mem“ nutze, um das Verbreiten von kultureller Information zu beschreiben. Mit dem Begriff verwies er darauf, dass es kulturell ebenfalls so etwas wie das biologische Gen gibt.

Wieder zurück in der heutigen Zeit beherrschen #memes –  witzige Kurzclips und Bilder unsere Online Welt. Ein abgedrehtes inszeniertes Gedankenspielchen wird verknüpft mit den täglichen News. Könner des Genres erschaffen mit ihren digitalen Kreationen eine frische Sicht, auf nur wenige Worte radikal reduziert, daher, wenn erfolgreich gestaltet, immer pointiert. Entlarvung pur.

Mit Demna Gvasalia, dem Gründer von Vetements und Creative Director von Balenciaga, erlebte Meme-Mode ihren vorläufigen Höhepunkt. Aus alltäglichen Dingen, wie dem DHL-Logo, machte Gvasalia Mode, die die perfekte Meme-Vorlage darstellte.  Die Verkaufszahlen der ikonischen Designs schossen, nicht zuletzt auch dank Meme Power, durch die Decke. Erst das Designerteil verlachen und dann kaufen, so der Ablauf. Dabei gibt es einen regelrechten Drang im Besitz dieser Meme Produkte zu sein, auch um zu signalisieren:

Ich bin Teil dieser Welle, ich habe den Witz verstanden. In jedem Fall lässt sich hierbei gut Publicity machen und der Ruhm ist garantiert. Meme macht es möglich.

Das Humorverständnis der Jungen und Junggebliebenen wird heute maßgeblich von Memes beeinflusst. Der Cyber-Aufenthalt des GEN-Z-Normalos sieht dabei wie folgt aus:

Man sichtet zahlreiche Memes, die einen beflügeln und angenehmerweise in kurzweilige Albernheit gleiten lassen. Nachdem man dann seinen Bildschirm blacked, hat man jedoch schnell wieder alles vergessen und es hallt leider nichts von dem soeben Online erlebten Spaß nach. Die Stimmung flaut ab und ich frage mich was das wohl mit uns macht, wenn wir uns 70 Jokes innerhalb einer Stunde geben.

Wir machen uns lustig über unsere Nichtsnutzigkeit, Perspektivlosigkeit, die kaputte Welt und über die verstrahlten Menschen in ihr. Das ist unser(Gen Z) Nonsense Humor. Alles ist nur noch “cringe”,  sich an anderen zu ergötzen, ist fest in unserem Online-Alltag integriert.

Somit sind wir alle Meme Material und ready to use. Das laufende Meme, à la @fashioncringe & @meme_saint_Laurent.

Aus einer scheinbar beliebigen, von außen betrachtet ulkigen Situation heraus, wittert der eine oder andere Instagram-Künstler seinen nächsten Storyhit – mich eingeschlossen. Der Gesellschaft den Spiegel vorhalten, das ist ihre Mission. Da wir alle Gefahr laufen von einem anderen Auge als potenzielles Opfer wahrgenommen zu werden, um uns auf Instagram einem kleinem Bashing unseres vermeintlichen Stereotypus zu unterziehen, gibt es keine Meme-freie-Zone mehr. Die Offline-Welt beherbergt viele freirumlaufende Memes. Ein jeder von uns wurde sicher schon einmal in 5Zoll Format verbraten.

Auf die kleinen, vielen weiteren online-offline Crashs werden wir freundlich mit Fragen wie “Hast du dieses Meme gesehen?” hingewiesen. Oder das unter die Nase gedrückte fremde Handy, in dessen Armstreckung doch so viel Erwartung steckt. Wirst du es genauso witzig finden wie ich? Und hat man mal kleine Wissenslücken einzuräumen, ist man kein ebenbürtiger Mitspieler mehr. Nun bist du einfach nicht mehr nützlich für das kommende Gespräch. Das musst du alleine nachholen, da der Versuch komische Momente wieder aufleben zu lassen oder gar ein Meme nachzuerzählen, ja bekanntlich Königsklasse ist. Den erlebten Spass wieder aufzuwärmen und einem Zweiten aufzudrücken, hat noch niemandem gut getan.

Eines der größten Crossover, des online-offline Spiels, waren die “Ok, Boomer” Memes, welche sich wieder in Unterhaltungen am Esstisch, mit den sogenannten Baby Boomern finden ließen (geb. 1946-1964), die völlig irritiert den Humor der Generation Z serviert bekamen. So galt es bei Diskussionen über Politik und soziale Missstände, mit den Alten, die Ansichten derer mit den Worten “Ok, Boomer” zu kommentieren. Oder als der chinesische Präsident Xi Jinping, im Internet mit Winnie Pooh verglichen wurde und daraufhin jegliche Bilder, in den Pu der Baer zu sehen war, in China verboten wurden.

Dieses Internet Phänomen ist zwangsweise auch ein Teil der Aussenwelt. Um die Jungen und ihren Humor, vielleicht manchmal etwas besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf ihre Meme Sammlung zu werfen. Thats who I am.

Category: #dandydiaryspace

Tags: Memes

Von: Lea Becker

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