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NEWS

 

Hongdae – Seouls Trendbezirk

Die Seoul Fashion Week wird in wenigen Stunden beginnen. Am gestrigen Sonntag hatte ich Zeit für eine Erkundungstour durch Hongdae, dem Trendbezirk von Seoul. Ich muss zugeben, dass ich etwas anderes erwartet hatte, vielleicht ein paar Mädchen, die aussehen, als wären sie geradewegs einen Mangafilm entsprungen, doch nichts dergleichen konnten meine “gejetlaggten Augen” sehen. Doch enttäuscht war ich nicht, denn das sonntägliche Treiben rund um die private Kunstuniversität Hongik war auch so ein wahres Vergnügen. Ein Kaufrausch, so nennt man das wohl, hat mich innerhalb kurzer Zeit befallen. So kam es, dass ich mir einen Leopardenprint-Backpack, eine Hose mit Dinoprint, ein asiatisches Bandana, eine lederne Laptoptasche und eine rote Jacke mit Aztekenmuster gekauft habe. Und die Garderobe der “Hongdae-Hipster” war auch ohne fantasievolle Kostüme durchaus interessant anzusehen. Bemerkenswert ist, dass man in einer globalisierten Welt, in der wir ja nunmal leben, nicht mehr allzu große Unterschiede in puncto Kleidung in den verschiedenen Metropolen festmachen kann, auch nicht in Seoul. Die hippe Jugend trägt Doc Martens, transparente Oberteile, hochgekrempelte Hosen, Undercuts, Hochwasserhosen und Rucksäcke. Marken, die ich seit langer Zeit mal wieder im modischen Kontext entdeckte: New Balance Schuhe und Kangol Hüte.

Foto: Alejandro Bernal

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TRENDS

 

Lumbersexulität – einfach nur fette, alte Hipster!

Kommt nach Metrosexualität und Spornosexualität nun Lumbersexualität?

Medien wie The Guardian, The Daily Beast und Buzzfeed stellen “Lumbersexual” als das “Next big thing” vor. Männer mit gewaltigen Bärten und Bäuchen in Holzfällerhemden, in Workboots, mit Wollmütze auf dem Kopf und einem frisch gezapften Bier in der Hand.

Doch ist das wirklich ein neuer Trend? Männer, die Karomuster zu Karomuster kombinieren, so aussehen als hätten sie gerade im Wald ein paar Bäume gefällt. Nein, nicht wirklich. Der Look existiert seit Jahren in der Schwulenszene (Bears” oder “Cubs”).

Außerdem kennen wir die Kernelemente des Looks (Vollbart, Holfällerhemd) bereits aus der Hipsterszene. Das Bild (siehe Foto), das verwendet wurde, um die Lumbersexualität zu bebildern ist ein Foto, welches auch immer wieder zum Einsatz kam, um den Leser ein Paradebeispiel des Hipsters zu präsentieren.

Der Hipster war schon eine Gegenbewegung zum Metro. Der Mann wurde wieder zum Mann. Solarium, gezupfte Augenbrauen oder glattrasierte Brust – allesamt ein No-Go für den Hipster. “Lumbersexualität” ist somit keine neue Gegenbewegung zur Metrosexualität, wie sie in den Medien gefeiert wird, sondern schlussendlich nur eine Fortführung des Hipstertums.

Ein alt gewordener, fetter Hipster also, der den ganzen Tag Bier säuft und der nur noch für Kenner von “schwulen Bären”, unterscheiden lässt. Also: kein “Next big thing”!

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