H&M schummelt im Online-Shop

Kann es sein, dass die Kleidung, die man im H&M Online-Shop sieht, gar keine echte Kleidung ist? Kann es sein, dass die Hosen, T-Shirts und Kleider allesamt per Photoshop auf das Foto eines immergleichen Models drauf retuschiert wurden? Kann es außerdem sein, dass auf den Körper dieses ewig gleichen Models verschiedene Köpfe und unter anderem der von Ex-Germanys Next Topmodel Lena Gercke drauf montiert wurden? Es sieht ganz danach aus.


Schaut man sich die Körperhaltung der vermeintlich unterschiedlichen Models, an denen die Mode im H&M Online-Shop präsentiert wird, an, muss man feststellen: auf vielen Fotos gleicht sie sich bis ins kleinste Detail. Was sich ändert sind ausschließlich die Kleidung und der Kopf des Models – manchmal wurde noch dazu sogar die Hautfarbe geändert.

Wie ein Kleidungsstück dann tatsächlich ausfällt, wie es am Körper sitzt, wie intensiv die Farbe ist und vieles mehr, ist anhand dieser am Computer zusammengesetzten Fotos kaum mehr zu sagen. Tausende Kunden kaufen also online Kleidung, die sie nur als Computerentwurf gesehen haben.

Gib uns dein Gesicht – wir haben den passenden Körper

Doch nicht nur für die Kunden, die quasi ungesehene Ware bestellen, ist die Situation irgendwie doof – sie ist es auch für die Models. Denn im Schnitt erhalten Models für ein Online-Shop-Shooting zwischen 500,- und 1000,- Euro Tagesgage und shooten dafür dann etwa 60 Outfits.

Wie aber funktioniert das bei H&M? Unter anderem Ex-Germanys Next Topmodel Lena Gercke ist auf den Fotos im H&M Online-Shop zu sehen, beziehungsweise nur ihr Kopf. Der Körper stammt von einer Fremden und ist auffällig dünner als der von Gercke. Wie ist da wohl die Bezahlung, wenn der eigentliche Tagesjob, also circa 60 Outfits zu fotografieren, zu einem einfachen Passbildshooting wird, weil schließlich nur ein Foto vom Gesicht gebraucht wird, was dann auf den vorgegebenen Körper montiert wird?

Scheiß auf den Kunden: H&M spart wo es geht

Dass der schwedische Modekonzern H&M alle Tricks und Kniffe nutzt, um Kosten zu sparen und so T-Shirts für 4,95 Euro anbieten zu können, weiß mittlerweile jedes Kind – auch und vor allem die in Fernost, die die T-Shirts zusammennähen. Die Shop-Mitarbeiter in Deutschland werden da vergleichsweise gut bezahlt, sie erhalten zwischen 8,- und 12,- Euro pro Stunde. Und am allerbesten verdienen natürlich Topmodels wie Natasha Poly, Gisele Bündchen und Toni Garrn, die auf großflächigen Plakaten und in Image-Videos für die günstige Mode werben. Dafür ist bei H&M viel Geld da. Gisele Bündchen ist schließlich das bestbezahlte Model weltweit und auch Natasha Poly und Toni Garrn haben ziemlich hohe Gagen.

Dass H&M aber allem anschein nach an den Shootings für den Online-Shop, mit dem höhere Gewinne als im Laden erzielt werden, spart, ist schwer vermittelbar. Schließlich informiert der Kunde sich dort über die Ware, die er kaufen will. Denn in den Image-Videos und Plakatkampagnen werden nur wenige ausgewählte Teile der jeweiligen Kollektion gezeigt.

Während man in den Läden in Europas Fußgängerzonen die Kleidung anprobieren, sie anfassen und begutachten kann, wird der Online-Shopper mit Computerentwürfen abgespeist und die Models zu Passbild-Mannequins degradiert.

Wird damit die Billig-Strategie des schwedischen Modehauses nur konsequent umgesetzt – oder verramscht H&M mit einem solchen verbraucherfeindlichen Verhalten letztlich auch seine eigene Reputation?

Category: News

Tags: Billig, H und M, H&M, Model, Online, Online-Shop, Preisdrücker

Von: Carl Jakob Haupt

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