High(Tech) Fashion: Wearables

Die Idee, Technik in Kleidung zu integrieren, ist im Prinzip nichts Neues. Schon länger gibt es Chips, welche sich in Joggingschuhe einlegen lassen oder Fitness-Uhren, die Puls und zurückgelegte Strecke aufzeichnen.

Doch so richtig stylisch war bisher keines dieser ‘techy’ Accessoires, und auch die Zielgruppe war bislang auf datengeile Sportler begrenzt. Das ändert sich aktuell:

Denn ‘Wearable Tech” wird immer relevanter in der Modewelt. Und – Vice versa – die Modewelt wird immer relevanter für die Tech-Marken. Vor dem Release der Apple Watch hat die Über-Marke aus Cupertino eine 12-seitige (!) Anzeige in der US VOGUE gebucht.

Neben 3d-Print ist “Wearable Tech” einer der Sektoren, aus dem zukünftig modische Innovationen kommen werden. Smart Watches spielen bereits im Hier und Jetzt eine wichtige Rolle in der Mode.

Marktführer ist die Apple Watch mit einem Marktanteil von 75%. Sie wird von stilbildenden Influencern wie Luka Sabbat, den wir kürzlich zum Dandy of the Week kürten, öffentlichkeitswirksam getragen und beworben.

Gemeinsam mit dem französischen Luxushaus Hermès hat Apple gar eine Special-Edition der Smartwatch designt, mit Hermès Zifferblätter und ledernen Uhrenarmband. Weitere Designer-Kollaborationen wären hier mehr als wünschenswert und würden das Image der Uhr in der Mode stark aufwerten. Außerdem sieht die Apple Watch ja schon ganz lässig aus. Luft nach Oben auf der Coolness-und Styleskala gibt es aber allemal.

Eine wesentlich modische-progressivere Variante der Smart Watch kommt von Opening Ceremony. Gemeinsam mit Prozessor-Marktführer Intel haben die New Yorker MICA  entwickelt.

„MICA“ steht für – Achtung, sehr bescheuert – „My Intelligent Communication Accessoiry“ und ist laut Opening Ceremony das erste Armband, was Luxusschmuck mit Technik verbindet. Funktionen wie Messenger, Terminkalender, Facebook und eine exklusive Refinery 29-App treffen bei „MICA“ auf 18-Karat Gold, weißes Schlangenleder und Obsidian.

Was klingt wie die Materialien, die im Interieur des Privatjets eines ukrainischen Öl-Magnats zum verbaut wurden, führt in Kombination mit aktueller Technik tatsächlich zu einem optisch gelungenen Ergebnis.

Schade nur, dass der gesamte Look dann doch sehr feminin ausfällt. Gäbe es die „MICA“ in einer maskulineren Variante: Wir wären von einem Kauf nicht abgeneigt.

Ein weiteres, sehr sportliches Konzept kommt ausgerechnet von Ralph Lauren. Einem Label, was bisher nicht gerade für Innovationen bekannt war, sondern eher als Ausstatter von Anwaltssöhnen und Chefärzten. Doch mit dem „PoloTech“-Shirt ist man eines der ersten Modemarken, die mit Wearable experimentieren.Das Hightech-Shirt misst – dank eingewebter Silberfasern – verschiedene Parameter wie Herzschlag, die Tiefe der Atmung und den Kalorienverbrauch und sendet diese via Bluetooth an das gekoppelte Smartphone. Für das „PoloTech“ steht eine eigens entwickelte App zur Verfügung, mit der sich die Daten auswerten und Trainingspläne erstellen lassen. Well Done, Mr. Lauren!

Bei Tory Burch hat man versucht, das ganze Thema etwas zu vereinfachen. Die Schmuck-Kollektion des 2004 gegründeten, amerikanischen Labels ist weniger vollwertiges Wearable als Schafspelz für die so oft hässlich daher kommenden Wölfe von Fitness-Gadgets. In die Accessoires von Tory Burch lassen sich Chips von „Fitbit“, einem Hersteller von Fitness-Trackern, schieben. Das ist jetzt nicht die sensationelle Innovation, die die Branche revolutionieren wird, ist aber – gerade in dem noch frühen Stadium, in dem sich Wearables derzeit befindet, eine smarte Idee.

Wearables sind also nicht nur verdammt nützlich, um Alltag, Selbstoptimierung und Co. zu meistern, sondern sehen auch immer öfter stylisch aus. Technikgrößen werden verstärkt mit Modelabels kooperieren. Die allumfassende Technisierung der Modebranche ist nur eine Frage der Zeit. Das glauben wir nicht nur. Das wissen wir.

Text: David Jenal

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Category: Trends

Tags: Apple Watch, hermes, ralph lauren, Smartwatch, Wearables

Von: David Kurt Karl Roth

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