GUCCI lädt für Herbst/Winter in den Garten

Unsere Praktikantin Angelika hat sich die Modenschau von GUCCI angeschaut. Hier ist ihre erste Modekritik.

Zum ersten Mal in der 97-Jahre alten Tradition des Modehauses GUCCI präsentierte die Marke auf der Mailänder Modewoche eine Kollektion für beide Geschlechter. Männlein wie Weiblein kam auf dem mit Neonfarben ausgeleuchteten Laufsteg die Ehre zu Teil, sich mit der Frage auseinanderzusetzen: „WHAT ARE WE GOING TO DO WITH ALL THIS FUTURE?“, wie es auf den Einladungen zur Show hieß. Dabei handelte es sich nicht um eine gewöhnliche Karte, denn der Schriftzug zierte das Cover einer Schalplatte, besprochen von Sängerin Florence Welch und A$AP Rocky, dessen Besuch auf der Fashion Show von daher niemanden so richtig zu wundern schien. Im Inneren befand sich außerdem das Foto eines Stillebens, das ganz GUCCI getreu Blumen in Vasen zeigte, dazwischen lag die Referenz zur Neuzeit: ein Ladekabel.

Doch konzentriert man sich nun auf die Frage der Einladung, so kommt die Zukunft der Kollektion nach zu urteilen vor allem nicht ohne den Hauch von Extravaganz aus, den GUCCI schon seit längerem für sich gepachtet hat.

Es wurde in den „Alchemist’s Garden“ eingeladen, so der Titel der Show.

GUCCI erklärt das Thema der Show so:

“A garden inhabited by signs, symbols, and archetypes invoking and recalling remote worlds.”

Es werden also traditionell Blumen gezeigt, die bei GUCCI alle Jahre wieder in einem mehr oder weniger originellen Kontext neu interpretiert werden. Sie werden auf den Rücken von Lederjacken bedruckt, gleich neben einem ACDC ähnlich besticktem Logo. Außerdem sehen wir GUCCI-Schweißbänder, dessen Hype sich schon jetzt voraussagen lässt und botanische Prints, die sich durch die gesamte Kollektion ziehen und das Bild des „Alchemist’s Garden“ im Kopf des Betrachters vervollständigen.

Präsentiert wird die Kollektion auf futuristisch wirkenden, mit lila Lichtern ausgeleuchteten Laufstegen. Als Gänge getarnt, sind diese umgeben von Glasscheiben. Der Rest ist dunkel. Bevor die Show dann wirklich los ging, konnte man von diesen Gängen allerdings nicht allzu viel sehen, denn ein schwerer Vorhang versperrte die Sicht. In der Mitte der Gänge sticht eine Skulptur heraus, die an eine Pyramide oder auch einen kleinen Tempel erinnert, bedeckt mit kleinen Spiegeln. Gemeinsam mit mystisch wirkender, klassischer Musik, soll diese Inszenierung beim Betrachter wohl etwas Majestätisches hervorrufen. An eine Parallelwelt erinnernd, schreiten die Models also durch die Gänge. Laut dem Twitter-Account von GUCCI werden hier zu 40% Männermode und zu 60% Damenmode präsentiert. Als letztes läuft, wie üblich, der Designer hinter der Kollektion, in diesem Fall ALESSANDRO MICHELE mit schnellen Schritten den Runway entlang. Mit löchriger Jeans, Cap und einem gelben GUCCI-Shirt, das wir in weißer Variante schon bei etlichen Bloggern gesehen haben, beendet er den Blick in die Zukunft – und schickt die Besucher mithilfe des Vorhangs wieder zurück in die Gegenwart.

Category: Fashion Shows

Von: Carl Jakob Haupt

Instagram