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NEWS

 

Neue Interview-Reihe: Dandy Talks

Dass mich ein technisches Gerät inspiriert, kommt selten bis nie vor. Das letzte mal muss wohl um 1998 gewesen sein, als ich mir eine Taschenmuschi kaufte, die mich zu einem romantischen, zwölfsekündigen tête-à-tête inspirierte. Danach kam nicht mehr viel. Ganz allgemein.

Doch das hat sich jetzt schlagartig geändert. Für mein brandneues Handy (ein Xperia Z2 von Sony) habe ich nämlich ein noch brandneueres Mikrofon (siehe Foto) geschenkt bekommen, mit dem ich seither durch die Straßen Berlins renne, es allen möglichen Freunden und Bekannten vor die Klappe halte und jeden noch so rabulistischen Wortfetzen aufnehme. Der Vorteil: Im Gegensatz zu klassischen Handy-Tonaufnahmen versteht man sogar was. Irre! Das ist so 2014!

Und das was ich da gehört habe, ist schlichtweg der Knaller. Meine Freunde scheinen die schlausten Menschen der Welt zu sein. Daher wäre es ein Frevel, das von ihnen Gesagte nicht auch mit dem Rest der Welt zu teilen.

Und schon wären wir bei der Inspiration: inspiriert von den Klugheiten meiner Freunde gibt es hier im Dandy Diary ab sofort (beziehungsweise ab bald, wenn ich’s dann endlich mal abgeschrieben habe) die neue Kurzinterview-Reihe “Dandy Talks”, in der so illustre Gestalten wie Flirt-Legende Philip von Mollenkott oder Barkeeper-Legende Quid Haden Auskunft und Anleitung über ihre Königsdisziplin geben. Man darf - jawohl! - gespannt sein.

FASHION SHOWS

TRENDS

 

C’est cool: Patagonia Fleecepullover

Der Fleecepullover von PATAGONIA ist neben den TEVA Sandals das wichtigste Bekleidungsstück eines Normcorers.

Der Normcore Trend hat die US-Outdoormarke in die Trendbezirke dieser Welt katapultiert. Eine Entwicklung, die so für den Gründer Yvon Chouinard sicherlich nicht absehbar war, als er in den 60er Jahren mit dem Verkauf von Kletterhaken begann. Erst später kam Patagonia – seine Bekleidungsmarke hinzu.

Chouinard sorgte mit seiner Marke dafür, dass Bergsteiger in Pullovern aus Synthetikstoffen, in knallig-bunten Farben die Berge hinauf kraxelten, zuvor trugen sie farblose, feuchtigkeitsabsorbierenden Schichten von Baumwolle, Wolle und Daunen.

Das ultra-scharfe Logo, welches ihr immer gut sichtbar tragen solltet, damit auch erkannt wird, welche Marke ihr tragt, stellt die Silhouette des Fitz Roy – einem Berg, welcher in den argentinisch-chilenischen Anden gelegen ist – dar.

Man darf davon ausgehen, dass der Übertrend Normcore uns noch ein paar Saisons begleiten wird. Daher wäre ein Fleece Pullover von Patagonia sicherlich nicht die schlechteste Investition.

 

LOOKBOOKS

 

La Familia: Lanvin FW 2014 Kampagne

Neben KENZO ist LANVIN derzeit das Modehaus, welches uns von Saison zu Saison mit stets unterhaltsamen, bisweilen äußerst amüsanten Kampagnen verzückt.

Mal unterbricht Lanvin Designer Alber Elbaz per Sykpe ein Shooting, um seine Kommentare abzugeben. Mal lässt er seine Models im vornehmen Hotel zu Pitbulls “I want you want me” tanzen.

In der neuesten Kampagne  dreht sich alles um das ‘Model-of-the-Moment’ Edie Campbell, beziehungsweise um deren Familie.

Im Video und auf den Fotos zur Kampagne sind Campbells Mutter, Vater, Schwester, Bruder  sowie eine wilder Horde Cousins zu sehen. Unser Liebling: ihr Bruder Arthur, dessen Vokuhila länger ist, als die Beine von Toni Garrn.

Die Familiengeschichte stellt eine Referenz an das ‘Mutter / Tochter / Logo’ von Lanvin dar. Im dreiminütigen Kampagnenvideo sieht man die Familienmitglieder mit einem Fussball spielen, sich umarmen und rumalbern. Und, nicht zu vergessen, das Pferd von Edie Campbell. Wie in allen Lanvin Videos hat auch Pummelchen Elbaz seine Szene.

Die Kampagne hat – wie man unschwer am Set erkennen kann – Fantast Tim Walker geschossen. Für das Video war Guy Stephens verantwortlich.

 

LOOKS

INSTAGRAM

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DandyDave enjoying his new Eleven Paris YingYang shirt

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VIDEO

 

Große Enttäuschung: SAINT LAURENT BY HEDI SLIMANE – Frühjahr/Sommer 2013 Kollektion

Wer sich im Frühjahr und Sommer des kommenden Jahres so kleiden möchte, wie reich geborene Möchtegernrockstars im Teenageralter anno 2005, möge sich bitte die komplette Menswear-Kollektion von SAINT LAUREN kaufen. Allen anderen empfehlen wir dringend, die Finger davon zu lassen.

Denn in den Jahren, in denen sich der neue SAINT LAURENT-Designer, Hedi Slimane, der fotografischen Lust an schmalbrüstigen Knaben hingab, hat sich die Männermode weiterentwickelt.

Die Zeit, in der Slimane die Männerkollektion des großen Modehauses DIOR erfunden und Karl Lagerfeld für diese scharf geschnittene, ultra-schmale Mode radikal abgenommen hat, ist vorbei. Mittlerweile beherrschen andere Player die Szene. Nicht zuletzt Slimanes Erzfeind Raf Simons, dessen Männermodekollektionen für JIL SANDER sich gar besser verkauften als die Damenmode – und der jetzt die Kreativ-Leitung bei DIOR übernommen hat. Letzteren Job hätte, so heißt es in Szene-Kreisen, auch Slimane gern gemacht. Doch das hat wohl Karl Lagerfeld verhindert, über den Slimane einst sagte, seine Meinung bedeute ihm nichts. Das wiederum hat den weißhaarigen Paten ziemlich geärgert, woraufhin er bei Bernard Arnault, Konzernchef von LVMH und damit Herrscher über DIOR und FENDI (Chefdesigner: Karl Lagerfeld), interveniert und eine Berufung Slimanes verhindert haben soll.  Slimane verweist seither mit Nachdruck darauf, dass er es war, der den Skinny-Look beim Mann etabliert hat – und eben nicht Raf Simons, sein Feind.

Vielleicht ist es diese Obsession mit dem eigenen Erbe, die Slimane blind werden lässt für aktuelle Trends, für geänderte Zeiten – und für neue Bilder vom Mann.

Denn mittlerweile sehen wir in der Männermode wieder kräftigere Silhouetten. Während bei Slimanes SAINT LAURENT-Designs für 2013 immer noch schmalschultrige Jungs enge Lederjacken tragen, rutscht in der restlichen Branche die Schulter auffällig nach außen, wird breit. Und während die gesamte Modewelt aktuell Sneakers trägt, empfiehlt Slimane für das kommende Jahr mal wieder Chelsea-Boots. Das wirkt alles ziemlich unmodern, ja fast schon anachronistisch und irgendwie eklig selbst-referentiell.

Was sollen wir groß sagen? Slimane ist – abseits von dem hervorragenden Gossip, den er produziert – eine ziemliche Enttäuschung.

Schade Schokolade. Aber vielleicht kommt da ja noch was. Irgendwann.*

* Nach diesem Blog-Post aber sicherlich keine Einladung zu einer SAINT LAURENT-Show, dessen sind wir uns bewusst.

Fotos: Hypebeast.com