GALLERY WEEKEND GUIDE

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Männer im perfekt sitzenden Saint Laurent Anzug und einem Glas Dom Pérignon in der Hand, Mittvierziger mit ausgelatschten Dockers, die langen Haare zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, die Hornbrille mittig auf der Nase sitzend. Eva & Adele in Kleidern in Bonbonfarbe- und form. Dazwischen Kunststudenten im Normcore-Look in vielen zu großen weißen New Balance Sneaker und speckiger Daunenjacke.

Sie alle stehen ab heute vor großen Gemälden (zum Teil sogar: sehr großen > Jonas Burgert @ Blain / Southern), vor Video-Installationen oder – in langen Schlangen – vor dem Eingang zu einer der hotten Art-Afterpartys.

Am Wochenende häufen sich die Vernissagen, Finnisagen, Magazin-Launches und Galerieeröffnungen in der Stadt. Das alljährlich stattfindende GALLERY WEEKEND BERLIN eröffnet erneut – for free – die 47 Türen und Tore sämtlicher Galerien in der Hauptstadt. Nicht alles ist sehenswert, nicht alles ist machbar, daher von uns, für euch ein Gallery Weekend Guide: die Must-Go’s des Wochenende.

 

BLAIN I SOUTHERN / JONAS BURGERT

Jonas Burgert, der zeitgenössischer Maler und gebürtige Berliner präsentiert am Wochenende seine Ausstellung “ZEITLACH”. Mithilfe seiner Werke und mythenhaft wirkenden Figuren versucht der Künstler die Psyche des Menschen zu erkunden – großes, großes Highlight: ein 22 Meter langes Gemälde, welches sich durch den gesamten Ausstellungsraum zieht. “Ich will die Themen, die mich interessieren, nicht schrumpfen lassen.”

Vernissage: Freitag, 28 April 2017, 18-21 Uhr

Potsdamerstraße 77-87, 10785 Berlin

© Blain I Southern Jonas Burgert

CARLIER I GEBAUER  / THOMAS SCHÜTTE

Der deutsche Bildhauer Thomas Schütte beschäftigt sich in der Galerie Carlier Gebauer mit dem Thema “Mehrdeutigkeit und Paradox”. Dieses präsentiert der mehrfache Documenta-Teilnehmer und Gewinner des Goldenen Löwen 2015 der Biennale Venedig mithilfe von Skulpturen, Fotografien, architektonischen Modellen und Fotografien.

Markgrafenstrasse 67, 10696 Berlin

© Thomas Schütte, Carlier I Gebauer

ALEXANDER LEVY / FABIAN KNECHT

Mithilfe der weißen konventionellen Wände eines Ausstellungsraum versucht Knecht in seiner Werkserie “Isolation” die Komplexität der Natur einzufangen. Mit diesen vier Wänden grenzt er ein Stück Landschaft ein und erhebt diese zu etwas höherem – einem Kunstwerk. Den Besucher erwarten unter anderem ein zugefrorenes Meer aus der russischen Hafenstadt Wladiwostock oder auch ganz banal: ein Stück Wald in NRW – auf das man durch Knechts Inszenierung einen neuen Blick gewinnt. Knechts Fotografien könnt ihr, pünklich zum Start des Gallery Weekends in der Galerie Alexander Levy bestaunen.

Vernissage: 28.April, 17-22 Uhr

Rudi-Dutschke-Strasse 26, 10969 Berlin

© Fabian Koch, Alexander Levy

KÖNIG GALERIE / ANSELM REYLE

In der einstigen St. Agnes Kirche, an der jetzt ein fettes EUROPA-Leuchtschild an der Außenwand hängt präsentiert ab kommendem Samstag Anselm Reyle. Der Wahlberliner, der unter anderem auch Handtaschen für DIOR designte und sich vor einiger Zeit aus der “Art World” zurückzog hat, nun aber wieder back im Business ist, präsentiert in seiner ersten Ausstellung in der König-Galerie eine kinetische Installation und verschiedene Gemälde.

Alexandrinenstr. 118-121, 10696 Berlin

© Anselm Reyle, König Galerie

SPRÜTH MAGERS / PAMELA ROSENKRANZ

Zum Wochenende zeigt Rosenkranz ihre Ausstellung “She has no mouth”. Eine Anlehnung an die japanische Comicserie Hello-Kitty – und zwar in den eigenen vier Wänden ihrer Galerie. Präsentiert wird eine Installation, die gleich alle Sinne ansprechen soll. Mit dem Spiel aus Düften, Licht und verschiedenen Tönen untersucht die schweizerisch-deutsche Künstlerin unter anderem die Prozesse, die die Beziehung zwischen Katzen und Menschen ausmachen.

Vernissage: Freitag, 28. April, 18-21 Uhr

Oranienburger Straße 18, 10178 Berlin

© Pamela Rosenkranz, Sprüth Magers

GALERIE NEU / ANDREAS SLOMINSKI

Der Konzeptkünstler Andreas Slominski ist vor allem dafür berühmt berüchtigt, außergewöhnliche Dinge in die weißen Wände einer Galerie zu schleppen. Darunter Toilettenhäuschen oder auch Heuballen. Zum Gallery Weekend hat der deutsche Künstler gleich mehrere white cubes für sich beansprucht: Seine Ausstellungen sind in der Galerie Neu (“Transhumanistisch”) und bei Cosima von Bonin (“Early Works”) vertreten.

Galerie Neu, Linienstrasse 119abc, 10115 Berlin

Galerie Neu, Mehringdamm 72, 10961 Berlin

© “Untitled” von Andreas Slominski, Galerie Neu

ROSA PARKS HAUS / RYAN MENDOZA 

“Wir stehen hier gerade vor dem Rosa Parks Haus welches vor nicht allzu langer Zeit noch in Detroit Michigan stand.”

Ryan Mendoza aus New York lebte die letzten sieben Jahre in Nepal und zog im vergangenen Monat alle Aufmerksamkeit auf sich, als er das berühmte Haus von Bürgerrechtlerin Rosa Parks kaufte. Und anschließend von Detroit mitten in den Wedding importieren ließ. 13.000 Euro Transportkosten und ein Brett-für-Brett Wiederaufbau später, lädt der Künstler nun in das Haus der Ikone, die sich den Sitzplatz im Bus nicht nehmen ließ, ein. Da es noch unklar ist, wie lange das Haus im Hinterhof von Berlin-Gesundbrunnen stehen wird, sollte man sich diese Chance definitiv nicht entgehen lassen.

Wriezener Str. 19, 13359 Berlin

© Rosa Parks Family Foundation

Category: News

Tags: Art, Berlin, Gallery Weekend Berlin

Von: Angelika Watta

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