GAIKA: Mode für eine harte Zukunft

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Im Zuge der Londoner Menswear Fashion Week ist uns ein kreatives Multitalent ins Auge gesprungen: GAIKA.

Erste größere Aufmerksamkeit bekam er mit seinem Single-Release Video zu Blasphemer (Oktober 2015). Hier sieht man GAIKA, sich halbnackt mit einer gehörnten Totenkopfmaske, voodoomäßig anmutend, vor der Kamera zu verrenken. Alles gefilmt vor einem schwarzen Hintergrund, sehr dark und gothicy anmutend.

Seitdem hat er extrem viel auf Soundcloud und YouTube nachgelegt, unter anderem auch ein Feature mit Mykki Blanco (legend), ein Release auf Boiler Room oder auch einen Kurzfilm. Vor drei Wochen ist seine neueste EP Basic Volume erschienen. Alle seine Videos glänzen nur so vor Konzeptualität und Professionalität und man kann nicht anders als beeindruckt sein von seiner Begabung extrem kreativen Content sehr professionell zu produzieren.

Er erschafft Gesamtkunst, kombiniert Ästhetik mit Musik, Tanz und originellen Videokonzepten.

Neuerdings arbeitet GAIKA auch in der Mode: Hier fließt seine dystopische, futuristische Ästhetik, die man in den Videos schon erahnen kann, in Kleidungsstücke und offenbart sich noch deutlicher.

Vor knapp zwei Wochen präsentierte der Boy aus Brixton auf der Londoner Menswear Fashion Week seine neueste Kollektion unter dem Label „Armour in Heaven“. Das Label ist eine Kooperation zwischen ihm und dem ebenso aus London stammenden upcoming Designer Menikmati. Zustande kam die Kollaboration, weil sie im selben Haus gewohnt haben und viele Ideale und Ideen teilen, die sie in langen Gesprächen entwickeln und weiterführen.

Definitiv das Instagram des Labels auschecken, denn das allein ist konzeptuell schon sehr gut gestaltet. Die Shots der neuesten Kollektion, welche auch auf dem Event aufgenommen wurden, sind zweigeteilt, wobei das untere oder obere Bild immer ein wenig verzogen sind, was dem ganzen einen blurry, surrealen Touch gibt. Eine Lo-Fi Ästehtik, die sich durch den gesamten Media Content der Marke zieht: AiH

Hier gibt es auch die neueste, frisch präsentierte Kollektion zu betrachten, titled: Unnatural Systems 2110 – Phase 3. Genau wie der Name klingt, sieht die Kollektion auch aus. Sehr konzeptionell, sehr weit gedacht und sehr futuristisch – ganz im Stil des Multidisziplinären wurde das Event mit von GAIKA produzierter Musik und Videos begleitet.

Die Kollektion ist eine Glanzleistung von den beiden Künstlern, mit sehr unkonventionellen, phantasievollen Schnitten und einer starken Industrial-Komponente. Man findet viel Latex in milchig oder durchsichtig, dass auf originelle Art-undWeise in die Pieces eingearbeitet wurde, etwa als Armbinde oder Schild auf dem Rücken. Dieses wechselt sich mit schmutzig bedruckten Textilstücken ab, die dem ganzen eine punkige/ Mad Max Note verleihen. Es erinnert ein wenig an das Konzept von A Cold Wall, aber konsequenter, viel weiter.

Denn Massentauglichkeit, war bei dieser Produktion kein Faktor. Man kann es schon eher als Kust verstehen, eine Ästhetik die sich in Kleidern ausdrückt. Und genau so tut es GAIKA auch, wie er in einem Interview mit Hypebeast zu verstehen gibt:

“I wanted to work with clothing because I tend to think in terms of completely expressed worlds rather than one medium or another, so the music then the place then the people in the place etc, It’s one aesthetic. I wear a lot of this on stage.

The whole thing in some ways because I wanted decent bits  to wear at shows
I’m not much of a capitalist so making clothes that are ‘merchandise’ seems weird to me.

We want clothes to be clothes. We want them to be exciting, functional, beautiful not ham-fisted expressions of allegiance or a way for us to get more quick cash.

For me its art before commerce 100%
Everything I do I want it to be excellent
Man’s competitive like that.”

Das Ganze geht aber noch weiter. Denn hinter dem Konzept steckt nicht nur Ästhetik, sondern auch eine politische Botschaft.

Schaut man sich die extrem gut gestaltete Website von Armour in Heaven an, so stößt man hier auf “the spectacular empire”. Es ist eine Zukunftsvision von GAIKA, in der er auf die kürzlichen Massenproteste in London Bezug nimmt, die eskalierten, nachdem ein schwarzer Junge bei einer Verfolgungsjagd durch die Polizei getötet wurde. Hier knüpft er an und führt die Story weiter, die am Ende auf den Untergang der Gesellschaftsstruktur wie sie jetzt existiert hinausläuft. Für den Fall, dass dies wirklich eintritt, hat GAIKA auf jeden Fall schonmal die richtigen Klamotten am Start.

Die Hintergrundstory wurde zusammen mit Dazed mit Videomaterial sehr detaillreich veröffentlicht und man kann sie sich hier zu Gemüte führen: The Spectacular Empire

Über die Homepage kann man auch ein paar Pieces der letzten Kollektion erwerben. Z.b. einen Latex Shawl für 68 Pfund. Wenn man bedenkt, wieviel kreative Leistung in dieses Projekt hineingeflossen ist, ist das quasi geschenkt. Wir freuen uns schon auf den Drop der Pieces dieser Kollektion und sind gespannt, zu welchem Extent man diese kaufen kann. Falls ihr euch dann fragt, was ihr mit den Sachen anstellen sollt, bietet euch Armour in Heaven auch hierauf eine Antwort:

All Items must provide the following function to end user;
Multi scenario disguise//visibility
Invulnerability further than standard issue immortality
Core temperature control
Enhanced combat/escape mobility
Increased fertility
Inviolability from psychic, psionic or alchemical attack
Absolute Freedom

Category: News

Tags: Armour in Heaven, Dystopie, Fashion Weeks, Futuristic, Gaika, London, Menikmati

Von: Viktor Keller

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