Fresh Perspective: F1

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2000 gewann Michael Schumacher seine erste Formel-1-Weltmeisterschaft mit Ferrari.

Nach 21 Jahren die erste WM für Ferrari. Die Erlösung der Traditionsmarke durch Schumi, den Messias, erlebte ich vor dem TV, beglückt, neben mir meine Schwester und Vater. In Grebenstein, meinem überschaubaren Heimatdorf, wurden Ferrari-Fahnen gehisst. Überall Tifosis.

Es folgte WM-Titel auf WM-Titel für die „Scuderia Ferrari“, doch ich verabschiedete mich vom Rennsport und der Fernsehcouch meiner Eltern und zog los, in die große, weite Welt: Ein Urlaub in Rimini, wo Jakob und ich uns als italienische Gigolos ausgaben, um deutsche Mädchen zu beeindrucken.

Aufgrund begrenzter Sprachkenntnisse kam es zu einer Fantasiesprache, in der jedes zweite Wort „Scuderia Ferrari“ war, offensichtlich kein Grund für Skepsis bei den Mädels, doch, so stellte sich später raus, keine Strategie, die zu einem sofortigen Erfolg führe sollte.

Die zwei angereisten Pick-Up-Artists schliefen allein in ihren Schlafsäcken. „Scuderia Ferrari“ verschwand wieder aus meinem Sprachschatz bis gestern:

Denn unsere Lieblingsbiermarke Heineken lud zum Formel 1 Rennen zum Hockenheimring. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel holte nach einer historischen Aufholjagd (Startplatz: 20) noch den zweiten Platz und ich brüllte „Scuuuuderia Ferrari“ durch den Paddock-Club.

Arm in Arm mit David Schütter, euphorisiert vom Erfolg, beschwingt vom Bier, erlebte ich das Finale. Der blendend aussehende Schauspieler verriet mir, dass er sich seit Wochen ausschließlich von Proteinen ernährt, um sich auf eine neue Rolle vorzubereiten, die Muskeln verlangt. Schütter, der 4x Hummer aß, berichtet von seiner Kunst, der Schauspielerei, in der er immer wieder neue Perspektiven einnimmt.

Gemeinsam mit Juliette vom Studio EyeCandy, die beeindruckte, weil ihr das Kunststück gelang, ein Dutzend Pastellfarben gleichzeitig zu tragen, durften wir wenige Minuten vor dem Grand Prix auf einem Truck über die Rennstrecke fahren.

Und später, als das Rennen lief, rund 20 Runden bevor Max Verstappen als Sieger des 78. Deutschland Grand Prix die Ziellinie im Wahnsinnstempo die Ziellinie überqueren sollte, ging es für uns tief hinab in die Katakomben des Hockenheimrings:

Ein Blick hinter die Kulissen des Racing Point Teams. Das Mechaniker-Team, das hektisch aufsprang, um sich auf den nächsten Boxenstopp vorzubereiten, und uns trennte nur eine Glasscheibe. Durch Kopfhörer konnten wir dem Funkverkehr des Teams lauschen.

Ich musste an den Werbeslogan des DSF denken: „Mittendrin statt nur dabei“. Ich, inmitten des Formel 1 Zirkus. Kurz davor Verstappen eine Chamapagner-Dusche  auf dem Siegerpodest zu verpassen, doch ich lehnte dankend ab, reihte mich ein, in das gemeine Volk, um zur Abwechslung mal dem König von unten zuzujubeln:

ein Perspektivwechsel.

Category: #dandydiaryspace

Tags: F1, Formula One, Heineken

Von: David Kurt Karl Roth

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