arrow-left-black arrow-right-black arrow-white-down arrow-white-up dd-logo-header-large-white dd-logo-header de en fi-x matrix-arrow-left matrix-arrow-right matrix-icon search-icon share-facebook share-google_plusone_share share-pinterest_share share-twitter social-icon-facebook social-icon-instagram social-icon-twitter
 

Frage des Stils: Patrick Mohr

Für den fünften Teil unserer höchst unregelmäßigen Serie “Frage des Stils” sind wir neulich nach München geflogen. Dort haben wir den Designer Patrick Mohr in seiner 30 Quadratmeter kleinen Dachgeschosswohnung am Gärtnerplatz besucht.

Mohr, 31 Jahre alt, empfing uns lässig ans Fenster gelehnt und rauchend. Aktuell sind seine Tage eher ruhig. Seine Kollektion, die er im Juli auf der Berliner Fashion Week zeigen wird, ist bereits fertig. Er sagt dazu: “Mir geht es im Moment sehr gut. Es gibt definitiv stressigere Zeiten. Ich genieße, dass es im Moment so ist, wie es ist – und ich genieße auch, dass ich verliebt bin.”

So, jetzt aber genug der indiskreten, privaten Details – hier geht’s schließlich zusammenhang- und kontextlos um Stil und Mode (okay, okay – ganz am Ende geht’s nochmal ein wenig um Privates, um gebrochene Herzen und so weiter).

Patrick, welches Outfit wirst du bei deiner eigenen Beerdigung tragen?

Ich werde nackt sein. Weil es die natürlichste und authentischste Art ist, wie sich zwei Menschen begegnen können.

Sollen die Leute, die an den Sarg kommen und Abschied nehmen, demnach ebenfalls nackt sein?

Ja.

Wer ist dein Lieblingsdesigner?

Ich finde Yamamoto gut. Weil er über Jahrzehnte sein Ding durchzieht und seinem Stil einfach treu geblieben ist, egal ob man Kollektionen von jetzt oder von früher nimmt – er hat sein Ding durchgezogen.

Was war deine schlimmste Modesünde?

Das war Ende der 1990er Jahre. Da hat man den Patrick von hinten erkannt. Ich habe die Hose so tief getragen und hatte keine Unterwäsche an, dass man die Ritze gesehen hat. Da wusste jeder: das bin ich. Außerdem habe ich damals nur Dolce & Gabbana und Dsquared getragen, zu Zeiten, in denen besonders Dsquared im Mainstream-Bereich noch gar nicht bekannt war. Ich habe Glitzer getragen und für so ein scheiß Tanktop von Dolce & Gabbana mit Rosen drauf 600 Mark gezahlt, damit ich das habe.

Wie alt warst du damals?

19 Jahre.

Was ist dein Motto?

Bleib immer authentisch.

Wie authentisch warst du damals mit den Glitzerklamotten, Ende der 1990er Jahre?

Da war ich auch authentisch.

Was würde der heutige Patrick Mohr zu dem von damals sagen, wenn er ihm auf der Straße begegnen würde?

Ich glaube, dass ich das so cool rübergebracht habe, dass ich da nichts Negatives sagen würde. Das mit der tiefen Hose war schon ein Statement damals. Ich habe das irgendwie ganz gut rübergebracht. Es war, wie gesagt, eine Phase, die ich durchleben musste, wie es viele Phasen gibt, durch die man durch muss im Leben.

Wie würdest du deinen heutigen Stil bezeichnen?

Da gibt es keinen Stil. Ich laufe gewiss nicht irgendeinem Trend hinterher und habe auch nicht das Ziel irgendeinen Trend zu setzen. Ich ziehe mich an, wie ich mich in meinem Innersten fühle und höre darauf was mein Bauchgefühl mir sagt. Meistens ist es dann schlabbermäßig, zum Beispiel eine Jogginghose. Aber ob das jetzt ein gewisser Stil ist? Das bin einfach nur ich. Das bin zu hundert Prozent ich. Zu hunderttausend Prozent ich. Das finde ich ganz wichtig.

Wer sind deine Stilvorbilder?

Ich finde die Rolling Stones, wie sie früher so rumgelaufen sind, ganz interessant. In den 1970er Jahren. Auch wenn ich davon jetzt nicht so viel rüberbringe, finde ich es eine wichtige Zeit. Die Stones haben das geprägt.

Wer ist dein Lieblingsstone?

Keith Richards, weil er so ultra kaputt aussieht und immer noch am leben ist.

Was ist die Geschichte deines Schnurrbarts?

Jeder, der die Mohr-Familie ein bißchen besser kennt, weiß, dass das eine echte Tradition ist. Egal ob das mein Vater, mein Onkel, meine Cousins sind – wir haben alle Schnäuzer, und zwar nicht nur so ein bißchen. Ich kenne meinen Vater nur mit Schnäuzer. Den gibt‘s einfach nur mit.

Zum einen möchte ich das natürlich fortführen und zum anderen erwische ich mich immer wieder dabei, wenn ich ihn abmache, dass ich mich nackig fühle. Das ist, wie wenn du mir einen Arm abschneiden würdest. Ich brauche das, ich brauche dieses Ding über meiner Oberlippe, sonst bin ich nur ein halber Mensch.

Woher kennst du eigentlich Rune Park – deinen Vorgänger aus der Rubrik „Frage des Stils“?

Als ich 2007/08 bei Henrik Vibskov in Kopenhagen gearbeitet habe, habe ich ihn kennengelernt. Die Stadt ist klein, da lernt man viele Leute kennen – und da war Rune halt so ein bißchen verliebt in mich. Damals hat er aber übrigens noch nicht für Henrik gearbeitet.

Wie hat sich das geäußert, dass Rune in dich verliebt war?

Ich glaube, du merkst auch, wenn jemand in dich verliebt ist.

Rune hat mich nach Hause zu sich eingeladen. Irgendwann musste ich dann aber aussteigen, als es mir zu viel wurde, als er mir – übertrieben gesagt – an die Wäsche wollte. Du merkst dann irgendwann, da ist jemand, der will was von dir und da ist es glaube ich besser, wenn man klipp und klar sagt: “Nein, ich sehe das anders.”

Habt ihr noch Kontakt?

Nein.

Wann hast du ihn das letzte mal gesehen?

2008.

Also weißt du nicht, ob er immer noch verliebt ist.

Sicherlich nicht.

Bilder: David Roth

 

LOOKS

NEWS

 

David Murray: Horror Anti-Helden in Highfashion

Die 57 Dandy Diary Leser aus Amerika (wir kennen sie alle persönlich) werden wahrscheinlich schon Kürbisfratzen schnitzend in der Küche sitzen, denn heute ist Halloween.

Und zum Kinder-Gruselfest passen wunderbar die Mode-Illustrationen von DAVID MURRAY.

Die britische Künstler hat sich für eine aktuelle Arbeit gefragt, welche Highfashion-Designs der Fall / Winter 2014 Kollektionen zu den illustren Persönlichkeiten der Horrorgeschichte passen.

Der böse Clown Pennywise trägt bei Murry einen der legendären MOSCHINO Sweater. Hannibal ein Jackett von WALTER VAN BEIRENDONCK. Und Frankenstein rockt einen dunkelgrünen Trenchcoat von JUUN. J.

Wir wissen nicht, wie Murray, der ursprünglich aus Irland kommt und derzeit in New York lebt, die Auswahl Horror-Anti-Held > Designer getroffen hat: purer Zufall, Aussehen oder charakterliche Eigenschaften, egal – sie sind großartig.

 

SPECIAL

 

Dandy Diary Rattenflitzen

David und mich eint neben der gemeinsamen, harten Arbeit hier bei DANDY DIARY vieles: wir standen beide auf unsere schwarzhaarige VWL-Lehrerin und auf Janine aus der ersten Reihe, waren in den 90ern BVB-Fans, lieben die kleinen 0,25-Liter Heineken-Flaschen und feurig scharfes veganes Essen, wir lesen beide immer sonntags den Spiegel und, und, und, und, und – es gibt da sehr viel. Und: wir hassen nichts mehr als Ratten.

Wobei Hass krass untertrieben ist. Wir haben eine gehörige Scheiss-Angst vor den Viechern, sodass David einst in einem Restaurant in Shanghai, in dem er während des Essens eine Ratte flitzen sah, kreischeind mit einem Satz auf den Tisch sprang, und ich mich in New York vor den Attacken meiner Geschwister in Acht nehmen muss, die sich einen höllischen Spaß daraus machen, gegen die überall rumliegenden Müllsäcke zu treten, in denen logischerweise immer mindestens eine fettgefressene Ratte hockt und dann panisch raus- und mir möglichst über den Fuß springt. Allein der Anblick einer Ratte führt bei uns sonst so harten Mode-Typen zu Schockstarre, spitzen Schreien, purer Verzweiflung und dem ein oder anderen peinlichen Sprung. Einer von uns hat sich vor Schreck und Todesangst sogar mal selbst angepinkelt. Wer das war, verraten wir der Fairness halber aber nicht.

Als wir dann neulich geschäftlich in Mumbai (Indien) waren, lauerte die bis dato härteste Prüfung in Sachen Ratten auf uns. Etwa die Hälfte der 12 Millionen Einwohner lebt in Slums, davon viele ohne festes Haus und somit ohne Wasser und ohne Toilette. Große Teile der Stadt gleichen einer Müllhalde: überall liegen Plastikmüll, Schrott, tote Katzen, undefinierbare braune Pfützen. Und es gibt erschreckend viele Ratten. Irrsinnig viele. Brutal viele. Ekelhaft viele.

Während die Menschen in Mumbai offensichtlich größere Probleme haben, als sich um die an allen Ecken hockenden, gemächlich futternden Ratten zu kümmern, standen wir idiotischen, verwöhnten Westler permanent unter Strom. Wir hatten saumäßig Schiss vor den Biestern – unseren ärgsten Feinden.

Um euch ungefähr eine Vorstellung davon zu geben, wie wir in dauernder Angst durch die engen Gassen Mumbais flitzten, um bloß nicht auf eine Ratte zu treffen, haben wir ein Video davon gedreht, das ihr euch hier anschauen könnt. Wir flitzen darin in atemberaubender Geschwindigkeit an den einzigen Ort, an dem es keine Ratten gab: ans Meer. Dort harrten wir drei Tage und Nächte aus, dem verdursten Nahe, und ließen uns dann von der goldenen Segelyacht eines befreundeten Trilliardärs abholen und zurück ins saubere, kalte und etwas weniger rattige Berlin fliegen.

 

 

Beim Rattenflitzen trugen wir Converse Chuck Taylor “Rubber” Schuhe, David eine Hose von Weekday und ein Shirt von Hugo Boss, ich Wifebeater und Hotpants von American Apparel.

Von: Jakob

 

FASHION SHOWS

TRENDS

LOOKBOOKS

INSTAGRAM

10748100_302982479899411_893788609_n

Bake in the sun Candy Dave! Pic by @tanzekind

VIDEO