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Frage des Stils: Patrick Mohr

Für den fünften Teil unserer höchst unregelmäßigen Serie “Frage des Stils” sind wir neulich nach München geflogen. Dort haben wir den Designer Patrick Mohr in seiner 30 Quadratmeter kleinen Dachgeschosswohnung am Gärtnerplatz besucht.

Mohr, 31 Jahre alt, empfing uns lässig ans Fenster gelehnt und rauchend. Aktuell sind seine Tage eher ruhig. Seine Kollektion, die er im Juli auf der Berliner Fashion Week zeigen wird, ist bereits fertig. Er sagt dazu: “Mir geht es im Moment sehr gut. Es gibt definitiv stressigere Zeiten. Ich genieße, dass es im Moment so ist, wie es ist – und ich genieße auch, dass ich verliebt bin.”

So, jetzt aber genug der indiskreten, privaten Details – hier geht’s schließlich zusammenhang- und kontextlos um Stil und Mode (okay, okay – ganz am Ende geht’s nochmal ein wenig um Privates, um gebrochene Herzen und so weiter).

Patrick, welches Outfit wirst du bei deiner eigenen Beerdigung tragen?

Ich werde nackt sein. Weil es die natürlichste und authentischste Art ist, wie sich zwei Menschen begegnen können.

Sollen die Leute, die an den Sarg kommen und Abschied nehmen, demnach ebenfalls nackt sein?

Ja.

Wer ist dein Lieblingsdesigner?

Ich finde Yamamoto gut. Weil er über Jahrzehnte sein Ding durchzieht und seinem Stil einfach treu geblieben ist, egal ob man Kollektionen von jetzt oder von früher nimmt – er hat sein Ding durchgezogen.

Was war deine schlimmste Modesünde?

Das war Ende der 1990er Jahre. Da hat man den Patrick von hinten erkannt. Ich habe die Hose so tief getragen und hatte keine Unterwäsche an, dass man die Ritze gesehen hat. Da wusste jeder: das bin ich. Außerdem habe ich damals nur Dolce & Gabbana und Dsquared getragen, zu Zeiten, in denen besonders Dsquared im Mainstream-Bereich noch gar nicht bekannt war. Ich habe Glitzer getragen und für so ein scheiß Tanktop von Dolce & Gabbana mit Rosen drauf 600 Mark gezahlt, damit ich das habe.

Wie alt warst du damals?

19 Jahre.

Was ist dein Motto?

Bleib immer authentisch.

Wie authentisch warst du damals mit den Glitzerklamotten, Ende der 1990er Jahre?

Da war ich auch authentisch.

Was würde der heutige Patrick Mohr zu dem von damals sagen, wenn er ihm auf der Straße begegnen würde?

Ich glaube, dass ich das so cool rübergebracht habe, dass ich da nichts Negatives sagen würde. Das mit der tiefen Hose war schon ein Statement damals. Ich habe das irgendwie ganz gut rübergebracht. Es war, wie gesagt, eine Phase, die ich durchleben musste, wie es viele Phasen gibt, durch die man durch muss im Leben.

Wie würdest du deinen heutigen Stil bezeichnen?

Da gibt es keinen Stil. Ich laufe gewiss nicht irgendeinem Trend hinterher und habe auch nicht das Ziel irgendeinen Trend zu setzen. Ich ziehe mich an, wie ich mich in meinem Innersten fühle und höre darauf was mein Bauchgefühl mir sagt. Meistens ist es dann schlabbermäßig, zum Beispiel eine Jogginghose. Aber ob das jetzt ein gewisser Stil ist? Das bin einfach nur ich. Das bin zu hundert Prozent ich. Zu hunderttausend Prozent ich. Das finde ich ganz wichtig.

Wer sind deine Stilvorbilder?

Ich finde die Rolling Stones, wie sie früher so rumgelaufen sind, ganz interessant. In den 1970er Jahren. Auch wenn ich davon jetzt nicht so viel rüberbringe, finde ich es eine wichtige Zeit. Die Stones haben das geprägt.

Wer ist dein Lieblingsstone?

Keith Richards, weil er so ultra kaputt aussieht und immer noch am leben ist.

Was ist die Geschichte deines Schnurrbarts?

Jeder, der die Mohr-Familie ein bißchen besser kennt, weiß, dass das eine echte Tradition ist. Egal ob das mein Vater, mein Onkel, meine Cousins sind – wir haben alle Schnäuzer, und zwar nicht nur so ein bißchen. Ich kenne meinen Vater nur mit Schnäuzer. Den gibt‘s einfach nur mit.

Zum einen möchte ich das natürlich fortführen und zum anderen erwische ich mich immer wieder dabei, wenn ich ihn abmache, dass ich mich nackig fühle. Das ist, wie wenn du mir einen Arm abschneiden würdest. Ich brauche das, ich brauche dieses Ding über meiner Oberlippe, sonst bin ich nur ein halber Mensch.

Woher kennst du eigentlich Rune Park – deinen Vorgänger aus der Rubrik „Frage des Stils“?

Als ich 2007/08 bei Henrik Vibskov in Kopenhagen gearbeitet habe, habe ich ihn kennengelernt. Die Stadt ist klein, da lernt man viele Leute kennen – und da war Rune halt so ein bißchen verliebt in mich. Damals hat er aber übrigens noch nicht für Henrik gearbeitet.

Wie hat sich das geäußert, dass Rune in dich verliebt war?

Ich glaube, du merkst auch, wenn jemand in dich verliebt ist.

Rune hat mich nach Hause zu sich eingeladen. Irgendwann musste ich dann aber aussteigen, als es mir zu viel wurde, als er mir – übertrieben gesagt – an die Wäsche wollte. Du merkst dann irgendwann, da ist jemand, der will was von dir und da ist es glaube ich besser, wenn man klipp und klar sagt: “Nein, ich sehe das anders.”

Habt ihr noch Kontakt?

Nein.

Wann hast du ihn das letzte mal gesehen?

2008.

Also weißt du nicht, ob er immer noch verliebt ist.

Sicherlich nicht.

Bilder: David Roth

 

SPECIAL

LOOKBOOKS

 

Chris Brown x SNIPES – Capsule Collection

Nachdem SNIPES neulich schon mit dem Rapper Machine Gun Kelly kollaborierte, geht es nun mit Chris Brown in die nächste Runde. Passend zum Style des Sängers gibt es eine Capsule Collection mit Kapuzenpullovern in pastelblau und rosa, einem astreinen Jogginganzug, der selbst jeden Ost-Londoner Halbstarken Stolz machen würde und einem Trikot-Jersey. Alles auf den Punkt genau zeitgemäß. So macht man das heutzutage.

Der Sänger, der – glaubt man der Legende (was wir ja immer sehr gern tun) – in einer Tankstelle aufwuchs, mit 15 Jahren entdeckt wurde und dann schnell seinen ersten Nummer 1-Hit hatte, sagt zur Zusammenarbeit mit dem Streetwear-Label: „SNIPES fördert Kreativität und versteht, dass Künstler sich entwicklen. Mir als Künstler ermöglichst das mit einer Lifestyle-Brand ohne Kompromissen zu arbeiten und meine Kreativität zum Ausdruck zu bringen.“

Im zur Kollektion erscheinenden Video zeigt Brown dann auch gleich mal, wie GENAU er seine Kreativität zum Ausdruck bringt: er tanzt extrem smooth durch die Gegend, junglet durch die nächtliche Großstadt und malt ein Graffiti auf eine Leinwand.

Die Chris Brown x SNIPES-Kollektion ist ab dem 6. Juni online auf www.snipes.com und in ausgewählten SNIPES-Stores erhältlich. 

 

NEWS

 

Die Geschichte zum Vetements DHL T-Shirt

Über kein Design wurde letzte Saison soviel gesprochen, geschrieben und gestritten: das DHL T-Shirt von Vetements.

Seit Gosha Rubchinskiy die Vetements SS 2016 im besagten Shirt eröffnete, wird über Preis, Design-Anspruch etc. diskutiert.

In einem Interview mit dem Telegraph erzählte Demna Gvasalia – dem Mastermind von Vetements – wie es zur Idee mit dem Logo des Transportunternehmens kam.

DHL, wurde, so Gvaslia, zu einem täglichen Thema, weil ich immer auf Pakete warten musste. „Immer sagte irgendjemand, dass Paket ist noch nicht angekommen“. Nach ein paar E-Mails und Telefonaten bekam das Vetements Team die Freigabe des Logos von DHL. Und – im Gegenzug – 20 DHL-Angestellte – ein Vetements Shirt.

Mehr zum smarten Move das DHL Logo zu verwenden, gibt es hier bei uns zu lesen.

VIDEO

TRENDS

 

Soft Hardcore: Der Siegeszug der Metal-Hipness

Spätestens, seitdem es Kiss-Bassist Gene Simmons vor zwei Jahren verkündete, ist Rock offiziell tot. In musikalischer Hinsicht sind Hiphop, elektronische Musik und naturgemäß Pop tonangebend. Und auch auf subkultureller, modischer und gesellschaftlicher Ebene schien Rock mehr und mehr stiefmütterlich behandelt, ja, nahezu bedeutungslos. Bis jetzt.

Denn: Die Metal-Ästhetik und mit ihr die Logos und Artworks von dem Genre zugehörigen Bands sind angesagter denn je. Justin Bieber trägt regelmäßig T-Shirts mit Metallica-Prints, Supreme hat bereits mehrfach mit Black Sabbath eine Kooperation herausgebracht, deren Käufer vermutlich noch nie auch nur einen Song der Band gehört haben. Und eine mehr als offensichtliche Iron-Maiden-Referenz gab es bereits bei Balenciaga zu bestaunen.

Flammen-Motive, über deren modische Relevanz wir bereits hier berichtet haben, sind vor allem dank Vetements wieder und völlig unerwartet mehr als hip, ebenso wie Schriftzüge in Fraktur und ein religiös-mystisch anmutender Vibe. Die Fraktur hat Kanye West mit seinem Merch zu „The Life of Pablo“ kurzerhand zumindest halbwegs von ihrem in der rechten Szene verorteten Image befreit. Und Rick Owens vertritt seit Jahren hoch erfolgreich eine verrucht-rockige Stimmung, die nicht mehr nur im Berghain gut anbekommt.

Die Rückkehr einer in ihren Grundzügen maskulin-aggressiven Ästhetik hängt mit Sicherheit mit dem sich wandelnden Männerbild zusammen, über das Adriano Sack und Frederik Schwilden bereits an dieser Stelle schrieben. Während die für Männer typischen, vor Kraft strotzenden und prolligen Eigenschaften mehr und mehr verloren gehen, findet auf ästhetischer und stilistischer Ebene eine Kompensation eben dessen statt: Tattoos, Bärte, gestählte Körper und auch der Metal-Szene entlehnte Codes und Motive lassen den vermeintlich geschwächten Mann weiterhin stark erscheinen. Zumindest von außen.

Dazu kommt ein Grundproblem, mit dem sich alle Designer konfrontiert sehen: Dem Aussterben der Subkulturen. Während es in den vergangenen Jahrzehnten unter Jugendlichen zum guten Ton gehörte, sich von der Masse abzugrenzen, einer Subkultur zuzugehören und so Rebellion und das Anders-Sein zu üben, wollen Jugendliche mittlerweile – zumindest laut der letzten Sinus-Studie – Mainstream sein.

Daraus lässt sich nunmal reichlich wenig Inspiration ziehen. Und so wird auch weiterhin auf bereits vorhandene und bereits totgeglaubte Strömungen und Stile zurückgegriffen werden müssen. Das ist aber völlig in Ordnung, besonders dann, wenn es doch so gut und lässig aussieht wie die Metal-Ästhetik.

Text: David Jenal

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