First Fashion Week Review

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Seit mehr als unglaublichen f├╝nf! Monaten befinde ich mich nun schon im Dandy Diary Dienst. Als ich im bitterkalten Februar mit zwei Koffern und dem Fernbus nach Berlin reiste, hatte ich nicht nur die legend├Ąre Opening Party mit an den Decken h├Ąngenden Schafsk├Âpfen verpasst, sondern auch die damit einhergehende Berliner Fashion Week. Doch f├╝r jeden modeinteressierten Menschen, der sich abends im Bett den Livestream der internationalen Modenschauen anschaut, ist es nun Mal das Ma├č der Dinge den kreativen Prozess eines Designers live ├╝ber den Laufsteg stolzieren zu sehen. Nun war es also endlich Sommer und ich bereit. F├╝r mein aller aller erstes Fashion-Week Erlebnis.

Nachdem ich den Montag Vormittag mit einigen Erledigungen verbrachte, fuhr ich mit Flagge, Stickern und Postern die den Aufdruck ÔÇ×DANDY DIARY GL├ľ├ľCKLERÔÇť trugen auf die Insel der Jugend. Ich nahm ein Taxi, wollte schnell da sein und war gestresst, weil der Taxifahrer es eben nicht war. Schlie├člich wollte ich p├╝nktlich alles f├╝r den Prince of Pomp├Â├Âs vorbereiten, damit er ja bitte kein Problem mit der Location und der Deko, f├╝r die ja ich zust├Ąndig war, hatte.

Den Rest des Tages klebte ich eben diese Plakate an jede m├Âgliche Stelle der idyllischen Location und wurde dabei regelm├Ą├čig mit mitleidigen Blicken der Insel-Crew angeschaut. Der eigens gemachte Stress stand mir auf der Stirn. ┬áUm 10 nach 10 jedoch fand ich mich dann endlich drau├čen an einem Tisch zwischen feierw├╝tigen Kitty-Cheng Barkeepern sitzen, die mir teils belustigt teils verwirrt dabei zuschauten, wie ich mir pinke Plastikn├Ągel auf die Finger klebte. Doch ich hatte mir in aller fr├╝he noch ein pinkes Motorola Klapp Handy ganz nach 2000er Queen Paris Hilton besorgt und so waren mir die Blicke der Berliner Cool Kids recht egal. Schlie├člich brachten sie mir dann – vermutlich auch aus Mitleid – einen Gin Tonic an den Tisch.

Nat├╝rlich war letzten Endes alles noch viel pomp├Âser als ich es mir vorgestellt hatte. Botox wurde gespritzt, der rote Teppich rollte sich rechtzeitig ├╝ber die Br├╝cke und der erste lie├č sich ein kleines Einhorn auf den Oberarm t├Ątowieren.

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Als ich am n├Ąchsten Tag gegen 13 Uhr dann v├Âllig verkatert aufwachte – da ich im Gegensatz zu meinen Chefs nicht nach dem 0,0 Heineken gegriffen hatte – schaute ich zun├Ąchst an mir herunter.┬áSchlie├člich stand ich bereits in der Schlange zu den Free Tattoos. Mit gemischten Gef├╝hlen stellte ich aber schnell fest, dass sich auf meinem Oberarm keine Gl├Â├Âckler-Krone befand. Bis heute wei├č ich nicht, ob ich das nun gut oder schlecht finden soll.

Nach dem langen und beschwerlichen Weg mit Bus und S Bahn von Neuk├Âlln zu mir nach Moabit, verbrachte ich den Rest des Tages im Bett. Um 18 Uhr a├č ich ein trauriges Fr├╝hst├╝ck, bestehend aus Tee und trockenem Brot, raffte mich auf und fuhr – wieder mit der Bahn – zur Warschauer Stra├če.

Dort landete ich auf einem LIEBESKIND Event. Ich trank Cola Light, a├č ein Eis und lie├č meine ALLER-erste Modewoche dementsprechend sehr sehr ruhig angehen. Nach zwei, drei Flaschen Cola beschlossen wir dann doch noch zur IZAIO-Party zu gehen. Es war ja nun doch unsere allererste Fashion Week und wir wollten wirklich ALLES mitnehmen. Beim Anblick der Schlange (ÔÇ×Ja, das ist alles G├Ąsteliste.ÔÇť) und nach 10 min├╝tigem Alibi-Warten fuhren wir dann aber doch nachhause.

Am Mittwoch stand ich dann sehr fr├╝h auf, ignorierte das Chaos in meinem Zimmer und dachte daran, dass ich heute die liebe Lisa von┬áRefinery29┬áper WhatsApp durch meinen Tag nehmen w├╝rde. Also machte ich mich auf den Weg zu meinem ersten Stop: dem ASOS-Fr├╝hst├╝ck, auf dem die SS18 Kollektion pr├Ąsentiert wurde. Von da aus fuhr ich zur PREMIUM, wo ich um an einen Presseausweis zu gelangen zun├Ąchst beweisen musste, dass ich doch wirklich schreiben w├╝rde f├╝r Dandy Diary und generell alle sehr unfreundlich waren.

Dort traf ich dann jedoch meine Freunde und gemeinsam h├Ârten wir uns an, was David Fischer, der Gr├╝nder des wohl gr├Â├čten Online Magazins ÔÇ×HighsnobietyÔÇť ├╝ber richtiges Nutzen von verschiedenen Plattformen zu sagen hatte. Es war spannend und nach dem wir seinen Worten gelauscht hatten, fuhren wir zur SEEK. Mit einem Shuttle-Bus, was sich als riesiger Fehler herausstellen sollte, da die Zeit dr├Ąngte und kein Auto so recht fahren konnte, weil man eben nachmittags in Berlin doch schneller ist mit der U-Bahn. Aber nun, so war es eben und nach einer Viertelstunde auf der SEEK, die sich als deutlich cooler als die overposhed PREMIUM darstellen sollte, fuhr ich auch schon wieder zur├╝ck.

Langsam verstand ich das Stress-Problem w├Ąhrend der Modewoche, das ja alle Blogger, Influencer und Modemenschen dauernd thematisierten.┬áSchnell zog ich mich um, a├č einen Fertigsalat und machte mich auf den Weg zu meiner aller aller ersten Modenschau. Bei der auch gleich der Name des Labels ge├Ąndert wurde. In einem emotionalen schwarz-wei├č Video berichteten die Holy-Ghost Designerinnen, ├╝ber ihren Werdegang, weinten ein wenig und pr├Ąsentierten ihre Kollektion schlie├člich unter dem Namen: MYKKE HOFMANN.

Ich sa├č in der dritten Reihe, sah nicht viel und versuchte zu realisieren, dass dies ja nun das w├Ąre, wovon mein 15-J├Ąhriges Ich immer getr├Ąumt hatte. Anschlie├čend ging es zur NYLON-Party, wo jeder war, ich wieder nur Cola (und einen einzigen Vodka-Soda trank) und zu 2000er Musik tanzte. Es war sehr voll und um halbzwei fuhren wir nach einer Hummustasche auch schon wieder nachhause.

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Der Donnerstag begann f├╝r mich mit der HIEN LE Show. Ich traf David im Kaufhaus Jandorf, zw├Ąngte mich auf Platz 26,5 in die erste Reihe und genoss erneut das Gef├╝hl, das ich bereits am Vortag hatte und dass mich so sehr an meine Teenie-Sehns├╝chte erinnerte, als ich durch Lookbook scrollte und die Streetstyle Seiten der Glamour an meine Pinnwand heftete.

Die Show war so toll, dass ich danach einen Sekt trank und mir anschlie├čend Burger und S├╝├čkartoffeln, die vor Fett nur so trieften, geg├Ânnt hatte. Anschlie├čend sah ich mir die LAST HEIRS Pr├Ąsentation an, die mir pers├Ânlich besonders gefiel. Das Thema war ÔÇ×Work-WearÔÇť und dementsprechend n├Ąhten, shooteten und malten die Models w├Ąhrend sie f├╝r die Kameras der G├Ąste posierten. Auch ich scho├č dann einige Polaroids, unter anderem von Patrick Mason, dessen Show ich auf der Alternative Fashion Week gesehen hatte und ging weiter zur coGallery.

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Dort zeigte das Kaltblut-Magazin den Modemacher Nico Sutor. Auch diese gefiel mir gut und Sofia, mit der ich wieder einmal unterwegs war, erkannte auch sofort einige ehemalige Topmodel-Kandidaten, die in den White Rooms der Torstra├če posierten.

Ein wenig melancholisch und auch ein wenig froh, wache ich am Freitag Morgen um ach Uhr auf. Schlie├člich war dies der letzte Tag dieser vollbepackten Woche. Ich zog mich an und um und fuhr mit der Bahn ins Kaufhaus, um mir VLADIMIR KARALEEV anzuschauen. Es war 10 Uhr und der Runway wurde mit lautem Techno beschallt. Doch man verzieh dem Designer schnell, denn die Show war sch├Ân und gut und das beste, was ich bisher auf der Berliner Modewoche gesehen hatte. Anschlie├čend fuhr ich zum Berliner Modesalon, ging auf die Terrasse, die einen umwerfenden Blick auf das leicht poshe Berlin zeigte, wo sich die gesamte deutsche Modebranche auf Sekt und eine heimliche Zigarette trafen.

Unter anderem pr├Ąsentierte die VOGUE dort Designer wie WILLIAM FAN, FOMME oder auch DAWID TOMASZEWSKI und LALA BERLIN.

Nachdem ich mir genug Mode angeschaut hatte, fuhr ich nachhause, tauschte meine hohen Schuhe gegen Jeans und Adiletten und gab meinen Film, gef├╝llt mit guten Bildern von der bisherigen Woche. So hoffte ich zumindest. Nach meinem kurzen Spaziergang ├╝ber die Turmstra├če zog ich mich schnell um und fuhr zur MARINA HOERMANSEDER Show.

Das sch├Ânste Outfit hatte ├╝brigens Gia (Lala Berlin) an. Nach der Show, die nat├╝rlich von zahlreichen G├╝rteln und R├Âcken und kulturellen (russischen) Einfl├╝ssen gepr├Ągt war, musste ich dann auch fix ein Polaroid von Gia + Dandy Jakob, bevor es wieder anfangen w├╝rde zu regnen.

Zu Michael Sontag schaffte ich es dann doch nicht mehr, nahm stattdessen einige ÔÇ×Marina-DrinksÔÇť mit Suzie Grime, w├Ąhrend diese sich live auf Instagram mit ihren Followern unterhielt. Schlie├člich traf ich niemand minderen als Teenie-Idol Facehunter auf der Zeit-Magazin Party in K├Âpenick und konnte noch einen kurzen Blick auf Thomas Hayo im Katerblau werfen. Um 9 Uhr morgens war ich zuhause und fiel zufrieden und ersch├Âpft von all den modischen Endr├╝cken zur├╝ck in meine Leo-Bettw├Ąsche. Meine allererste Fashion Week: check.

Category: Special

Tags: Berlin, Fashion Week Berlin, mbfwb, Modesalon

Von: Angelika Watta

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