Felipe Oliveira Baptista verlässt Lacoste

🐊 😢
via @felipeoliveirabaptista

Nach acht Jahren verlässt Felipe Oliveira Baptista das französische Modehaus mit dem Krokodil auf der Brust. Seit 2010 war er der Creative Director von Lacoste. Auf Instagram spricht er von dem „Ende einer Ära“. Die Marke hätte „acht wunderbare Jahre“ mithilfe von „dem Talent und Support von jedem bei Lacoste, besonders dem großartigen Design Studio“ ermöglicht.

Dann schrieb er noch eine ellenlange Aneinanderreihung von Positionen, die man in einem Modehaus eben so annehmen kann und bedankte und verabschiedete sich somit vom Model über den Grafikdesigner über die PR-Leute bis zum Fotografen bei so ziemlich jedem, den er in den letzten acht Jahren so auf den Fluren von Lacoste begegnet ist. 

Der CEO der Brand, Guibert, sagte in einer Pressemitteilung dann so Dinge, die man eben sagt, wenn ein doch für die Brand sehr erfolgreicher Designer das Haus verlässt: „Nun wird eine neue Bühne eröffnet und ich bin extrem selbstbewusst, wenn es um den künftigen Erfolg der Marke geht, die emblematisch das Französische Know-How mit Eleganz verbindet.“ 

Baptista schaffte es innerhalb seiner achtjährigen Amtszeit aus der alt eingesessenen Marke, der Poloshirts in Opas Schrank, wieder etwas Zeitgemäßes zu schaffen, das auch in der Garderobe der Cool Kids zunehmend vorkommt. 

Dafür kooperierte er –  wie es die meisten Brands heute ja so gerne tun – mit Marken wie Supreme, dessen Kollektion natürlich und erwartbar innerhalb von wenigen (genau 16) Minuten ausverkauft war – und tat sich für die letzte Kollektion mit der Organisation „Save our species“ zusammen, bei dem das Krokodil auf der Brust größtenteils durch bedrohte Arten ersetzt wurde und die Einnahmen für eben diese gespendet wurden. 

LACOSTE x SAVE OUR SPECIES

LACOSTE x SUPREME

Bereits als Aber Elbaz das Pariser Modeunternehmen Lavin verließ und die Gerüchte langsam hochkochten, dass auch die große Phoebe Philo ihren Chefdesigner-Posten bei Céline aufgeben wolle, beschäftigte sich The Fashion Law mit der Frage, was Designer wohl dazu brachte, ihren erfolgreichen Job bei einer angesehenen, funktionierenden Brand hinter sich zu lassen.

Ob es nun wirklich der Wunsch nach „mehr Zeit mit der Familie“ ist, wie es bei Philo gewesen sein soll, oder aber das Bedürfnis danach, sich weitergehend auf die eigenen Projekte zu konzentrieren.

Angemerkt wird unter anderem, dass die Modesaisons sich vor allem im Zuge der Digitalisierung nahtlos aneinanderreihen und Social Media das Rad von Trends, Relevanz und Aktualität immerzu beschleunigt. Jeder will zuerst zeigen, zuerst haben, zuerst verkaufen. Das setzt wohl auch die Großen unter Druck, den sie nach Jahren der Hingabe nicht mehr standhalten können. Zunehmend steigt auch der Druck der Verkaufszahl bei dem gleichzeitigen Versuch der Creative Director, ihre Kreativität voll auszuleben – gerade weil diese sich ja immerzu mehr als Künstler sehen, statt nur als Dienstleister.

Aus welchen Gründen auch immer sich Baptista nun letztlich entschied, Lacoste zu verlassen, bleibt unklar. In den nächsten Monaten schon soll der neue Creative Director des Hauses verkündet werden. Wettanträge, Vorschläge, Spekulationen und Gerüchte nehmen wir gern an.

 

Category: News

Tags: Baptista, lacoste

Von: Carl Jakob Haupt

Instagram