Fair Trade Labels: Muss Weltrettung wirklich so scheiße aussehen?

Der Trend zur Nachhaltigkeit und fair produzierter Ware findet auch seit ein paar Jahren in der Modebranche statt. Grundsätzlich ist das natürlich eine tolle Sache, eine unterstützenswerte Bewegung.

Doch warum müssen die Designs von Fair Trade Fashion Labels immer so übel aussehen? Noch immer.

In der Mode geht es primär um Design, Stil und Optik – was oberflächlich klingen mag, macht jedoch die Branche aus. Es bildet ihre Basis, Daseinsberechtigung und zugleich größte Stärke.

Der Versuch, die Optik der Entwürfe in den Hintergrund zu stellen und alleine die gute Sache, den fair produzierten Stoff oder den Verzicht von tierischen Produkten für die Herstellung als Verkaufsargument anzuführen, ist in der Modebranche zum Scheitern verurteilt.

Nichtsdestotrotz versuchen immer mehr Labels, mit genau dieser Strategie erfolgreich zu sein, was teils zu abgrundtief beschissenen Ergebnissen führt:

ARMED ANGELS ist vermutlich der bekannteste Vertreter dieser schnell wachsenden Label-Gattung und verantwortlich für diverse visuelle Fehltritte: Auf den T-Shirts des Kölner Labels findet man schonmal eine Anleitung zum Schneemann bauen oder Pinguin-Sketche. Irre witzig.

Verglichen mit den Entwürfen von 3 Freunde sind die von Armed Angels aber noch wahre Glanzleistungen.

Denn 3 Freunde sind sich nicht zu schade das Siegel „Bio Fair Klimaneutral“ mit Regenbogen-Blümchen-Grafik zu hinterlegen und auf Hoodies zu drucken. Der Produzent wird hier vielleicht fair bezahlt, dem potenziellen Kunden wird jedoch Einiges zugemutet.

Ebenfalls destaströs: GREEN SHIRTS, deren Claim „Social Eco Wear“ schon viel über die schlicht nicht vorhandene Modeaffinität der Macher aussagt. Gleich eine ganze Armada an Designern arbeitet bei Green Shirts an den Prints mit catchy Sprüchen wie „think green“ oder „Wenn nicht jetzt wann dann?“. Wow.

Auffällig ist die starke Häufung von Tier- und Waldmotiven in der Fair Trade Szene. Beliebt sind vor allem Elche und Tannen im Skizzen-Look. Kopieren die „Designer“ etwa die Entwürfe von Peek & Cloppenburg vor 4 Jahren oder handelt es sich gar um einen Fetisch der Weltretter?

Guter Zweck, hin oder her, kein Mensch mit einem Funken Stil in seinem Leib wird sich im Jahr 2015 freiwillig so ein T-Shirt überziehen, und das völlig zu Recht.

Zu allem Überfluss sind nicht nur die Prints, sondern auch die Schnitte der Fair Trade Labels zum Haare raufen. Körperbetont muss es sein, es gibt schräge Knopfleisten (wtf?) und furchtbare Panties für Girls, die so unglaublich unsexy aussehen, dass man sie auch als Verhütungsmittel (NOCH sicherer als “Coitus interruptus”) einsetzen könnte.

Zum Abschluss ein kleiner Tipp an die viel zu oft Moralkeulen-schwingenden Macher der Fair Trade Labels:

Denkt doch ab und zu mal an die Optik eurer Entwürfe. Ein wenig mehr Stil und die Menschen würden tatsächlich – dank euch – damit beginnen fair produzierte Designs zu kaufen.

So würdet ihr die Welt schlussendlich doch noch zu einem besseren Ort machen.

Text: David Jenal

Category: News

Tags: Fair Trade Fashion

Von: David Kurt Karl Roth

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