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NEWS

 

Exploding Talent: Michael Kampe

Ein  Talent, das noch nicht zu einer Erwähnung auf Dandy Diary gekommen ist, ist Michael Kampe. Eine Schande, denn seine Designs sind schlicht und ergreifend großartig. Er steht im Finale des diesjährigen Hyrères Festivals. Mehr als gerechtfertigt, wie wir finden. Seine Männerkollektion, die ihn ins Finale des renommierten Festivals brachte, ist, nun ja, explosiv.

Foto: 4.bp.Blogspot.com

Inspiration fand der junge Designer in Exploded-View Zeichnungen und Plänen, die man in Ingenieursbüchern findet. Wie es dazu kommt, das sich Kampe auf explosive Männermode spezialisiert hat, erläutert er in einem Interview für die Vice: „Männermode ist voller Regeln, daher erschien mir explodierende Männermode etwas Gutes zu sein“. Für seine Diplom-Kollektion hat er Kleidungsstücke, wie Trenchcoat und Parka, genommen, sie auseinander gerissen und mit neuen Dingen wie mit digital bedruckter Baumwolle auf Schaum zusammengefügt.

Foto: Vicestyle.com

Herausgekommen ist eine Kollektion, die wir in dieser Form noch nicht gesehen haben. Vom 29. April bis 2. Mai heißt es Daumen drücken für Kampe. Denn dann wird er im Finale der 26. Ausgabe des Hyéres Festivals stehen. Doch auch wenn der Jungdesigner nicht gewinnt, ist die Chance recht groß, das ein Talent aus Deutschland gewinnt. Da auch Dinesen und Mallwitz im Finale stehen. Drei deutsche Talente, die allesamt Männermode kreieren, im Finale von Hyrères – ein verdammt gutes Zeichen.

LOOKS

SPECIAL

 

Dandy Diary Rattenflitzen

David und mich eint neben der gemeinsamen, harten Arbeit hier bei DANDY DIARY vieles: wir standen beide auf unsere schwarzhaarige VWL-Lehrerin und auf Janine aus der ersten Reihe, waren in den 90ern BVB-Fans, lieben die kleinen 0,25-Liter Heineken-Flaschen und feurig scharfes veganes Essen, wir lesen beide immer sonntags den Spiegel und, und, und, und, und – es gibt da sehr viel. Und: wir hassen nichts mehr als Ratten.

Wobei Hass krass untertrieben ist. Wir haben eine gehörige Scheiss-Angst vor den Viechern, sodass David einst in einem Restaurant in Shanghai, in dem er während des Essens eine Ratte flitzen sah, kreischeind mit einem Satz auf den Tisch sprang, und ich mich in New York vor den Attacken meiner Geschwister in Acht nehmen muss, die sich einen höllischen Spaß daraus machen, gegen die überall rumliegenden Müllsäcke zu treten, in denen logischerweise immer mindestens eine fettgefressene Ratte hockt und dann panisch raus- und mir möglichst über den Fuß springt. Allein der Anblick einer Ratte führt bei uns sonst so harten Mode-Typen zu Schockstarre, spitzen Schreien, purer Verzweiflung und dem ein oder anderen peinlichen Sprung. Einer von uns hat sich vor Schreck und Todesangst sogar mal selbst angepinkelt. Wer das war, verraten wir der Fairness halber aber nicht.

Als wir dann neulich geschäftlich in Mumbai (Indien) waren, lauerte die bis dato härteste Prüfung in Sachen Ratten auf uns. Etwa die Hälfte der 12 Millionen Einwohner lebt in Slums, davon viele ohne festes Haus und somit ohne Wasser und ohne Toilette. Große Teile der Stadt gleichen einer Müllhalde: überall liegen Plastikmüll, Schrott, tote Katzen, undefinierbare braune Pfützen. Und es gibt erschreckend viele Ratten. Irrsinnig viele. Brutal viele. Ekelhaft viele.

Während die Menschen in Mumbai offensichtlich größere Probleme haben, als sich um die an allen Ecken hockenden, gemächlich futternden Ratten zu kümmern, standen wir idiotischen, verwöhnten Westler permanent unter Strom. Wir hatten saumäßig Schiss vor den Biestern – unseren ärgsten Feinden.

Um euch ungefähr eine Vorstellung davon zu geben, wie wir in dauernder Angst durch die engen Gassen Mumbais flitzten, um bloß nicht auf eine Ratte zu treffen, haben wir ein Video davon gedreht, das ihr euch hier anschauen könnt. Wir flitzen darin in atemberaubender Geschwindigkeit an den einzigen Ort, an dem es keine Ratten gab: ans Meer. Dort harrten wir drei Tage und Nächte aus, dem verdursten Nahe, und ließen uns dann von der goldenen Segelyacht eines befreundeten Trilliardärs abholen und zurück ins saubere, kalte und etwas weniger rattige Berlin fliegen.

 

 

Beim Rattenflitzen trugen wir Converse Chuck Taylor “Rubber” Schuhe, David eine Hose von Weekday und ein Shirt von Hugo Boss, ich Wifebeater und Hotpants von American Apparel.

Von: Jakob

 

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Bake in the sun Candy Dave! Pic by @tanzekind

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