Es wird gemischt, bis beides eins ist: Leben und Arbeiten

Auf Einladung des chinesischen Elektronikherstellers HUAWEI taperten wir vergangene Woche, wie so oft bei solchen Events, ins Soho House, hier in Berlin, am anderen Ende der Torstraße. Und kurz nachdem eine Blogger-Kollegin mir gestand, dass sie in der Nacht zuvor geträumt hatte, ich hätte ihre Yoga-Matte gestohlen, ging es auch schon los, mit der Diskussionsrunde, für die wir ja eigentlich gekommen waren.

Die erfrischend heterogene Gruppe der Diskutanten, die dort nun Ergebnisse einer Studie zum 2000er Mega-Thema Work-Life-Balance besprachen, sah vor allem dank dem französischen Supermodel Baptiste Giabiconi bestechend gut aus.

Und weil es eben kein Party-Smalltalk war, in den wir hier reingestolpert waren, sondern ein von HUAWEI initiiertes EVENT, um deren neues Smartphone Mate8 und dessen Vorzüge vorzustellen, wurde nun auch schnell Tacheles geredet.

Die in Berlin lebende Linsey Fryatt, die die absurd moderne Jobkombination Start Up-Gründerin und Pilates-Lehrerin performt, sagte – und da stimmen wir voll zu: “We’re increasingly seeing work/life blend over work/life balance.” Balanciert wird hier schon lange nichts mehr, es wird gemischt, bis beides eins ist: Arbeit und Leben.

Agnes Uhereczky, deren Jobtitel ebenso modern wie angsteinflößend klingt:”workplace transformation specialist”, sagte dazu: “The inability to switch off is a modern epidemic. We need to let people decide what’s important to them: Family? Work? Social life and let them build the way they work around that. Whether that’s working in an office or at home, even if it means working on bean bags!”

Als nächster Apologet einer work/life-blendenden Zukunft sagte der Co-Working-Space-Hausbauer Yatan Blumenthal: “In the past 10 years co-working spaces have become more and more popular and you can see why. In these spaces, you are doing you own work but next to someone doing something completely different – programmer, chef, journalist. There’s always opportunity to find a completely new point of view and create something brilliant!”

Kurzzeitig verschreckt von der Zukunftsvision in einem Betahaus auf einem Bohnensack Arbeit und Leben kombinieren zu müssen, waren wir dann doch sehr froh, als auch mal Baptiste Giabiconi, der früher ja den angenehm unvernetzten Beruf des Hubschrauber-Mechanikers ausübte, bevor er von Karl Lagerfeld entdeckt und als lebenszeitliche Muse nach Paris verschleppt wurde, zu Wort kam. Seine Lebenswelt ist dann doch noch etwas näher an der unseren und die Einfachheit seiner Gedanken ein wahrer Trost. Er sagte: “I’m actually very lucky that I’m able to do this job and that I can be in all these different sectors, fashion, music, business, and be an influencer. Balancing it all is hard, can be hard though. I’m often a long way from my family and I can need to find time to connect with my fans regularly. Social media is the perfect for that. I can get in a taxi and instantly connect with my entire community through my social channels.”

Die Botschaft, dass man sein hochgerüstetes Smartphone also auch ganz simpel nur für ein paar Social Media-Posts und einen kurzen Gruß an die heimische Community nutzen kann, entließ uns mit einem wohligen Gefühl in den Abend. Und so schlenderten wir die Torstraße wieder hinauf, bis ans andere Ende, und arbeiteten auf dem Weg die drängendsten E-Mails ab.

Category: News

Von: Carl Jakob Haupt

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