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Drei “Must-Go-Shows”

Zweimal schlafen, dann gehts los: Mittwoch, 10.00 Uhr, beginnt die Berlin Fashion Week. Es ist die neunte Ausgabe der Berliner Modewoche. Mehr als 50 Schauen und Präsentationen werden zu sehen sein. Ein Rekord. Da man angesichts solch eines gigantischen Angebots schnell mal den Überblick verliert, haben wir uns dazu entschlossen drei “Must-Go-Shows” für euch zu benennen. Gar nicht so leicht dieses Jahr, denn es gibt viele Shows, die sehenswert sind, und doch haben wir uns nach langen Diskussion auf die folgenden drei “Must-Go-Shows” einigen können:

“Must-Go-Show” #1: Wood Wood

Foto: Bern.se; Designer des dänischen Labels WoodWood

Das dänische Label Wood Wood zeigt erstmalig im Rahmen der Berlin Fashion Week. Wir haben bereits darüber berichtet. Normalerweise zeigen die Dänen im Freitag Abend Programm, kurz vor Vibskov, während der Kopenhagen Fashion Week. Nicht dieses Jahr. Man hat sich gegen Kopenhagen und für Berlin entschieden, ein Glück für uns, ein Glück für die Berliner Modewoche.  Wood Wood – ein absolutes Highlight der Fashion Week in Berlin.

“Must-Go-Show” #2: Iris van Herpen

Foto: Fashion-Affair.com; Designerin Iris van Herpen

Iris van Herpen macht keine Männermode. Trotzdem hat sie es unter die “Must-Go-Shows” auf Dandy Diary geschafft, denn ihre Mode ist einzigartig und ihre Show gehört fraglos zu den Highlights der diesjährigen Fashion Week. Sie kommt aus Holland, präsentierte ihre Mode zuletzt in Paris und London, dieses Mal in Berlin. Sehr schön. Mit Hilfe  von 3D-Technik erstellt sie wahnsinnige Kreationen, die auch die Zuschauer im “weißen Zelt” in Berlin begeistern werden.

“Must-Go-Show” #3: Vladimir Karaleev

Foto: Flickr.com; Modemacher Karaleev

“Berliner Shootingstar”, so nannte die Vogue  Karaleev nach seiner letzten Show in Berlin. Zu Recht, wie wir finden. Denn seine Mode ist erfrischend unkonventionell. Seine Modenschau war, zur Überraschung vieler, der Höhepunkt der letzten Berlin Fashion Week. Und auch dieses Jahr erwarten wir uns viel von dem talentierten Bulgaren. Also: Karaleev ist eine absolute “Must-Go-Show” für jeden Liebhaber von guter Mode.

NEWS

 

Machs dir selbst: Customizing bei Gucci

Nachdem GUCCI erst vor wenigen Tagen eine erwartungsgemäß starke Zwischenkollektion präsentiert hat, folgt sogleich die nächste, fantastische Nachricht aus Mailand:

Ab sofort gibt es auch beim italienischen Traditionshaus die Möglichkeit des Customizing.

Das Programm umfasst bisher nur eine Handtasche, soll aber demnächst auf Schuhe und die Maßkollektion für Männer ausgeweitet werden. Es ist also eine Frage der Zeit, bis wir uns perfekt sitzende Anzüge von oben bis unten mit Herzen, Blitzen, Libellen und Sternen besticken werden. Und das nur, um damit dann den Hermannplatz auf und ab zu flanieren.

Sowohl die zur Auswahl stehenden Symbole als auch der Akt des Customizing selbst sind mehr als nur Ausdruck des gesellschaftlichen Bedürfnisses nach immer mehr Individualismus. Auch und vor allem ist die momentane Gucci-Ästhetik Vorbote des bald und endlich über uns hereinbrechenden Comeback der 00er Jahre inklusive Ed Hardy, Truckercaps und ganz viel Kitsch.

Wir freuen uns jetzt schon sehr und gestalten bis dahin eben ein paar Handtaschen. Das macht sicher extrem Spaß – wie so alles eben, was derzeit aus dem Hause Gucci kommt.

SPECIAL

LOOKBOOKS

 

Chris Brown x SNIPES – Capsule Collection

Nachdem SNIPES neulich schon mit dem Rapper Machine Gun Kelly kollaborierte, geht es nun mit Chris Brown in die nächste Runde. Passend zum Style des Sängers gibt es eine Capsule Collection mit Kapuzenpullovern in pastelblau und rosa, einem astreinen Jogginganzug, der selbst jeden Ost-Londoner Halbstarken Stolz machen würde und einem Trikot-Jersey. Alles auf den Punkt genau zeitgemäß. So macht man das heutzutage.

Der Sänger, der – glaubt man der Legende (was wir ja immer sehr gern tun) – in einer Tankstelle aufwuchs, mit 15 Jahren entdeckt wurde und dann schnell seinen ersten Nummer 1-Hit hatte, sagt zur Zusammenarbeit mit dem Streetwear-Label: „SNIPES fördert Kreativität und versteht, dass Künstler sich entwicklen. Mir als Künstler ermöglichst das mit einer Lifestyle-Brand ohne Kompromissen zu arbeiten und meine Kreativität zum Ausdruck zu bringen.“

Im zur Kollektion erscheinenden Video zeigt Brown dann auch gleich mal, wie GENAU er seine Kreativität zum Ausdruck bringt: er tanzt extrem smooth durch die Gegend, junglet durch die nächtliche Großstadt und malt ein Graffiti auf eine Leinwand.

Die Chris Brown x SNIPES-Kollektion ist ab dem 6. Juni online auf www.snipes.com und in ausgewählten SNIPES-Stores erhältlich. 

 

VIDEO

TRENDS

 

Soft Hardcore: Der Siegeszug der Metal-Hipness

Spätestens, seitdem es Kiss-Bassist Gene Simmons vor zwei Jahren verkündete, ist Rock offiziell tot. In musikalischer Hinsicht sind Hiphop, elektronische Musik und naturgemäß Pop tonangebend. Und auch auf subkultureller, modischer und gesellschaftlicher Ebene schien Rock mehr und mehr stiefmütterlich behandelt, ja, nahezu bedeutungslos. Bis jetzt.

Denn: Die Metal-Ästhetik und mit ihr die Logos und Artworks von dem Genre zugehörigen Bands sind angesagter denn je. Justin Bieber trägt regelmäßig T-Shirts mit Metallica-Prints, Supreme hat bereits mehrfach mit Black Sabbath eine Kooperation herausgebracht, deren Käufer vermutlich noch nie auch nur einen Song der Band gehört haben. Und eine mehr als offensichtliche Iron-Maiden-Referenz gab es bereits bei Balenciaga zu bestaunen.

Flammen-Motive, über deren modische Relevanz wir bereits hier berichtet haben, sind vor allem dank Vetements wieder und völlig unerwartet mehr als hip, ebenso wie Schriftzüge in Fraktur und ein religiös-mystisch anmutender Vibe. Die Fraktur hat Kanye West mit seinem Merch zu „The Life of Pablo“ kurzerhand zumindest halbwegs von ihrem in der rechten Szene verorteten Image befreit. Und Rick Owens vertritt seit Jahren hoch erfolgreich eine verrucht-rockige Stimmung, die nicht mehr nur im Berghain gut anbekommt.

Die Rückkehr einer in ihren Grundzügen maskulin-aggressiven Ästhetik hängt mit Sicherheit mit dem sich wandelnden Männerbild zusammen, über das Adriano Sack und Frederik Schwilden bereits an dieser Stelle schrieben. Während die für Männer typischen, vor Kraft strotzenden und prolligen Eigenschaften mehr und mehr verloren gehen, findet auf ästhetischer und stilistischer Ebene eine Kompensation eben dessen statt: Tattoos, Bärte, gestählte Körper und auch der Metal-Szene entlehnte Codes und Motive lassen den vermeintlich geschwächten Mann weiterhin stark erscheinen. Zumindest von außen.

Dazu kommt ein Grundproblem, mit dem sich alle Designer konfrontiert sehen: Dem Aussterben der Subkulturen. Während es in den vergangenen Jahrzehnten unter Jugendlichen zum guten Ton gehörte, sich von der Masse abzugrenzen, einer Subkultur zuzugehören und so Rebellion und das Anders-Sein zu üben, wollen Jugendliche mittlerweile – zumindest laut der letzten Sinus-Studie – Mainstream sein.

Daraus lässt sich nunmal reichlich wenig Inspiration ziehen. Und so wird auch weiterhin auf bereits vorhandene und bereits totgeglaubte Strömungen und Stile zurückgegriffen werden müssen. Das ist aber völlig in Ordnung, besonders dann, wenn es doch so gut und lässig aussieht wie die Metal-Ästhetik.

Text: David Jenal

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Nichts sehen, nichts hren, nichts sagen von wegen. Dran bleiben! @allthedog pic @maxmotel

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