Die VOGUE schmeißt eine Party für BALMAIN x H&M und keiner schämt sich

Die deutsche VOGUE hat gestern Abend in Berlin eine “Pre-Shopping-Party” (Vogue) für die neue Kollektion von BALMAIN x H&M veranstaltet. Und als wäre das nicht ohnehin schon eine Bankrotterklärung für journalistische Unabhängigkeit sowie den letzten Funken High- Fashion beim Münchner Ableger des weltbekannten Luxusmagazins, kam dann tatsächlich auch gut die halbe deutsche Modebranche. VOGUE-Chefin Christiane Arp hatte sich den Ramschverkauf gesichtswahrenderweise gespart. Das half aber auch nicht mehr.

Besonders hier aus der Distanz, hunderte Kilometer entfernt von Berlin, wirkt das alles noch kleiner, noch unwürdiger, als es wahrscheinlich ohnehin schon war: ein Sale für geladene Gäste aus Prominenz und Modebranche, dessen Zweck es ist die Werbetrommel für eine ästhetisch völlig indiskutable Designer-Kollektion eines der größten Modehäuser der Welt zu rühren.

Jegliche Berührungsängste zwischen Credibility (dafür waren einige Blogger, sowie der Musiker Ahmad Larnes von Schwarz Don’t Crack geladen), Yellow-Press-Stars (Sylvie Meis), Branchen-Profis (PR-Agentur Inhaberinnen) Fernsehmodels (Lena Gercke), Billigtextilien (H&M) und Luxusbranche (VOGUE) wurden über Bord geworfen, während an den Kleiderstangen um die besten Stücke gerangelt wurde. Nach 20 Minuten, schreibt die VOGUE mit unverhohlenem Stolz, sei alles ausverkauft gewesen. Ein voller Erfolg.

Dass das Ganze dann auch noch in der Event-Kirche St. Agnes stattfand, Heimat nicht nur der bekannten Galerie von Johann König, sondern auch Redaktionssitz des weltweit geschätzten 032c-Magazins und mittlerweile sehr häufig stattfindender Veranstaltungen, die sich gerne im Dunstkreis von High-Fashion und Kunst sehen, hilft wohl auch vor allem dem Vermieter, der hoffentlich einen Sack voll Geld bekommen hat, und H&M. Dem Ort an sich nimmt es das Besondere, etwas mehr Demut, vielleicht auch eine Event-Kur, wäre wohl nicht das Schlechteste.

Aus der Ferne betrachtet, wirkt das alles und jeder einzelne Gast so beschämend, so jämmerlich, ja: kräpelig. Aber was wissen wir schon. Wir waren ja nicht eingeladen.

Category: Special

Von: Carl Jakob Haupt

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