Die Mode reagiert: COVID-19

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Face Mask Action: London Fashion Week

Face Mask Action: New York Fashion Week

 

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„Geisterspiele“ kannten wir bislang vor allem aus der Fussball-Welt. Spiele, die aufgrund von Sanktionen ohne Publikum ausgetragen werden müssen. Ohne Publikum fand auch die Giorgio Armani Herbst / Winter 2020 Fashion Show während der Mailänder Modewoche statt. Sonntagmorgen wurde eine E-Mail mit dem Betreff „URGENT“ vom Armani Pressebüro an die Gäste schickt, um sie zu informieren, dass Giorgio Armani sich dazu entschieden hatte seine Fashion Show ausschließlich per Live-Stream zu zeigen, der Grund: der Coronavirus.

Italien ist das erste europäische Land, das von dem Coronavirus ernsthaft betroffen ist, gestern am späten Abend wurde bekannt gegeben, dass bereits der siebte Patient an dem grassierenden Virus gestorben ist. In Norditalien sind über 229 Menschen infiziert. Neben der Giorgio Armani war es Michael Kors der sich gezwungen sah sein Event – er hätte seine 007 Capsule Collection präsentiert – während der Mailänder Modewoche abzusagen. Über 1000 chinesische Journalisten, Buyer und Designer, so die Schätzungen der “Camera Nazionale della Moda Italiana (CNMI)”, sind diese Saison nicht nach Mailand zur Modewoche gekommen.

In Mailand war das Coronovirus das Gesprächsthema No. 1: „In den Luxus-Stores an der Via Montenapoleone trugen die Verkäufer plötzlich Atemschutzmasken, in den Showrooms der großen Marken wie Gucci oder Prada standen Desinfektionsmittel auf der Toilette“, so berichtet Marcus Luft aus der Mode-Metropole.

Diverse chinesische Brands, darunter Ricostru, Angel Chen und Hui, präsentierten diese Saison ihre Kollektionen nicht in Mailand. Und in China, dem Ursprungsland von Covid-19, schließt – temporär – ein Mode-Luxusstore nach dem anderen. Zudem sind die Messen von der Coronavirus-Epidemie betroffen: die Chic Shanghai wurde verschoben und die Ispo Beijing – eine Sportartikel-Messe – wurde komplett abgesagt. Die mediale Omnipräsenz und Hysterie rund um das Thema COVID-19 übt auch einen ästhetischen Einfluss aus: Während der Fashion Weeks in New York und London wurden vielfach Besucher mit Face Masks gesehen.

Die, so die Experten, nicht wirklich hilfreich sind, um sich vor dem Virus zu schützen. “We don’t have great evidence in their effectiveness,”  so Dr. Vanessa Raabe,  Professorin der Infektionskrankheiten in der Pädiatrie in der NYU Langone, im Interview mit der New York Post. Die meisten Masken, die getragen werden, sind nicht fest genug um Mund und Nase verschlossen, so dass noch immer die Gefahr besteht, dass infektiöse Partikel eingeatmet werden, außerdem, so Experten, stellen auch nicht geschützte Augen ein Risiko dar.

Unabhängig von diesen Erkenntnissen gibt es aktuell weltweit einen Run auf Face Masks: Apotheken können den Bedarf nicht decken, bei AMAZON kommt es zu Lieferengpässen und 02TODAY und Vogmask – die zwei Größen im Mundschutz-Business kommen mit ihrer Produktion gar nicht mehr nach. So lang COVID-19 grassiert, wird auch der Trend rund um Face Masks nicht abebben. Die Mode – als Spiegel der Gesellschaft – wird reagieren, indem mehr und mehr Brands ihre eigenen Face Masks auf den Markt bringen. Zum Stadtbild der Zukunft (auch in der Post-COVID-19-Ära) werden, nicht nur in den asiatischen Metropolen, sondern auch in Europa, Menschen mit Atemschutzmasken gehören, die sich schützen wollen vor Abgasen, Krankheiten und Blicken.

Category: News

Tags: Coronavirus, COVID-19

Von: David Kurt Karl Roth

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