Die Kering-Kampagne: Gewalt gegen Frauen mit Hashtags stoppen

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Alle Jahre wieder, am 25. November, dem internationalen Tag der Gewalt gegen Frauen, startet der französische Luxuskonzern KERING die „Kering White Ribbon Campaign“.

Das Konzept: Ein massentauglicher Hashtag – letztes Jahr #BeHerVoice, in diesem Jahr #ICouldHaveBeen. Dazu schwarz-weiße Bilder bekannter Persönlichkeiten. In diesem Fall sind es passend zur sechsten Runde der KERING-Kampagne auch sechs Botschafter. Darunter GUCCI-Gott Alessandro Michele, Stella McCartney als auch Christopher Kane.

„I could have been Camille“, findet Michele. „Eins von drei Mädchen und Frauen erfahren weltweit Gewalt“, steht auf seinem Werbe-Bild. 2017 werden Männer dazu aufgefordert sich vorzustellen, dass sie genauso gut im Körper einer Frau hätten geboren werden können. Es ist die Aufforderung nach einem Perspektivwechsel. Frei nach dem Motto: Es hätte genauso gut dich treffen können.

Was bei all der Aufmerksamkeit für den sozialen Misstand nicht fehlen darf, ist natürlich das Kering-Logo über dem Bild. Man darf schließlich auch nicht vergessen, wer sich hier so werbetauglich für die armen Frauen einsetzt. Ein Trend, der die Mode zurzeit zu überfluten scheint. VOGUE findet: „Die Modebranche hat ihre soziale Verantwortung wiedergefunden.“

Stimmt. DIOR fragte ja bereits vor einigen Monaten, was wir denn so für Liebe tun würden und forderte uns dazu auf, eine kurze Video-Antwort dazu hochzuladen. Für jedes Video – und natürlich für die Verwendung der DIOR-Hashtags würde dann 1$ an die WE-Charity gespendet. Und auch das Branchenmagazin The Business of Fashion (BoF) rief zu Anfang des Jahres die Szene dazu auf, sich ein weißes Bandana um das Handgelenk zu binden, es stehe ja für Frieden.

Dabei hat das Mode-Business wohl weniger das Gefühl for soziale Missstände für sich entdeckt, sondern doch viel eher, wie man möglichst PR-tauglich seinen Profit aus der Affäre ziehen kann. Social-Media-Kampagnen können zwar enorm viel Aufmerksamkeit generieren – aber eben auch für einen enorm kurzen Zeitraum.

Oder spricht man in der nächsten Saison noch von „Camilla“ oder doch lieber Alessandro Michele? „Ich könnte sein.“ „Was würdet ihr für Liebe tun?“ – Am Ende bleibt hier vor allem der Konjunktiv.

Category: News

Tags: Alessandro Michele, Campaign, Christopher Kane, Dior, I Could Have Been, KERING, Stella McCartney, vogue

Von: Carl Jakob Haupt

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