Der Siegeszug des Fanschals

Es ist nicht so, dass Fußballfans im Allgemeinen und ihre Kleidungsgewohnheiten im Speziellen Vorbilder für den weniger sportbegeisterten Teil der Bevölkerung wären. Ein, vielleicht sogar das wichtigste Accessoire eines jeden echten Ultras, Hooligans oder Erfolgsfans hat es im letzten Jahr aber in die Kollektionen großer und wichtiger Labels und damit auch in die Regale der Concept Stores von London, Berlin und Paris geschafft: der Fanschal.

Bei Comme des Garcons gibt es die bunten, grob gestrickten Teile schon länger. Und seit diesem Jahr sinnigerweise auch bei Gosha Rubchsinskiy, der ja in der Produktentwicklung vom japanischen Label unterstützt wird und auch auf dessen Produktionsstätten zurückgreifen kann. Die Modelle des russischen Designers waren innerhalb kürzester Zeit vergriffen, was neben dem überraschend niedrigen und fanfreundlichen Preis von 30€ auch auf die gute Sichtbarkeit der Logos und soviettypsichen Schriftzüge zurückzuführen sein dürfte.

Der Schal ist nicht das erste Relikt, dessen sich die Mode am Fußball bedient. Trikots sind dank der Nu Lads nicht erst seit gestern beliebte Alternative zu T-Shirts, was sicher auch auf eine allgemein sportlichere Mode zurückzuführen ist. Dass für die Mode eine gewisse Faszination von der Härte und der Dynamik der Weltsportart ausgeht, ist aber nicht von der Hand zu weisen.

Dass gerade der Fanschal jetzt eine wichtige Rolle spielt, verdankt er auch seiner eigentlichen Funktion: er war schon immer identitätsstiftendes Merkmal und symbolisierte eben nicht nicht nur Zugehörigkeit, sondern auch Gemeinschaft und Zusammenhalt – zentrale Begriffe der Fankultur, soweit wir das aus der Ferne beurteilen können. Und was für Fußballfans ihr Verein, das sind für den modeinteressierten Städter die von ihm geschätzten Labels und Marken. Der Schal wird letztlich zum Code, zum Erkennungsmerkmal: wie man trägt ihn, so gehört man dazu. Die eigentliche Funktion, der Schutz vor der Kälte nämlich, gerät da schnell in den Hintergrund.

Auch beim von uns sehr geschätzten Münchner Label A Kind of Guise gibt es jetzt Fanschals, und zwar gleich vier verschiedene. Das macht sehr viel Sinn, erscheinen die Teile doch anlässlich des vierjährigen Bestehens des Stores der Marke in München. Die Schals greifen hauseigene Claims ebenso auf wie aktuelle Trends. Es gibt Zartrosa, Frakturschrift, Drachen, Smileys – Wünsche bleiben also keine offen. Produziert wurden die Teile – wie alles bei A Kind Of Guise – in Deutschland.

Ab dem 1. Dezember gibt es die Schals in den AKOG Stores in München und Berlin und online. Sie sind auf 30 Stück pro Design limitiert. Wir legen euch sie wärmstens ans Herz. Und um den Hals.

Category: Trends

Tags: A Kind of Guise, Comme des Garcons, Fanschal, Gosha Rubchinskiy

Von: David Jenal

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