Der Hipster ist tot. Kommt jetzt der Yuccie?!

Die erste ernsthafte Gegenbewegung zum nach Individualität strebenden Hipster war Normcore.

Die Trendagentur K-Hole prägte den Begriff, NY Mag Journalistin Fiona Duncan verfasste den ersten, weltweit vielfach zitierten Artikel zum Thema Normcore.

MASHABLE Autor David Infante sorgt mit seinem Artikel “The Hipster is dead, and you might not look who comes next” aktuell für Diskussionen rund um den von ihm erfundenen Begriff “Yuccie”. Der Yuccie ist – im Gegensatz zum Normcore – keine wirkliche Gegenbewegung zum Hipster, sondern vielmehr ein Hipster 2.0.

Young Urban Creatives. Weltgewandte, modebewusste, erfolgreiche Menschen zwischen 25 und 35. Die Instagram Kampagnen für Lifestyle-Brands oder Start-ups für nachhaltige, von uns verhasste Brillengestelle aus Bambus gründen. Mit denen sie dann aber ordentlich Knete verdienen.

Infante ist der Meinung, dass die Menschen, die heute als Hipster bezeichnet werden, nicht mehr dem ursprünglichen Rollenbild des Hipsters entsprechen, daher muss ein neuer Begriff her. Die Menschen, die heute Yuccies sind, so Infante, waren vor 10 Jahre noch Hipster.

Ähnliche wie auch der Hipster definiert sich der Yuccie über Konsum. Doch – im Gegensatz zum Hipster, der sein Glück auch in Second-Hand Stores fand – geht es dem Yuccie um Preis und Geschmack. Der “Young Urban Creative” reist zu teuren Indie Festivals, kauft sich Jogginghosen für 80 Dollar und trinkt sau-teures, frisch gezapftes Bier.

Als der Hipster in den Großstäden – vollbärtig, kastige Brille tragend – entdeckt wurde, war der Yuccie noch zu jung um mitzumachen. Er war nicht Teil der Bewegung, sondern Beobachter. Er sah Hipstern dabei zu, wie sie ihr Glück suchten, mit kleinen, liebevollen Boutiquen, die am Ende kein Geld brachten.

Und auch den Nerds wie sie im Zuge der technologischen Entwicklung der Nullerjahre zu Reichtum kam. Aus beiden Modellen – dem Individualist, der chronisch Pleite war, und dem geschmacklosen, nach Reichtum strebenden Yuppie, entwickelte der Yuccie sein eigenes Ideal. Ein Hybrid aus Hipster und Yuppie.

Infante, der sich selbst sich als Yuccie bezeichnet, sagt:  “Ich habe keine Tattoos und keine Schulden, dafür eine Zahnzusatzversicherung. Echte Hipster hätten mich als Yuppie verachtet.”

Um Klarheit zu schaffen, hat Infante eine YUCCIE Checklist erstellt:

Du besitzt diverse Ausgaben von Freedom von Jonathan Franze, Du lässt dich nicht an sichtbaren Stellen deines Körpers tätowieren (nicht hilfreich für deine Karriere), Du hast hunderte von Instagram Follower, doch dein Twitter Account interessiert niemand, Du bist gegen Gentrifizierung, jedoch für neue, hippe Donuts Shops

Seit der Veröffentlichung von Infantes Yuccie Manifest wird im World Wide Web heftig diskutiert. Ist der Yuccie tatsächlich eine neue Bewegung?! Ist der Yuccie es wert, dass man über ihn spricht, schreibt und streitet?!

Wir sagen: Ja! Spätestens mit der Glattrasur von My Theresa Buyer Justin O’Shea wurde der Hipster und die Optik, welche man mit ihm verband, zu Grabe getragen. Daher längst überfällig: ein neuer Begriff für eine neuen Typus.

Die Generation Y muss sich nicht mehr durch stinkige Second-Hand-Läden wühlen oder fusselige Bärte tragen, um die eigene Individualität zu demonstrieren. Das geht auch mit der neuen Apple Watch am Handgelenk.

Category: Trends

Tags: Normcore, Yuccie, Yuppie

Von: David Kurt Karl Roth

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