Das Genie und die Hybris des Virgil Abloh (“according to Virgil Abloh”)

Der neue Louis Vuitton-Menswear Designer Virgil Abloh hat auf seiner ersten Modenschau für das große französische Modehaus ein Wörterverzeichnis, oder besser: Vokabelheft, an alle Gäste verteilen lassen, in dem er seine ästhetische Welt erklärt und vor allem sich selbst erklärt. Der Name “Virgil Abloh” taucht auf den sechs Seiten insgesamt mehr als dreißig mal auf, teilweise zitiert er sich selbst.

In dem stichwortartigen Pamphlet zeigt sich zum einen der holistische Designansatz Ablohs, der sich eben nicht als Designer sieht, sondern als neue Form des “Artistic Directors”, aber auch die Hybris dieses Mannes, der einerseits von der Ironie schreibt, sie sei die Philosophie einer neuen Generation und außerdem sei es doch ironisch, dass er, Virgil Abloh, nun bei Louis Vuitton sei, andererseits nach der dann doch sehr ernst gemeinten Show, die von vielen Kommentatoren als wegweisend beschrieben wird, weil ein schwarzer Junge ohne Mode-Hintergrund nun Designer bei einem der großen Pariser Modehäuser ist, ganz ehrlich in Tränen ausbricht. Coolness und Konzeptionalität haben eben doch ihre Grenzen.

Die Kollegen vom Online-Magazin High Snobiety haben das Vokabelheft abfotografiert und wir übernehmen das hier einfach mal ungefragt (hoffen, das ist okay, David) – auf das sich jeder selbst eine Meinung bilden mag.

1/6

2/6

3/6

4/6

5/6

6/6

Category: News

Von: Carl Jakob Haupt

Instagram