Dandy of the Week: Stéphane Ashpool

PIGALLE war lange Zeit unangefochten der heißeste französische Export in der Grauzone zwischen Streetwear und High Fashion, teilt sich diesen Platz mittlerweile aber mit Demna Gvasalias, dem Boss von VETEMENTS.

Das tut der Erfolgsstory des 2009 gegründeten Labels jedoch keinen Abbruch, im Gegenteil: Das Label ist präsenter und erfolgreicher denn je und gilt als die französische Antwort auf SUPREME.

Für all das ist unser Dandy of the Week verantwortlich: Stéphane Ashpool, Gründer von Pigalle und eine der weltweit wichtigsten Figuren in der Menswear-Szene.

Ashpools grandiose Karriere in der Modebranche begann 2002, als er gemeinsam mit seiner Mutter, ihres Zeichens ausgebildete Choreographin aus Belgrad, die Agentur Vida9 gründete, welche fortan Shows für Szenengrößen wir Rick Owens, Nike und Christian Dior produzierte.

Sechs Jahre später folgte dann die Eröffnung von Pigalle, in der 7 Rue Henry Monnier, wo sich der Store bis heute befindet. In der Anfangszeit konzentrierte sich Stéphane auf den Verkauf von Teilen aus vergangenen Kollektionen von Rick Owens, Sharon Wauchob und Gareth Pugh.

Neben seinem Store war Mr. Pigalle Teil des kreativen Kollektivs PPP, dessen Style und Parties stilbildend für die Pariser Szene war und ist.

Im Juni 2009 war es schließlich soweit, Pigalle war nicht nur mehr ein Store, sondern wurde zum Label. Jede Kollektion hat ihren ganz eigenen Twist, regelmäßig verwendet Ashpool neue Materialien. Verschiedenste Einflüsse finden sich in Kollektionen wieder, am Präsentesten sind aber Basketball und die Pariser Jugendkultur.

Bislang wurde PIGALLE in ca. 20 Stores weltweit verkauft, doch kürzlich hat sich Ashpool dazu entschieden, Pigalle und die zugehörige Pigalle Basketball Kollektion ausschließlich in eigenen Stores und online zu vertreiben.

Damit schlägt er der gleichen, extrem erfolgreichen Weg der US Konkurrenz ein: Denn auch Supreme ist bekannt für eine extrem enge Distribution.

Ashpool ist bei all seinen Projekten Lokalpatriot im besten Sinn. Sein Label ist nicht nur nach dem Pariser Viertel, in dem er aufwuchs und bis heute lebt, benannt, auch finden die meisten seiner Shows direkt in Pigalle statt.

Besonders eng arbeitet Stéphane Ashpool mit Nike zusammen: Seit 2007 gibt es nicht nur immer wieder Kollaborationen zwischen Nike und Pigalle, auch einen der fortschrittlichsten Basketballplätze der Welt hat Pigalle gemeinsam mit dem Sportartikel-Giganten aus Beaverton in Paris realisiert.

Das Prellen des Balles ist auf dem einzigartigen Boden des Platzes nicht zu hören, hinfallen tut selbst der größten Pussy nicht mehr weh und die Vollprofis aus der NBA sind begeistert, nachdem sie auf dem Pigalle-Court gespielt haben. Ashpool hofft, dass der Platz während der olympischen Spiele 2024 in Paris Verwendung findet – sympathischer Größenwahn hat noch keinem geschadet, finden wir.

Das Thema Basketball spielt auch abseits des Platzes eine große Rolle für Ashpool:

Neben der Pigalle Basketball Linie haben auch die meisten der Collabs mit Nike einen Basketball-Bezug (Bälle, Jordans) und, das Beste: Stéphane gibt auch den Trainer für Jugendliche aus seiner Hood und ist mit ihnen auf die Philippinen geflogen, wo sie gemeinsam einen Basketball-Court renoviert haben. Das ist nicht nur höchst engagiert, sondern vor allem: weder scheinheilig noch stillos, wie so viele Charity-Aktionen.

Zu all dem gewann Ashpool kürzlich den renommierten ANDAM Prize, was neben einem stattlichen Preisgeld von 250.000 € auch eine zweijährige Mentorschaft des President of CHANEL Fashion Activities, Bruno Pavlovsky, bedeutet. Dabei hat Mr. Pigalle doch weder Geld noch Hilfe nötig.

Text: David Jenal

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Category: News

Tags: Pigalle, Stéphane Ashpool, supreme

Von: David Kurt Karl Roth

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