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Dandy of the Week: Stefano Pilati

Stefano Pilati ist wahrscheinlich der koolste Mann im Fashion Business. Allein deshalb schon wird es höchste Zeit, ihm die größte Ehre der Branche zuteil werden zu lassen: Er ist hiermit offiziell unser Dandy of the Week. Yeah!

Was mich allerdings gerade jetzt dazu bewegt, diesem arschkoolen Typen die Krone der Branche aufzusetzen, ist ein Interview, dass er jüngst gegeben hat.

In dem Interview zeigt sich, wie viel smarter, abgebrührt und vor allem lässiger Pilati im Vergleich zu all den mauen Modedesignern ist, die sonst so durch die Gegend laufen und ach so stolz auf ihre mittelmäßigen Designs, ihre neueröffneten Flagship-Stores und ihre Upper Class-Freunde sind.

Pilati macht sich keine Illusionen über den Anspruch in der Fashionwelt und stellt eine fehlende Intellektualität auf allen Seiten fest. Im Interview sagt er:

“The moment you start making videos or move off the catwalk, most journalists will have no fucking clue what you’re doing because they don’t have the time, willingness, or culture to really understand something new. You’ll be misunderstood, and you’ll have no choice but to return to doing the things that follow the language everyone understands. (…) When people enter our store they imagine cashmeres, silk cravats, shirts in crepe de chine, crocodile shoes. Obviously, we make them, but it’s like hitting myself in the balls. I have 800 cashmere coats and 900 silk cravats. My point is, your work can’t just be a selfish journey. You’re working for a brand, not your brand. You have to adapt. I like to let myself go with some ideas, but you have to have the rest of the company on board with you and deal with those dickheads who are only businessmen – the ones who ruined fashion, people who move from Danone to YSL like it’s the most natural transition in the world.”

Diese nihilistische Sicht auf seine Arbeit und die Menschen, mit denen er dadurch zu tun hat, beziehungsweise zwangsläufig zu tun haben muss, ist uns irre sympathisch. Wir können das sehr gut nachvollziehen.

“Let’s not forget that we aren’t pure creators with rich boyfriends who fund our work and take our hands to lead us along while we do whatever we want. We work for corporations, with hundreds of people who go home at 2 AM on the subway, not with drivers. There are whole factories full of people who create our stuff, and in a way there is a public media system that puts us at the center of it all, a system for which we are the face of an entire corporation.”

Ein exzessives, wildes Leben zu führen, wie einst Yves Saint Laurent, ist für Pilati heutzutage nicht möglich. Er sieht seinen Beruf eher als “office job” und sich eher als Athlet, denn als Rockstar:

“(…) today it’s a real office job that goes beyond any normal conception of what time one should devote to work. I work 24 hours a day, essentially. I have to make a collection every two months. You have to be in shape; you have to be more athlete than rock star. The real problem is that fashion isolates you. When you go outside that world and meet the 90 percent of society who have no clue what you’re doing, you end up choosing to go back home with your friends. Or maybe you run away for ten days and party like an animal, and then it takes you ten days to recover and you hope nobody noticed. Today, excess has to be kept within the private sphere. But you know about my past and that I used to get high. When I used to really use, at Prada, a guy found out, and he told me, “Well, David Bowie made his best records when he was using.” That was maybe the last time I felt that there was a slight acceptance of what I was doing. Today that kind of stuff is just impossible. Without getting right into the dirt of it, John [Galliano] really kind of put an end to that sort of option.”

Natürlich hat sich Pilati in den Interview nicht nur höchst realistisch – also negativ – über seine Branche geäußert, sondern auch über Eleganz und Stil gesprochen. Wir alle sollten uns seine wahren Worte zu Herze nehmen. Sie könnten, sollten, müssten Grundlage sein für unser tägliches Tun vor dem Spiegel:

“My idea of elegance – and this refers to women as well as men – is that someone is elegant when he or she shows a good knowledge of what fits them, where you can find naturalness and self-esteem. Not showing off. Elegance is the idea of showing an optimistic depiction of oneself, and to lose oneself in the frivolity of style and fashion. Nowadays nobody gives a shit about being elegant, or chic. If you’re doing it, you’re doing it for yourself, because it’s your way of being. When you’re not thinking, “This is fashion,” and you’re not buying clothes to create statements, you’re on the right path. If fashion goes low waisted and you’re fat bottomed, well, forget it; don’t put slim-fitting jeans on. They’re going to look awful on you. You should dress in black; it would be better.”

Auf fette Ärsche in tief sitzenden Hosen reagiert der Designer offensichtlich ziemlich allergisch – und antwortet durch seine Arbeit:

“In 2004, everybody was hanging around with low-waisted pants and skirts. It was disgusting! You’d walk down the streets and see fat asses in low-cut jeans. So I said to myself, “Maybe we don’t have to keep on seeing that.” That’s when I raised the waistline and tightened it up with belts and stuff. It’s a silhouette that’s still the basis for many things today; it’s still working.”

Diese Radikalität in der Sicht auf seine Umwelt und die daraus resultierende Nicht-Kunst seiner Arbeit, machen Pilati für uns zum Dandy of the Week. Vielleicht sogar zum Dandy of the Century oder so. Dieser Typ ist so scharf wie man nur sein kann. Stefano, wir verehren dich!

Bilder: facettendeslebens.blogspot.com, vice.com

SPECIAL

 

Dandy Diary Rattenflitzen

David und mich eint neben der gemeinsamen, harten Arbeit hier bei DANDY DIARY vieles: wir standen beide auf unsere schwarzhaarige VWL-Lehrerin und auf Janine aus der ersten Reihe, waren in den 90ern BVB-Fans, lieben die kleinen 0,25-Liter Heineken-Flaschen und feurig scharfes veganes Essen, wir lesen beide immer sonntags den Spiegel und, und, und, und, und – es gibt da sehr viel. Und: wir hassen nichts mehr als Ratten.

Wobei Hass krass untertrieben ist. Wir haben eine gehörige Scheiss-Angst vor den Viechern, sodass David einst in einem Restaurant in Shanghai, in dem er während des Essens eine Ratte flitzen sah, kreischeind mit einem Satz auf den Tisch sprang, und ich mich in New York vor den Attacken meiner Geschwister in Acht nehmen muss, die sich einen höllischen Spaß daraus machen, gegen die überall rumliegenden Müllsäcke zu treten, in denen logischerweise immer mindestens eine fettgefressene Ratte hockt und dann panisch raus- und mir möglichst über den Fuß springt. Allein der Anblick einer Ratte führt bei uns sonst so harten Mode-Typen zu Schockstarre, spitzen Schreien, purer Verzweiflung und dem ein oder anderen peinlichen Sprung. Einer von uns hat sich vor Schreck und Todesangst sogar mal selbst angepinkelt. Wer das war, verraten wir der Fairness halber aber nicht.

Als wir dann neulich geschäftlich in Mumbai (Indien) waren, lauerte die bis dato härteste Prüfung in Sachen Ratten auf uns. Etwa die Hälfte der 12 Millionen Einwohner lebt in Slums, davon viele ohne festes Haus und somit ohne Wasser und ohne Toilette. Große Teile der Stadt gleichen einer Müllhalde: überall liegen Plastikmüll, Schrott, tote Katzen, undefinierbare braune Pfützen. Und es gibt erschreckend viele Ratten. Irrsinnig viele. Brutal viele. Ekelhaft viele.

Während die Menschen in Mumbai offensichtlich größere Probleme haben, als sich um die an allen Ecken hockenden, gemächlich futternden Ratten zu kümmern, standen wir idiotischen, verwöhnten Westler permanent unter Strom. Wir hatten saumäßig Schiss vor den Biestern – unseren ärgsten Feinden.

Um euch ungefähr eine Vorstellung davon zu geben, wie wir in dauernder Angst durch die engen Gassen Mumbais flitzten, um bloß nicht auf eine Ratte zu treffen, haben wir ein Video davon gedreht, das ihr euch hier anschauen könnt. Wir flitzen darin in atemberaubender Geschwindigkeit an den einzigen Ort, an dem es keine Ratten gab: ans Meer. Dort harrten wir drei Tage und Nächte aus, dem verdursten Nahe, und ließen uns dann von der goldenen Segelyacht eines befreundeten Trilliardärs abholen und zurück ins saubere, kalte und etwas weniger rattige Berlin fliegen.

 

 

Beim Rattenflitzen trugen wir Converse Chuck Taylor “Rubber” Schuhe, David eine Hose von Weekday und ein Shirt von Hugo Boss, ich Wifebeater und Hotpants von American Apparel.

Von: Jakob

 

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IGGY POP: seine erste Design-Kollaboration!

IGGY POP trägt ja normalweise nicht allzu viel: eine hautenge Lederhose, dazu durchtrainierten, gummiartigen Oberkörper. Wenn es Rockstar Iggy fröstelt, dann streift er noch Lederjacke über.

Fortan wird der The Stooges Frontman wohl auch des öfteren in einer Weste zu sehen sein. Denn in Kooperation mit dem Label SAILOR JERRY hat Iggy eine Denim-Weste mit Patches entworfen. Die punkigen Patches werden separat geliefert, so könnt ihr selbst entscheiden, welcher von Iggys scharfen Flicken zu euch passt (Auswahl: Death, Shall, Triumph). Inspirationsvorlage waren die Punks und insbesondere die Punkettes der späten 70er Jahre aus London und Los Angeles.

Wenn ihr in Iggy Pops THE FLASH Westen durch die Fußgängerzone eurer Heimatstadt stolziert, wird jeder Hells Angels vor Neid erblassen, versprochen. Es gibt insgesamt 50 Westen – alle handsigniert von Iggy höchstpersönlich. Für eine von Iggys Westen müsste ihr 600 US Dollar latzen, hier gibt es den Shit.

Den Deal mit Sailor Jerry hat übrigens Matt Sorum von den Guns ‘N Roses eingefädelt. Eine Band, die in den 90er Jahren für ihre extrem lässigen Bandanas und Stars und Stripes Leggings weltbekannt waren. Im Vorjahr hat Paul Simonon von The Clash für Sailor Jerry entworfen.

Mal schauen, welcher Alt-Rockstar das nächste Mal mitmachen darf!

 

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Dandy Diary Touchdown in Ibiza!

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