Dandy of the Week: Justin Bieber

Ja, Justin Bieber hat es tatsächlich geschafft: Er ist cool. Und zwar so sehr, dass wir es uns nicht nehmen lassen, ihn, hoch offiziell zum Dandy of the Week zu küren.

Doch von vorne: Vor fünf Jahren war Justin Bieber so etwas wie der fleischgewordene Alptraum eines jeden halbwegs stilvollen, musik-oder modeaffinen Menschen.

Der damals 15-jährige stand für Kitsch, Teenager-Peinlichkeiten und absolut indiskutable musikalische Ergüsse inklusive sich vor dem Stimmbruch befindende Bubi-Pieps-Stimme.

Dazu trug Justin das Outfit eines Teenagers, der immer noch mit seiner Mama in der Mall shoppen geht (wahrscheinlich hat er das damals auch tatsächlich noch getan): Er tyrannisierte die Welt mit Hoodies, T-Shirts und Supra-Sneaker, in der vielleicht hässlichsten Farbe der Welt: lila.

Auf seinen einzig von 13-jährigen Fangirls ernst genommenen Karrierestart folgte eine ebenso peinliche Phase, in der sich Bieber mit Paparazzis anlegte, Fans anspuckte und in Putzeimer pisste.

Justin versuchte viel zu offensichtlich, sich von seinem Teenie-Image zu lösen und zum Bad Boy zu werden, was leider zum Gegenteil führte: Keiner nahm den Kanadier, der quasi über Nacht zum Superstar wurde, auch nur noch ansatzweise ernst (selbst die härtesten “Belieber” zweifelten).

Spätestens durch sein Mitwirken an Diplo’s und Skrillex’ Überhit Where Are Ü Now zu Beginn dieses Jahres begann Biebers  musikalische Genesung. Die 2014 erschienene Zusammenarbeit von Justin mit Chance the Rapper war zwar auch schon ein annehmbares Stück Musik, brachte aber “noch” nicht den erhofften Effekt mit sich, was auch an dem zu der Zeit weiterhin schaurigen Style von Mr. Bieber zu tun gehabt haben kann:

Von All Black, Gangster, Hipster bis hin zum Gentleman probierte er alles aus, was vermeintlich angesagt war und sicherte sich reichlich Hohn und Spott aus der Modebranche.

Seit Neuestem hat er zumindest dieses Laster abgelegt: Justin ist jetzt in der Calvin Klein-Kampagne zu sehen, kombiniert Yeezys mit Off-White Hoodies und hat nach jahrelanger Suche endlich einen annehmbaren Stil gefunden. Das wird honoriert: i-D Magazine macht ihn zum Coverstar. Und bei Dazed folgt eine Lobeshymne auf die Nächste.

Und auch musikalisch ist der 21-jährige in den coolen Kreisen angekommen, besonders lässig ist sein Feature auf „Rodeo“, dem Debüt-Album von Kanye-Ziehsohn Travis Scott.

Nebenbei legt sich Justin noch mit der Weltpolizei an: Zu Beginn dieses Jahres hat die argentinische Justiz einen weltweiten Haftbefehl bei Interpol beantragt, da Justin trotz Vorladung nicht zu einem Prozess erschien, bei dem der Angriff eines Leibwächters von Bieber auf einen Fotografen verhandelt werden sollte. Lässig!

Außerdem hatte Bieber einen Affen (wollten wir schon immer mal haben) und einen prächtigen Schwanz (den hat er noch immer), auf den selbst sein Vater stolz ist (Vater Jeremy twitterte nach einem nackten Bieber Papparrazzi-Shot: “What Do You Feed that Thing? #prouddad). 1000 Dandy Punkte, für Schwanz und Vater.

Sehr männlich sind auch „Biebs“ Tattoos: auf der Brust trägt er ein Kreuz, darüber eine römische Zahl und eine Krone und beide Arme sind mit Mustern, Illuminati-Auge und typografischen Elementen gefüllt.

Sein neuestes Album scheint nun auch die kritischsten aller Musikkritiker zu überzeugen: Selbst im sonst so strengen Vice-Ableger Noisey findet sich ein Artikel, in dem die Autorin sich als „Belieber“, also großer Bieber-Fan, outet. 

Und auch uns hat er überzeugt: Justin, herzlichen Glückwunsch zum Dandy of the Week!

Text: David Jenal

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Category: Trends

Tags: Dandy of the Week, justin bieber

Von: David Kurt Karl Roth

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