Dandy of the Week: Dogukan Nesanir

Nach Monaten des Wartens gibt es endlich die Fortsetzung – oder vielmehr: Wiederbelebung der unregelmäßigsten Kategorie aller Zeiten.

Unser neuer “Dandy of the Week” ist der Stylist Dogukan Nesanir, der sich laut eigenen Angaben vor allem darüber freut, dass er in Folge dieser Auszeichnung in einer Reihe mit Justin Bieber steht.

Im Gegensatz zu “Biebs” muss er nicht öffentlichkeitswirksam die Oranienstraße hoch und runter skaten, um ein bisschen von der Roughness dieser Stadt abzubekommen.

Dogukan ist nämlich gebürtiger Berliner und arbeitet seit nunmehr drei Jahren als Stylist. Als er damit angefangen hat, war er gerade mal 17 Jahre alt. Seit der VOLLjährigkeit ist das Styling sinnigerweise ein VOLLzeitjob für ihn. Mittlerweile hat er neben Assistentin und Agentur vor allem mehr und mehr Erfolg.

Seinen eigenen Stil beschreibt er als feminin und das darf und soll man auch sehen bei den von Dogukan gestylten Editorials, die unter anderem im Interview Magazin erscheinen. Die Wage zu halten zwischen eigenem Geschmack und den Vorstellungen des Kunden oder Fotografen, gelingt ihm laut eigener Aussage, an der ich natürlich nichtmal im Ansatz zweifeln möchte, fast immer.

Für die Planung großer Shootings braucht er zwei Wochen. In dieser Zeit sitzt er dann in seiner Wohnung und wartet auf das Eintreffen der Samples, die er zuvor bei diversen PR-Agenturen angefordert hat. Das alles ist wohl genauso unglamourös, wie man es sich eben vorstellt.

Darüber hinwegsehen ist für Dogukan offenbar kein Problem – der Outcome ist ja auch ungleich schillernder. Noch dazu genießt er große Freiheiten: Außer einer Grundrichtung wird meist wenig vorgegeben, einzig die Vorstellungen des Fotografen fließen noch in seine Arbeit mit ein.

 

Ganz abgesehen davon wohnt der 20-jährige quasi direkt über dem Dandy Diner, was natürlich so ziemlich das Beste ist, was einem überhaupt passieren kann. Und wenn er gerade nicht Burger essend über dem Diner auf die nächsten Samples wartet, ist er vor allem in Neukölln und Schöneberg unterwegs. Mitte meidet er so gut es geht, Friedrichshain ist auch für ihn Sperrzone. Das Wissen um die guten UND schlechten Stadtteile Berlins, Kernkompetenz eines jeden Dandys: Dogukan beherrscht sie in jedem Fall.

Was seine Arbeit denn so erfolgreich mache, will ich von ihm wissen, während er – wie könnte es anders sein – im Dandy Diner einen Burger beißt. Die Kunden würden seine Ehrlichkeit und Direktheit schätzen, sein Stil sei außerdem sehr variabel, sagt er. Dogukans Qualitäten sind wohl bis zu Asap Rocky durchgedrungen. Für den Rapper stylte er das Intro zum Musikvideo von “Jukebox Joints” – der wohl finale Ritterschlag der Lässigkeit.

 

Selber trägt Dogukan gerne Y3, Nasir Mazar, Comme des Garcons und Raf Simons. Zu Primark würde er niemals gehen. Auch das: Ein weiterer Beweis dafür, dass wir ihn mehr als zurecht zum Dandy of the Week küren. Herzlichen Glückwunsch!

Dogukans Arbeiten gibt es hier.

Category: Dandy of the Week

Tags: Dogukan Nesanir

Von: David Jenal

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