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NEWS

 

Dandy Diary Leser wissen mehr. Und früher.

Ich bin furchtbar entrüstet, das sei einmal vorangestellt. Denn aktuell berichten diverse Blogs und mindestens eine schwedische Zeitung über eine Mogelei des Textildiscounters H&M, die wir bereits vor vier Monaten ganz Watergate-mäßig enthüllt hatten: H&M setzt im Onlineshop den immergleichen virtuellen Körper ein, kopiert verschiedene Modelköpfe und Frisuren darauf und passt per Photoshop die Kleidung darauf an. Wie ein Kleidungsstück im Endeffekt aussieht, ist so völlig unklar. Man bestellt quasi die Katze im Sack. Das ist natürlich ein Skandal. Aufmerksame Dandy Diary-Leser wissen das längst.

Für uns aber viel skandalöser ist, dass wir a) nirgendwo als die großen Enthüller gefeiert werden (wir dachten da an eine ähnliche Heldenverehrung wie sie Julian Assange genießt) und b) dass die deutsche H&M-Presseabteilung scheinbar nicht annähernd so fähig ist, wie die Kollegen in Schweden. Auf merhmalige Telefon-, wie E-Mailanfragen wurde stets ausweichend reagiert, vertröstet und rumgedruckst. Ziemlich lahm.

Der schwedische H&M-Pressesprecher Hacan Andersson war sich, im Gegensatz zu den deutschen Kommunikatoren, nicht zu schade, Stellung zu beziehen und äußerte sich zu den Vorwürfen. Er sagte der Zeitung Aftonbladet, es ginge “nicht um Ideale oder darum, den perfekten Körper zu zeigen, es geht um die Kleidung“. Genauer scheint keiner nachzufragen. Wäre aber interessant, denn die Kleidung, nun ja, wird ja eben auch gephotoshoppt dargestellt. Aber egal. Das kümmert uns nicht mehr. Wir haben uns vor vier Monaten schon darüber aufgeregt und Gallensteine riskiert.

Wir wünschen uns allerdings sehr, dass die Umgangsformen hier in Deutschland besser werden, dass H&M Deutschland Presseanfragen professionell beantwortet – und dass spätestens kommenden Montag ein Spiegel-Cover mit unseren Gesichtern drauf erscheint. Alternativ würden wir uns auch dazu durchringen die gesamte Enthüllung in einem Interview-Buch mit Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo noch einmal Revue passieren zu lassen.

FASHION SHOWS

 

Fashion Week-Kalender: BURBERRY schafft Saisons ab

Wir hatten es im Januar in London schon beobachtet: BURBERRY rückt vom klassischen Fashion-Week- und Verkaufs-Zyklus ab und ordnet seinen Kalender neu.

Ab September 2016 wird BURBERRY nur noch zweimal jährlich eine Modenschau zeigen, die saison-unahängig sein und sowohl Männer- als auch Damenmode zeigen wird. Die gezeigte Kollektion soll unmittelbar nach der Modenschau in den Stores erhältlich sein.

Das ist ein Novum in einer Branche, die sich sonst sklavisch an die Saisonteilung von Frühjahr/Sommer und Herbst/Winter hält und in diesen Zeitläufen denkt.

Damit ist BURBERRY wieder mal Vorreiter in einer Branche, die sich in den vergangenen Jahren immer weiter zerklüftet hat. Städte wie New York, die jüngst wieder eine Trennung zwischen Männer- und Frauen-Fashion-Week eingeführt haben, sehen so eher alt aus.

Die Lücke zwischen Modenschau und Erhältlichkeit im Geschäft wird so ebenfalls geschlossen – sehr zum Leidwesen großer und schneller Kopisten wie ZARA und H&M.

Die Modenschau wird in dieser Entwicklung nicht mehr zum Bestellen dienen, sondern wohl noch mehr Verkaufs-, Blogger- und Promi-Event werden.

Unklar ist, wie sich die Rolle des Einkäufers, bis dato eine der Schlüsselfiguren der Branche, wandeln wird beziehungsweise wann und wo Einzelhändler Ware für ihre Geschäfte bestellen können.

BURBERRY Chef-Designer, CEO Und Vordenker Christopher Bailey sagt zu den Veränderungen:

“The changes we are making will allow us to build a closer connection between the experience that we create with our runway shows and the moment when people can physically explore the collections for themselves. Our shows have been evolving to close this gap for some time. From livestreams, to ordering straight from the runway to live social media campaigns, this is the latest step in a creative process that will continue to evolve.”

Wir stellen fest: BURBERRY ist mit seinen Innovationen den Marktteilnehmern mal wieder weit voraus. Christopher Bailey ist, was die Kommunikation seiner Kollektionen angeht, ein Visionär und kluger Beobachter von Zeitläufen. Ein wenig mehr von dieser Avantgarde-Denke würden wir uns auch für die nun saisonlosen BURBERRY-Kollektionen wünschen.

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Nichts sehen, nichts hren, nichts sagen von wegen. Dran bleiben! @allthedog pic @maxmotel

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