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NEWS

 

Dandy Diary in der Grazia Style-Jury

Nachdem Petr sich vor ziemlich genau einem Jahr schon wahnsinnig darüber freute, endlich bei unser aller Lieblings-People-Magazin in der Style Jury zu sitzen, durfte ich in der aktuellen Ausgabe ran.

Ganz wie sich das für eine ordentliche Moderedaktion gehört, wurde meine stechend scharfe Analyse natürlich dem Werbekunden zuliebe etwas redigiert. Dass ich die fürchterliche moderne Version der Ray Ban Wayfarer selbstredend überhaupt nicht geil finde, störte bei der Grazia niemanden – auch nicht, dass ich kool natürlich immer mit “k” geschrieben hätte. Also steht zu lesen, dass “der Klassiker” “einfach die coolste Sonnenbrille” ist. Gelogen! Ich schrieb: “Die schreckliche moderne Version der Ray Ban Wayfarer Sonnenbrille verbietet eigentlich jede weitere Beschäftigung mit dem Outfit dieser Person. Der Blazer ist aber ganz okay. Breite Schultern sind total en vogue.”

Ach, sei es drum. Es war ein großer Spaß. Vor allem auch deshalb, weil mir die zuständige Redakteurin erstmal erklären musste, wer die Damen überhaupt sind.

Weil aber nicht nur wir die Grazia so gern mögen, sondern auch die Grazia uns, hat sich mittlerweile die halbe Redaktion bei uns für die Dandy Diary Party in Hamburg angemeldet. Wir freuen uns auf einen wilden Tanz – ohne Ray Ban Brille.

FASHION SHOWS

 

In Hedis Hood: Saint Laurent Show in “Los Angeles”

Der Mann, der Yves Saint Laurent das “Yves” nahm, und Millionen-Umsätze bescherte, hat gestern Abend in seiner schwer angesagten Hood Los Angeles eine Off-Season Show für all seine VIP-Freunde und ausgelesene Journalisten präsentiert.

Zu Ehren Slimane kamen Lady Gaga, Courtney Love, Lenny Kravitz, Sky Ferreira, CL, und, und – um in der Frontrow der seit den 1940er Jahren bestehenden Konzerthalle Hollywood Palladium Platz zu nehmen.

Sie bekamen eine von den Sixties inspirierte Kollektion und Show zu sehen – typisch für Slimane, der sich zum Ende, langhaarig, rockig, feiern ließ. Slimane ließ seine Indie-Model-Musen Staz Lindes, Lida Fox und Lilli Summer, um seine von seinem Stil-Idol Mick Jagger inspirierten Looks der extrem hippen Crowd vorzuführen.

Nach der Show performten noch Beck, Joan Jett und uns unbekannte Acts The Sloths, Cherry Glazerr und Allah-Las. It’s all about music!

 

SPECIAL

 

Body Shaming: Britisches Label zwingt Models zum Essen

Das britische Label Rose & Willard, von dem wir bisher noch nicht einmal den Namen kannten, wird in Zukunft jedes Model dazu zwingen, eine Mahlzeit zu sich zu nehmen, bevor es für Haus arbeitet.

Damit will die Gründerin von Rose & Willard, eine gewisse Heidy Rehman, die Models vor der aus ihrer Sicht dämonenhaften Branche schützen.

“Yes, it’s a form of nannying but we feel we have a responsibility to protect these young women from an industry which we believe can leave them exploited and puts them under pressure to starve themselves and damage their health and wellbeing,” sagt die selbsternannte Ernährungsexpertin.

Ablaufen soll das Ganze wie folgt: Unter Aufsicht von Mitarbeitern des Labels (oder vielleicht sogar der Chefin höchstpersönlich) müssen die Models eine Mahlzeit zu sich nehmen. Dabei ist es den Mädchen weder erlaubt, die Nahrungsaufnahme zeitlich zu verschieben, noch lassen die harten Aufseher „kleine Häppchen“ durchgehen.

Verweigert sich ein Model dem beaufsichtigten Dinner, so wird weder das Mädchen selbst noch die Modelagentur für den Job bezahlt.

Damit ist – nachdem in Frankreich bereits ein umstrittenes Gesetz gegen „Magenmodels“ erlassen wurde – ein ganz neues Ausmaß von Body Shaming und generellen Unterstellungen erreicht.

Die erzwungene Nahrungsaufnahme impliziert, jedes Model hätte seine Ernährung nicht im Griff und bräuchte Unterstützung und Aufsicht beim Essen.

Das ist nicht nur eine beispiellose Respektlosigkeit gegenüber kerngesunden, von Natur aus schlanken Mädchen. Es hilft den tatsächlich magersüchtigen Models auch überhaupt nicht weiter. Ganz im Gegenteil:

Sie werden erneut mit der ignoranten Haltung gegenüber ihnen und ihrer Krankheit konfrontiert, die Heidy Rehman der Modebranche unterstellt und mit ihrem Schritt doch eigentlich bekämpfen will.

Wir sind erschrocken über so wenig Feingefühl von den eigentlich so zuvorkommenden Briten.

Text: David Jenal

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