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NEWS

 

Dandy Diary in der Grazia Style-Jury

Nachdem Petr sich vor ziemlich genau einem Jahr schon wahnsinnig darüber freute, endlich bei unser aller Lieblings-People-Magazin in der Style Jury zu sitzen, durfte ich in der aktuellen Ausgabe ran.

Ganz wie sich das für eine ordentliche Moderedaktion gehört, wurde meine stechend scharfe Analyse natürlich dem Werbekunden zuliebe etwas redigiert. Dass ich die fürchterliche moderne Version der Ray Ban Wayfarer selbstredend überhaupt nicht geil finde, störte bei der Grazia niemanden – auch nicht, dass ich kool natürlich immer mit “k” geschrieben hätte. Also steht zu lesen, dass “der Klassiker” “einfach die coolste Sonnenbrille” ist. Gelogen! Ich schrieb: “Die schreckliche moderne Version der Ray Ban Wayfarer Sonnenbrille verbietet eigentlich jede weitere Beschäftigung mit dem Outfit dieser Person. Der Blazer ist aber ganz okay. Breite Schultern sind total en vogue.”

Ach, sei es drum. Es war ein großer Spaß. Vor allem auch deshalb, weil mir die zuständige Redakteurin erstmal erklären musste, wer die Damen überhaupt sind.

Weil aber nicht nur wir die Grazia so gern mögen, sondern auch die Grazia uns, hat sich mittlerweile die halbe Redaktion bei uns für die Dandy Diary Party in Hamburg angemeldet. Wir freuen uns auf einen wilden Tanz – ohne Ray Ban Brille.

LOOKS

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SPECIAL

TRENDS

 

Das Ende von Health Goth?

Im August haben wir erstmalig über den Trend Health Goth berichtet.

Die Begriff zum Trend stammt von Mike Grabarek und Jeremy Scott – einem R’n’B Duo (Magic Fades) aus Portland, USA – sie erstellten April 2013 eine #healthgoth Facebook Fanpage.

Auf ihrer Facebook Seite posten sie alles was sie zur Health Goth Welt zählen: Schwarz-weisse PORSCHE DESIGN Performance-Sneaker, Kampagnenbild der H&M x Alexander Wang Kooperation, NORTHFACE Etip Handschuhe, bionisch-futuristische Körperteile und Kampfmonturen für den Übermensch der fernen Zukunft.

Die Health Goth Fanpage gewann schnell an Zuwachs. Die Welt der HealthGother schien in Ordnung. Doch dann kam das erste böse Mainstream-Medium – die französische Frauenzeitschrift Marie Claire – und berichtete vor fünf Tagen über den Trend: Health Goth – the Latest Trend You’ve Never Heard of

So erklärte die Marie Claire ihren Leserinnen den Trend:

…it’s a very modern mix of gothic and punk sensibilities (think dark colours, figure-hugging silhouettes and heavy statement accessories) and futuristic sport-luxe. Weird? Very. Cool? Apparently.

Die Health Goth Szene (also: alle, die ganz undergroundig auf der Health Goth Facebook Seite rumhängen, waren entsetzt. Man hatte ihre Bewegung verraten. Entzürnte Health Gother tippten wutentbrannt R.I.P. Health Goth in die Tasten ihres MACs:

Auch das australische Oyster Magazine, das im Gegensatz zur Marie Claire, zu den Guten, den Medien gehört, denen man Insiderwissen zugesteht, titelte: RIP The Trend That Never Was. Doch markiert der Marie Claire Artikel wirklich das Ende von Health Goth?

Es ist der Anfang vom Ende, nicht das Ende. Die modische Vorhut (eine Handvoll Wissender) wird schnell weiterziehen, auf zum “Next big thing”, doch die breite Masse wird erst durch Medien wie der Marie Claire auf den Trend aufmerksam gemacht. Der Trend ist also gerade erst dabei so richtig ins Rollen zu kommen (Merci, Marie!).

Health Goth ist ein Trend, der wie Seapunk im Internet entstand. Es ist das Zukunftsmodell für die Entstehung von Trends (und wie man sieht auch schon das gängige Modell der Gegenwart). Das Internet ist ein gigantischer Multiplikator und Beschleuniger. Früher hat es Jahre gedauert bis ein Trend vom Underground in den Mainstream gelangte. Die Eintrittsbarrieren um Teil einer Bewegung zu sein, waren deutlich höher:

Man lehnte sich gegen die Eltern auf (Hippie). Man hing schwarz-geschminkt mit gruseligen Gestalten auf Friedhöfen rum (Gothic). Oder trank den ganzen Tag, pöbelte, grölte und durchlöcherte einen Großteil seines Körpers mit Piercings (Punk).

Heute sitzt man zu Hause vor dem Laptop, lädt Bilder hoch, kommentiert, liked und shared (Health Goth). Nie war es leichter Teil einer Bewegung zu sein, daher ist es kein Wunder, dass eine Bewegung schneller im Mainstream landet als ein Karnickel ficken kann.

Eine Konsequenz unser Zeit. Nicht das Aufgreifen des Trends vom Mainstream ist verwerflich, sondern das gespielte Entsetzen vom virtuellen Underground, welcher sich verraten fühlt.

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