#cottagecore

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Wäre ich doch nur ein kleines süßes Teenie-Girl, dann wäre ich sicherlich eine Ikone der #cottagecore-Szene. Ich schlafe in einem Baumhaus, das so aussieht als wäre es einem Märchen entsprungen, bin umgeben von Birkenstämmen, züchte Pilze, lebe in der Stadt und träume vom Leben in der Natur.

#cottagecore ist ein Ästhetik-Trend, welcher Ende 2018 auf TikTok, Instagram, Tumblr und Reddit aufkam, der perfekt in eine Zeit passt, die geprägt wird vom Corona-Virus und den Maßnahmen – Kontaktsperre, Ausgangssperre, die ergriffen werden, um die Pandemie einzudämmen.

Neben #cottagecore, den aktuell wohl meist diskutierten Trend gibt es noch Grandmacore, aeriecore, Farmcore und Goblincore, allesamt Parallel-Bewegungen, die sich um den Wunsch drehen ein Leben fern ab der alltäglichen Realität zu führen. Wenn auch #cottagecore-Ikonen wie Sora Blu viel Zeit in der Natur verbringen, sind es meist Teenie-Girls, die in der Großstadt wohnen, die daheim, in den eigenen vier Wänden, vom „Leben auf dem Land“ träumen und ihn, wenn auch als idealisierte, realitätsferne Form, leben:

Sie dekorieren ihr Zimmer mit kleinen Frosch-Porzellanfiguren, machen sich Reh-Make-Up, backen Brot, legen Schallplatten auf (es gibt natürlich auch schon eine dreamy #cottagecore-Playlist), sie nähen, häkeln, liegen träumend auf ihrem mit frischen Leinenlaken bezogenen Bett, tragen ausgewaschene Mom-Jeans, trocknen Blumen, um damit ihr Fenster zu dekorieren und studieren Pilzbestimmungsbücher.

Das Dasein ist „soft & peaceful“ – fern ab vom stressigen Big City Life – fern ab von toxischer Maskulinität. Ein nicht unerheblicher Teil der Bewegung gehört der LGBTQ-Community an. Unter vielen #cottagecore Tik Tok Videos findet sich auch der Hashtag #wlw, welcher für „woman-loving-woman“ steht. Nostalgie: Man idealisiert das einfache, traditionelle Leben als Frau auf dem Land.

Jedoch ohne Mann an der Seite. Wenn das Liebesorakel Gänseblümchen befragt wird, dann geht es dabei immer um die alles entscheidende Frage: „Sie liebt mich, sie liebt mich nicht?“ – während der Apfelkuchen wohlduftend im Ofen wartet auf mit Rosen verzierten Porzellangeschirr perfekt in Szene gesetzt zu werden.

„InfamousBees“ – ein Cottagecore-Girl – hat dem i-D Magazine ihre Faszination erklärt: “I’m a city girl at heart. The ideal cottagecore life isn’t something realistic for me or many people. But I can still do little things. I can make bread in a tiny city apartment. I can grow herbs in my windowsill or in flower pots or in old mugs. I can surround myself with loved, cared-for plants that can thrive on little sunlight. I don’t need a huge yard to have a few chickens or a big, fluffy dog. I certainly don’t need a cottage to be vulnerable with my girlfriend. I didn’t realise that though, until I was exposed to those ideals through this aesthetic movement. And in that way, cottagecore, to me, is beautiful.”

Paradoxerweise gibt es #cottagecore-Girls, die über den mentalen Stress klagen, der mit fortschreitender Technologie einhergeht, und teilen ihre Bedenken dann auf TikTok. Sie träumen von Harmonie, von einem Leben im Einklang mit der Natur, und sitzen daheim, in einer perfekten inszenierten Holly-Hobbie-Welt, in einer Offline-Version von „Animal Crossing“.

Man wünscht all den Cottagecore-Girls in New York und London, dass sie, auch in der Post-Corona-Ära, nie ihr Zimmer verlassen, nie die Fiktion gegen die Realität eintauschen, nicht den dummen Fehler begehen tatsächlich auf das Land zu ziehen, denn schöner wird es nicht. “Ayo! Cottagecore check!”

 

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Fantasy dreams ☁️🦄🧚🏻‍♀️✨🔮🦌

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What’s your fairy talent? 🧚🏼‍♀️🍃🧺🍊🌱🐌🍄🐛 I feel like I’d be a tinker-talent fairy 🕯🧹 or a garden-talent fairy 🌷🐝

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this is pretty #cabincore of me actually ʕ•ᴥ•ʔ

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Category: #dandydiaryspace

Tags: Corona, cottagecore, goblincore, grandmacore

Von: David Kurt Karl Roth

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