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Copenhagen Fashion Week: Wood Wood – Frühjahr/Sommer 2013

Noch am Nachmittag hatte mir ein Einheimischer erklärt, dass in Kopenhagen – dieser kleinen, schönen und, wenn eine Stadt das denn überhaupt sein kann, dann natürlich auch absolut sympathischen Stadt – nichts wirklich weit entfernt von einander läge. Das allerdings hätte er auch gerne mal den Jungen und dem Mädchen von WOOD WOOD erzählen dürfen. Die nämlich haben ihre Show nicht in den üblichen Fashion Week-Locations gezeigt, sondern etliche Kilometer weiter im Südosten Kopenhagens. Gekommen sind sie natürlich trotzdem alle, die Fans der Marke, die Freunde, die internationalen Journalisten – und wir.

Nach der üblichen kurzen Warterei, einem schnellen Drink und regem Bonmot-Austausch mit den Kollegen von De:Bug, Indie und Co. startete die Show mäßig pünktlich mit dem Gegenteil eines Paukenschlags: irgendwann kam einfach das skandinavische Supermodel Victor Nylander um die Ecke gelaufen, es wurde ruhiger und die Modenschau schien zu starten. Absolut unspektakulär, absolut unaffektiert.

Leider konnte die gezeigte Mode, die wir – wenn es nach WOOD WOOD ginge – im kommenden Frühjahr und Sommer bitte tragen sollen, nicht mit dem lässigen Auftakt mithalten.

Insgesamt schien die Kollektion auf dem Stand diesen Jahres eingefroren zu sein, was natürlich nicht aussreicht, um uns auch im nächsten Jahr noch zufrieden zu stellen. WOOD WOOD zeigte Baseball-Jacken, monochrome Sakko-Shorts-Kombinationen, ein Hemd mit Farbverlauf, grafische Farbblöcke und Punkte – also genau das, was man als Stand der Streatwear im Jahr 2012 kennt. Leider aber kein Stück mehr. Die gepunkteten Shorts mit dem Shirt habe ich so in diesem Frühjahr bei Saturdays Surf in New York gekauft. Und auch die anderen Teile der WOOD WOOD-Kollektion meint man alle so oder ähnlich schon bei diversen Streetwear-Brands gesehen zu haben. Das kann natürlich nicht der Anspruch sein, für die koolen Dänen.

Dennoch lässt sich wohl resümieren: Wer sich im Frühjahr/Sommer 2013 stilbewusst und unpeinlich kleiden möchte, wird sehr, sehr gut auf WOOD WOOD zurückgreifen können. Die Trends setzen allerdings andere.

Neben der Kleidung gab es diverse Taschen, Rucksäcke, iPad-Cases und weiteres Aufbewahrungsmöglichkeiten für den Schnickschnack, den man eben so mit sich herum trägt, zu sehen. Dieser Umstand ist natürlich der Kooperation mit Eastpak geschuldet, was nicht weiter schlimm wäre, wenn man nicht den Eindruck haben könnte, dass WOOD WOOD auf die Accessoires mehr Augenmerk gelegt hat, als auf die eigene Kleidung. Nun gut.

Was nach der Show blieb, war der schale Eindruck, dass WOOD WOOD hinter seinen Möglichkeiten zurückgeblieben ist – und ein langer Weg zurück in die Stadt.

Fotos: fashionising.com

SPECIAL

NEWS

 

Liste mit allen Modemarken, über die JAY Z je gerappt

Dazed & Confused Journalistin, Rap-Fan und Zahlenfrau Katerine Bernhard hat es sich zur Aufgabe gemacht den Zusammenhang von Hip Hop und Mode zu analysieren. Vor rund einem Jahr hat sie eine Statistik angefertigt, in der Bernhard auflistete, welche Modelabels besonders oft in den Lyrics der US Rapper genannt werden.

Bernhard fand heraus, dass über kein Label mehr gerappt wurde, als GUCCI, doch seit 2008 schwindet die Omnipräsenz des italienischen Luxuslabels. Die Präsenz von GUCCI im Hip Hop sinkt pro Jahr um rund 23%. Und auch über LV wird immer weniger gerappt, dafür tauchen verstärkt neue Labels in den Lyrics der Rap-Giganten auf:

Tom Ford – beispielsweise – kam 2013 rund 23% öfter in den Rap Lyrics vor, als es noch 2008 der Fall war. Das erste Mal, dass Ford überhaupt in einem Rap Song genannt wurde, war 2008. Seit dem Ricardo Tisci verantwortlich bei Givenchy ist, erwähnten Rapper das französische Modehaus 95% mal mehr in ihren Texten.

Für ihr neuestes Projekt hat sich Bernhard ausschließlich mit den Lyrics von JAY Z auseinandergesetzt. Sie hat analysiert über welches Fashion Item JAY Z rappt, in welchem Jahr er das tat, in welchem Song, ob es einen Guest-Rapper gab. Alle Labels, über die der US Rapper jemals gerappt hat, hat Bernhard zum Ende ihrer Analyse in eine Textbox einfügt.

Die chronologische Auflistung aller JAY Z Hits mit Modebezug wirkt wie eine Autobiographie des US Rappers. Über den Zusammenhang von Mode und Hip Hop sagt die Expertin Bernhard folgendes: ”Ich denke nicht, dass Rapper ausschließlich Mode kommentieren, sie sind nicht nur Beobachter, sondern beeinflussen auch die Mode”.

Da mag sie nicht Unrecht haben. Jüngstes Beispiel für diese Aussage ist “Mulitply” von A$AP ROCKY, in dem der Rapper erklärt, dass BEEN TRILL und HOOD BY AIR nicht mehr cool sind. Eine Botschaft, die in der Branche sicherlich gehört wird.

Bernhard hat alle von JAY Z genannten Labels auf ein T-Shirt drucken lassen – das “Swanky Tee”. Bernhards Projekt könnt ihr bei KICKSTARTER unterstützen.

 

LOOKS

TRENDS

 

Lumbersexulität – einfach nur fette, alte Hipster!

Kommt nach Metrosexualität und Spornosexualität nun Lumbersexualität?

Medien wie The Guardian, The Daily Beast und Buzzfeed stellen “Lumbersexual” als das “Next big thing” vor. Männer mit gewaltigen Bärten und Bäuchen in Holzfällerhemden, in Workboots, mit Wollmütze auf dem Kopf und einem frisch gezapften Bier in der Hand.

Doch ist das wirklich ein neuer Trend? Männer, die Karomuster zu Karomuster kombinieren, so aussehen als hätten sie gerade im Wald ein paar Bäume gefällt. Nein, nicht wirklich. Der Look existiert seit Jahren in der Schwulenszene (Bears” oder “Cubs”).

Außerdem kennen wir die Kernelemente des Looks (Vollbart, Holfällerhemd) bereits aus der Hipsterszene. Das Bild (siehe Foto), das verwendet wurde, um die Lumbersexualität zu bebildern ist ein Foto, welches auch immer wieder zum Einsatz kam, um den Leser ein Paradebeispiel des Hipsters zu präsentieren.

Der Hipster war schon eine Gegenbewegung zum Metro. Der Mann wurde wieder zum Mann. Solarium, gezupfte Augenbrauen oder glattrasierte Brust – allesamt ein No-Go für den Hipster. “Lumbersexualität” ist somit keine neue Gegenbewegung zur Metrosexualität, wie sie in den Medien gefeiert wird, sondern schlussendlich nur eine Fortführung des Hipstertums.

Ein alt gewordener, fetter Hipster also, der den ganzen Tag Bier säuft und der nur noch für Kenner von “schwulen Bären”, unterscheiden lässt. Also: kein “Next big thing”!

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