Comeback: Early 2000s Trends!

Um 2000 habe ich das erste Mal modische Entscheidungen getroffen. Ganz allein. Ohne Beratung. Das ging nicht immer gut.

Ich trug einen blond gefärbten Vokuhila. Used-Jeans, welchen ich mit einem Schleifstein und Nieten den letzen Schliff verpasste. Und hautenge Poloshirts in rosa oder weiße T-Shirts mit Strassbesatz.

Dazu einen Rosenkranz um den Hals, auf Vogue-Zigaretten-Größe gezupfte Augenbrauen, einen permanenten Sonnenbrand von der Ergoline 3000 und massive McFit-Muckis.

Ein irrer Mix! Unvorstellbar, dass so eine, nun ja, nennen wir sie mal grenzwertige Ästhetik, wieder in Mode kommen kann. Doch sie kommt. Unaufhaltsam, gnadenlos.

Im Grunde genommen stecken wir schon wieder mitten drin, in den Early 2000s. Seit ein paar Jahren verkaufen die Textilgiganten wieder Jeans, die so aussehen, als wäre ihr Träger in ihnen von einem Trupp Halbstarker einmal den gesamten Kuhdamm hinunter geschleift wurden.

Auf Hosen darf / sollte man gern wieder Patches oder Nieten aufbringen. Das optische Tuning der Jeans ist wieder total cool.

Ab 2005 sorgte Hedi Slimane dafür, dass wir Skinny-Jeans trugen, ohne Schnickschnack, sondern pur, in schwarz oder grau, der Fokus lag einzig und allein auf dem Schnitt. Nicht so in den Early 2000s. Damals galt: Je mehr Spielerei desto besser.

Anfang 2000 sorgten die glorreichen Weltmeisterhaften von Michael Schumacher für einen Hype rund um die Formel 1, welcher auch vor der Mode nicht Halt machte. Wir trugen knöchelhöhe PUMA Replicat Schuhe, dazu Racingjacken mit unzähligen Markenlogos.

In den letzten Saisons haben viele Designer den Racing-Trend wieder aufgriffen. SUPREME hat eine Rennfahrerjacke entworfen. LOU DALTON hat einen Logo-Sweater im Racing-Look für OPENING CEREMONY designt. Und auch MOSCHINO und KTZ zeigten bei ihren SS 2016 vom Rennsport inspirierte Pieces.

Letzten Sommer veranstalteten wir unsere DANDY DIARY FASHION WEEK OPENING PARTY unter dem Motto Racing. Eine tiefe Verneigung vor der Rückkehr der Early 2000s.

Inspiriert vom schwedischen Hip Hop Wunderkind YUNG LEAN tragen wir aktuell wieder ED HARDY Caps (selbstverständlich mit haufenweise Strass auf der Cap). Ed Hardy wurde 2002 gegründet. Die Zeit, in der auch der Trend der Trucker Cap seinen Höhepunkt erlebte.

Neben ED HARDY trug man VAN DUTCH Caps. Das derzeit schwer angesagte Skateboard-Label BIANCA CHANDON hat eine Trucker-Cap mit charakteristischem Mesh-Stoff im Angebot und auch SUPREME hat zu mindestens eine Mesh-Stoff-Variante der 5-Panel-Cap im aktuellem Sortiment.

Dank dem metrosexuellen Superstar David Beckham trauten sich Männer um die Nullerjahre endlich an Farben, welche man zuvor den Frauen überließ: rosa, hellblau etc. Zurzeit gibt es wieder einflussreiche Designer, beispielsweise GOSHA RUBCHINSKIY, die verstärkt rosa als Farbe einsetzen.

Rosa ist wieder Trendfarbe, jedoch nicht, wie damals, feminin eingesetzt, sondern maskulin, prollig, sportlich. Wer noch keinen rosafarbenen THRASHER Sweater im Kleiderschrank hat, sollte das dringend nachholen.

Das Modekarusell dreht sich immer schneller und schneller. Die Mode droht sich selbst einzuholen. Doch bis dahin bleibt uns noch ein wenig Zeit, um uns mit aller Leidenschaft den Early 2000s zu widmen.

Ein Revival wird auf das Nächste folgen. Vokuhila, Fauxhawk, Brilli im Ohr, Denim zu Denim, Sonnenbrillen mit farbigen Gläsern, aufgestellter Kragen bei Poloshirts, Deep V-Neck, Jackett-Kapuzenpullover-Kombination, Pali-Tuch oder Cardigan – all das ist durchaus vorstellbar, auch wenn es den ein oder anderen von euch ängstigen mag.

Welcome back to the year 2001!

Ed_Hardy

Category: Trends

Tags: Early 2000, Ed Hardy, trends, Van Dutch

Von: David Kurt Karl Roth

Instagram