C’est cool: Vans

Schon die Z-Boys, die in den 70ern in den ausgetrockneten Pools von Beverly Hills den Grundstein für die heutige Skateboard-Kultur legten, wussten, dass es bei der Wahl des Schuhwerks nur eine Möglichkeit gab, wollte man zu den Kool Kids gehören: VANS

Die Stoff-Sneaker kombinierten die weltbesten Skater damals mit ausgewaschenen Levi’s Jeans: Ein Style, der derzeit in den hippen Vierteln von London, New York und Los Angeles wieder hoch im Kurs steht. Vans sind angesagt wie nie und vor allem: in der Mode angekommen.

Neben der Anerkennung auf modischer Ebene hat sich bei dem kalifornischen Unternehmen auch wirtschaftlicher Erfolg eingestellt: Nachdem Vans um den Jahrtausendwechsel rote Zahlen schrieb, wurde es 2004 von der VF Corp., zu der auch The North Face, Timberland und Lee gehören, gekauft. Innerhalb kurzer Zeit hat Vans-CEO Kevin Bailey dann die Präsenz im Einzelhandel stark gesteigert sowie eine Apparel-Kollektion ins Leben gerufen. Letztere macht heute 400 Millionen $ von 2,3 Milliarden (!) $ Jahresumsatz aus. Sehr beeindruckend!

Für den Erfolg in der Modewelt sind vor allem die Kollaborationen mit The North Face, Kenzo, Disney oder dem japanischen Künstler Takashi Murakami ausschlaggebend. Besonders interessant sind hier sicherlich die Kollaborationen mit Supreme sowie dem bekennenden Vans-Jünger Tyler, The Creator, welche extrem gefragt sind und oftmals bereits nach wenigen Minuten nach Launch ausverkauft.

Den technischen Fortschritt verpasst man bei Vans ebenfalls nicht: Ähnlich wie kürzlich Converse versuchen auch die Kalifornier, ihre in Sachen Komfort und Materialien völlig überholten Sneaker wenigstens ein Stück weit ins Jahr 2015 zu holen: Das Gewicht wird reduziert, wärmeisolierende Materialien verwendet und winter- und wasserfeste Modelle eingeführt.

Vor allem das „Old Skool“ Modell mit dem weißen Streifen an der Seite erfreut sich derzeit größter Beliebtheit. Die Odd Future-Posse um den soeben genannten Tyler ist daran sicher nicht ganz unbeteiligt, aber auch fernab von Rap-und Skatekultur funktioniert der Schuh durch seine Einfachheit und den mehr als fairen Preis.

Dazu kommt die Post-Hipster-Bewegung der Nu Lads, die ihren Ursprung in Großbritannien hat und von London aus langsam auf andere europäische und nordamerikanische Großstädte überschwappt. Der Stil der Nu Lads ist als eine – teils ironisierte – Hommage an die British Working Class zu verstehen und kombiniert extrem lässig Labels wie Supreme, Palace und Our Legacy mit Teilen aus der Sportecke bei Karstadt: Champion, Fila, Reebok oder eben Vans.

Vans sind definitiv (wieder) cool. Wer also vor 5 Jahren für seine Schachbrettmuster-Slip-On’s auf dem Schulhof verprügelt wurde, kann heute stolz sein auf jede Menge Trend-Gespür. Und alle anderen sollten sich schnellstens ein Paar angesagte Sneaker aus Kalifornien zulegen.

Text: David Jenal

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Category: Trends

Tags: Tyler the Creator, vans

Von: David Kurt Karl Roth

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