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NEWS

 

C´est Cool

Der Boots-Trend geht in die nächste Runde: Herbst/Winter 2009/10 sollten die Füsse in Bergsteiger/Wanderstiefeln stecken, die bestenfalls mit roten Schnürsenkeln
versehen sind.

Von: David

VIDEO

 

Im Interview: Patta & Bas Kosters

Am letzten Tag unseres CANON “come and see” Trips in Amsterdam haben wir erst Tim von PATTA in seinem Store getroffen, später noch BAS KOSTERS in seinem Studio.

Patta ist “das” Streetwear-Brand aus Amsterdam. Vor Jahren begann das Patta-Team damit Sneaker aus den USA nach Holland zu importieren. Heute wird nicht nur Mode verkauft, sondern auch entworfen. Sie kooperierten bereits mit Nike, Adidas, Asics und, und, und.

Ein ebenfalls wichtiges Brand aus Amsterdam ist Bas Kosters (wenn auch eine komplett andere Ästhetik und Welt, als das tragbare Streetwear-Brand Patta). Wir sprachen mit Kosters über seine anstehende Ausstellung, Penis-Prints und seine Monster-Kollektion.

TRENDS

 

Dandytum, Raf Simons und Gosha Rubchinskiy: Wie die Pitti Uomo weiter an Bedeutung gewinnt

Zweimal jährlich findet in Florenz ein Event statt, dass in der breiten Öffentlichkeit wesentlich weniger Beachtung findet als die Fashion Weeks in Paris, Mailand oder London, für die Modebranche allerdings mindestens von gleich großer Bedeutung ist: Die Pitti Immagine Uomo.

Die Männermodemesse, deren Anfänge bis in die 1950er zurückgehen, stand lange Zeit im Schatten der Mailänder Fashion Week. Nur vereinzelt zeigten große Designer ihre Kollektionen in der Toskana. Und so gab es auf der Pitti bis vor wenigen Jahren überwiegend junge, mehr oder weniger aufstrebende Labels zu sehen.

Das ändert sich derzeit: Die diesjährige Ausgabe der Pitti Uomo wird – soviel lässt sich nach einem kurzen Blick auf den Schedule mit Sicherheit sagen – die bisher wichtigste werden.

Raf Simons und Gosha Rubchinskiy werden beide ihre SS17-Kollektion in Florenz zeigen. Rubchinskiy wurde als Gast-Designer eingeladen – offenbar eine Florenzer Tradition und Auszeichnung, die auch schon Labels wie Carven und Band of Outsiders zuteil wurde.

Zurück zu Simons und Rubchinskiy: Alleine die Tatsache, dass zwei der wichtigsten, fortschrittlichsten und trend-setzenden Designer ihre Entwürfe in einer 300.000-Einwohner-Stadt zeigen, ist beeindruckend.

Dazu kommt in dieser Saison eine Retrospektive von Karl Lagerfelds fotografischen Arbeiten. Die Ausstellung „Karl Lagerfeld_Visions of Fashion“ wird kuratiert von Eric Pfrunder, Image Director bei Chanel und Gerhard Steidl, mit dessen Hilfe Lagerfeld über den L.S.D. (Lagerfeld Steidl Druckerei) Verlag Bücher vertreibt. Pfrunder und Steidl kuratierten bereits frühere Ausstellungen von Monsieur Karl.

Als wäre all das nicht schon Grund genug für einen Trip nach Florenz, gibt es dort auch eine handfeste Streetstyle-Mafia zu beobachten, die sogennanten Pitti Peacocks. In bunten Anzügen und Hüten gegen die pralle, toskanische Sonne dominieren sie das Stadtbild und die Streetstyle-Fotos aus Florenz und sind dabei so ganz anders gekleidet, aber letztendlich doch nichts anderes als die nach Aufmerksamkeit und Ruhm lechzenden, vor den Show-Locations in Berlin und Paris rumlungernden Streetstyle-Opfern.

Trotzdem sind die Neuzeit-Dandys natürlich sehr sehenswert. Wir sollten uns dingend auf den Weg nach Florenz machen. Am 14. Juni startet die Pitti Uomo. Bis dahin, Ciao!

LOOKS

SPECIAL

 

Fler, DHL und die Polizei: Die absurden Auswüchse des Vetements-Hypes

DHL-Paketwägen, bisher nichts mehr als knallgelbe Schandflecken im sowieso schon hässlichen Berliner Straßenverkehr, avancierten in den vergangenen Wochen und Monaten zu einem extrem beliebten Instagram-Motiv, stets versehen mit #vetements und einem sich lächerlich machenden Emoji. Schuld an all dem ist ein einfaches, gelbes und mit dem DHL-Logo bedrucktes T-Shirt, das zu einem völlig überzogenen, aber das Produkt definierenden Preis von DEM Label der Stunde, Vetements, angeboten wird.

Das T-Shirt ist das am kontroversesten diskutierte Teil der Saison und dank seines Preises von ca. 250€ ein wahrer „Moneymaker“. Vor allem aber ist das Shirt ein geniales Marketing-Tool. Für eine ähnliche Social-Media-Präsenz müssen andere Labels hunderte Influencer mit Samples überhäufen. Vetements muss das nicht. Vetements hat DHL.

Die Reaktionen auf ein so provokantes Shirt verwundern wenig. Wesentlich merkwürdiger ist die Adaption der Marke durch einen Rapper, der bisher nicht durch Stil-oder Trendbewusstsein geglänzt hat und über dessen modische Fehltritte wir an dieser Stelle schon einmal berichtet haben: Fler. Der Berliner, der in Auftritt und Sprache stets wie eine ungute Mischung aus Lutz Bachmann und Bushido wirkt, scheint Vetements völlig verfallen zu sein und trägt seit neuestem in Interviews und auf diversen Instagram-Posts ausschließlich von Demna Gvasalia und seinem Team entworfene Hoodies. Und natürlich die Teile seines eigenen Labels „Maskulin“, was die ganze Sache nicht wirklich besser macht.

Den absurden und fast schon satirisch daherkommenden Höhepunkt des Rummels um das Label besiegelt die anstehende Strafverfolgung eines Stuttgarter Vetements-Jüngers, der aufgrund seines Regenmantels des französischen Brands mit der Aufschrift „Polizei“ von eben jenem Exekutivorgan auf offener Straße angesprochen wurde.

Die Beamten konfiszierten den Mantel kurz darauf, der Vetements-Fan wartet nun auf die Reaktion der Justiz, denn: „Wer unbefugt inländische oder ausländische Uniformen, Amtskleidungen oder Amtsabzeichen trägt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“ Kollege Alfons Kaiser von der F.A.Z. hat anlässlich dieses so unglaublich deutschen und kleinlich-komischen Vorfalls ein hervorragendes Interview mit dem Übeltäter geführt, das es hier zu lesen gibt.

Ob des Hypes vergisst offensichtlich die ganze Branche, zu hinterfragen, ob Vetements wirklich so rule-breaking und revolutionär ist, wie man es überall lesen kann. Sicher, Shows in Asia-Restaurants und Stripclubs gefallen uns sehr. Aber ob man bei einer Preispolitik, die die Gruppe der potenziellen Käufer von vornherein auf ein Minimum einschränkt, von Demokratisierung und Revolution sprechen kann, ist dann doch mehr als fraglich.

LOOKBOOKS

 

Jungdesigner lehnt sich mit Kollektion gegen Ausbeutung von Praktikanten auf

Ein Absolvent der Parsons School of Design in New York, der auf den nicht nur aus popkultureller Sicht fantastischen Namen Jongyeol Bae hört, hat seine Abschlusskollektion komplett einem der großen, aber wenig diskutierten Probleme der Modebranche gewidmet: Den unbezahlten Praktika.

Die Kollektion heißt “NO PAY? NO INTERN! NO FASHION!“ und kommuniziert das Thema sehr plakativ, teilweise fast schon billig und einfach. Statements wie „Ban unpaid intern shit“ oder „Talent Passion Labor Stole“ sind keine literarischen Höhenflüge, treffen den Nagel aber auf den Kopf.

Unbezahlte, teils jahrelange Praktika sind in der Branche Standard und ein Paradebeispiel für Chancenungleichheit. Für zahlreiche, mit Sicherheit qualifizierte und motivierte Interessierte ist es schlicht nicht möglich, für einen längeren Zeitraum auf Gehalt zu verzichten. Ein liquides Elternhaus ist in aller Regel Vorraussetzung für ein Praktikum in der Mode. Damit beraubt sich die Branche nicht nur selbst zahlreicher Talente, sondern eben diesen Talenten auch die Chancen, die sie mehr als verdient hätten.

Eine komplett einseitige Betrachtung hilft hier allerdings auch nicht weiter. Vielen jungen, aufstrebenden Designern stehen schlicht nicht die finanziellen Mittel zur Verfügung, um Praktikanten bezahlen zu können. Aber: Bei etlichen Labels sind die Kassen voll, die Taschen der Praktikanten weiterhin leer.

Ein kurzer Blick in seinen Lebenslauf offenbart, dass Jongyeol Bae mit seiner Kollektion vermutlich aus Erfahrung spricht. Er hat in seiner kurzen aber vermutlich intensiven Mode-Karriere einen riesigen Haufen Praktika-Erfahrung angesammelt.

Das hat immerhin dazu geführt, dass seine Abschlusskollektion auch abseits der richtigen und wichtigen Statements durchaus gelungen ist. Farben, Schnitte und Artworks sind sehr fein aufeinander abgestimmt. Für Jongyeol ist die Praktikanten-Schufterei damit hoffentlich beendet. Wir wünschen es ihm von Herzen.

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Nichts sehen, nichts hren, nichts sagen von wegen. Dran bleiben! @allthedog pic @maxmotel

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