Foto: Spotding.com, Picknick Berlin
‘Hommage’
Dandy Diary goes Traffic
Ich habe für das TRAFFIC ein Interview gegeben. Das TRAFFIC ist eine wöchentliche Gratis-Zeitung, die im Magazinformat erscheint. Inhaltlich geht es im TRAFFIC um das Zeitgeschehen, Politik und Kunst. Eine sehr gelungene Zeitung, wie ich finde. Allein das Layout, das mich an das I love you Magazine denken lässt, sagt mir zu. Das TRAFFIC liegt in vielen Shops, Cafés und Büchereien in Berlin aus.
Dandy Diary gegen die Welt
Dandy Diary Autor Carl Jakob Haupt hat für die heute erschienene Ausgabe der “Welt kompakt” einen Artikel geschrieben und eigens ein Fotoshooting in Paris realisiert.
Entgegen unser Erwartung wurde nicht das erotische Foto, sondern der Text massiv manipuliert. Jegliche Schärfe und auch die Nennung von Markennamen wurden gestrichen.
Dandy Diary ist zutiefst erschüttert und zeigt hier, was wirklich mit dem Artikel unter der Überschrift “Wasser predigen, Schampus saufen” gemeint war, sowie die Fotos in ihrer wahren Pracht.
Hier geht´s zur redigierten Version
Foto: Christoph Turk; Carl Jakob Haupt und David Kurt Karl Roth
Foto: Christoph Turk; Blogger, der von Werbeindustrie in den Arsch gefickt wird
Originaltext:
Wasser predigen, Champagner trinken
Modeblogger sehen sich gern als Demokratisierer der Modeszene. Jeder darf teilhaben, jeder darf schreiben, jeder darf bewerten. Weil die meisten dieser Gutmenschen das aber vom heimischen Schreibtisch aus machen und eher selten mit der tatsächlichen Modeszene, also mit Shows, Designern und wilden Drogenpartys, in Berührung kommen, freuen sie sich umso mehr, wenn es was abzugreifen gibt. Unternehmen wissen das und kaufen sich Blogeinträge für kleine Geschenke. Die Modeszene bleibt also genauso demokratisch, wie sie immer war – und die PR-Agenturen der Unternehmen bestimmen weiterhin was berichtet wird. Quo Vadis Modedemokratie?
Moët hat 39 Facebook-Freunde. Das ist wenig. Ziemlich wenig. Geradezu madig. Zumal das Social Network von geltungssüchtigen Modegören gerne dazu genutzt wird uns mit allerlei Banalitäten zu langweilen. Banalitäten, wie der liebsten Champagner-Marke. Um Moët auch in der Web-Welt ein wenig fester zu verankern, also zumindest fester als ein Netzwerk aus 39 Freunden sein kann, hat deren PR-Agentur einfach neue Freunde gesucht. Aber nicht per Facebook, sondern ganz klassisch per Telefon – und natürlich mit einer netten Frauenstimme.
Diverse Mode- und Lifestyle-Blogger bekamen unlängst einen Anruf, verbunden mit der Frage, ob nicht Interesse an einer Flasche des teuren Getränks bestehe. Da haben sich die Mädchen aus der so genannten Blogosphäre nicht lang bitten lassen und reihenweise zugegriffen. Als Dank gab es dann einen kurzen Beitrag auf dem eigenen Blog, mit durchweg positiver Beschreibung von Moët und einigen mehr oder weniger interessanten Fotos von sich selbst im luftigen Sommerrock, mit Erdbeeren, auf einer grünen Wiese oder vor einem Fahrrad.
Moët hat sich so ziemlich günstig eine große Plattform für seine Produkt-PR gekauft. Im Einzelhandel kostet eine Flasche etwa 30 Euro. Werbung auf einem Blog ist da deutlich teurer. Was der Blogger, neben einem hoffentlich besonders schönen Prickeln im Bauchnabel – ach nein, das war ja ein anderes Getränk – von der, nennen wir es mal Kooperation mit Moët hatte, ist unklar. In erster Linie aber gibt er damit seine Unabhängigkeit auf. Und die war es doch, die wir an Blogs immer so wahnsinnig gut fanden. Schade.
Okay, die Modeszene ist nicht unbedingt für ein distanziertes Verhältnis von Werbung und redaktionellem Inhalt bekannt, aber muss es denn in dieser Form sein? Müssen sich irgendwelche kleinen Mädchen so billig kaufen lassen? Für einen verdammten Schluck Champagner?
Wenn sie sich ja wenigstens durch den Verkauf von Werbeflächen – oder meinetwegen auch den versteckter Werbung – ihr Studium an einer der zahllosen privaten und brutal teuren Modejournalismus-Akademien finanzieren würden, wäre das ja irgendwie noch okay. Aber muss man sich so sehr über die Aufmerksamkeit eines großen Champagner-Herstellers freuen, dass man das zum Anlass nimmt eine eigene Fotostrecke dazu zu machen?
Woher kommt so ein Verhalten? Vielleicht durch die falschen Vorbilder. Eines davon: Bryan Boy. Bryan Boy ist einer der bekanntesten Modeblogger der Welt. Eine durchgeknallte phillipnische Schwuchtel. Der Junge kokettiert offen damit, dass er diverse Reisen bezahlt und auch einen Mantel als Geschenk bekommt. Wohlgemerkt einen Mantel, der geschätzte 30.000 Euro kostet. Von Dolce und Gabbana. Doch während den deutschen Modebloggern am Ende des Tages nichts bleibt, als eine leere Flasche, kann sich Bryan Boy im Zweifel durch den Verkauf des Mantels vor der Obdachlosigkeit bewahren, oder einen zweiten Bildungsweg antreten. Nur für den Fall, dass sich in ein paar Jahren weniger Leute für Blogs und wieder mehr für ernsthaften Journalismus interessieren. Bis es so weit ist, bin ich übrigens der 40 Freund von Moët bei Facebook. À votre santé!
Dandy Diary goes Dazed&Confused
Fotos: Dazed&Confused
Scarecrow, so hat ihn mein Vater getauft. Meinen stachligen Hut, eine Eigenkreation, die es in die aktuelle Augabe des Dazed&Confused Magazins geschafft hat. Ich bin stolz. So stolz, dass ich mir das Foto in Form eines XXL-Posters über mein Bett hängen werde. So muss sich wohl ein Vater fühlen, dessen Sohn das erste Tor auf dem Bolzplatz schießt. Mit stolz geschwellter Brust stehe ich am Spielfeldrand, während meinem stachligen Sohnemann ein Kunstschuss aus dreißig Metern gelingt.
Scarecrow, so he has baptized my father. My prickly hat, a self-creation that has made it into the current edition of Dazed&Confused magazine. I am proud. So proud that I will hang the picture in form of an XXL-Poster over my bed. I feel like a father who is witness of the first goal of his son. With pride swollen chest I stand on the sidelines while my prickly son can sink a shot from thirty meters in to the goal.
Requiescat in pace
Malcolm McLaren
Foto: Brooklynvegan.com
Malcolm McLaren, der Pate des Punk, starb gestern im Alter von 64 Jahren in einem Schweizer Krankenhaus an Krebs. Das leise Ende eines lauten Lebens. McLaren war Meister der lautstarken Inszenierung und Provokation. Er gilt als Vater der Bewegung Punk. Mit den Sex Pistols, deren Manager McLaren war, lieferte er den Sound für die rebellische Subkultur. Darüber hinaus übte McLaren gemeinsam mit Ehefrau Vivienne Westwood massiven Einfluss auf die damalige Modeszene aus. Ihr legendärer Laden “Let it rock”, den sie in 70er Jahren in der Kings Road in London gründeten, machte die “Teddy Boys” Mode populär. Möge McLaren in Frieden in ruhen.
Look du Jour – 36 Bonus
Safer Sex
Zwischen meinen Beinen habe ich einen 1.53 m großen Bleipenis. Erschaffen wurde das monströse Glied von meinem Vater. Verhüllt wird es im zweiten Bild durch eine Ja-Plastiktüte – eine Hommage an Safer Sex.
Fotos: Georg Roth
Dandy Diary goes Textilwirtschaft
Ein Foto von Dandy Diary hat es in die aktuelle Ausgabe der Textilwirtschaft geschafft. Ich habe mich wirklich sehr über die Publikation gefreut. So sehr, dass ich mir stundenlang einen auf das Foto runtergeholt habe. Das letzte Mal, dass ich mich mit einer solch überschäumenden Freude über ein Bild in einem Magazin gefreut habe, war wohl im Alter von 13 Jahren. Gewissenhaft studierte ich damals ein Foto, das ich in den St.Pauli Nachrichten fand. Es zeigte Jessy (26) aus Aschersleben.















