Boys by Girls

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In den letzen Jahren ist die Gleichberechtigung der Frau – dank Femen, Women’s March, #freethenipple und, und – zu einem fast alltäglichen Thema in den Medien geworden (mit positiven Konsequenzen).

Doch bei all dem Hype der letzten Jahre um das komplexe Thema ist eine klitzekleine Sache (fast) komplett in den Hintergrund getreten: die Entwicklung der Spezies Mann. Denn mit der veränderten gesellschaftlichen Rolle der Frau (zu mindestens in großen Teilen des Westens) geht auch eine Veränderung der Rolle des Mann einher.

Der Höhepunkt: die Metrosexualität – das letzte Mal, dass die Rolle des Mann “groß” diskutiert wurde. Anfang 2000 begannen Männer damit pastellfarbene Polos zu tragen, sich blonde Strähnchen zu färben, die  Augenbrauen zu zupfen und entfernten sich Brust- und Schambehaarung (allesamt: Neuland für den Mann).

Seit der metrosexuellen Bewegung, dessen Vorreiter der Diamant-Ohrring-tragende, stets penibel gepflegte David Beckham war, war nichts mehr wie zuvor. Die alten, verstaubten Rollenbilder brachen in sich zusammen:

“Die gesellschaftlich akzeptierten Regeln für Junge und Mädchen verschwammen, Rassen und Kulturen vermischen sich, die Welt schrumpft. Es ist okay, wenn Jungs gerne Schuhe shoppen, es ist okay wenn Jungs weinen und es ist okay wenn Jungs den guten altmodischen Schmuck kaufen möchten, wenn sie wollen”, kommentiert die “Boys by Girls” Gründerin Cecilia Harris die veränderte Rolle des Mannes.

Boys By Girls ist ein Print- und Online-Medium, für das ausschließlich Fotografinnen Male Models zu ablichten. Konzeptuell, in dieser Konsequenz sicherlich einzigartig für die von männlichen Fotografen und weiblichen Models geprägten Modebranche.

Als Cecilia mit dem Fotografieren anfing, lichtete sie fast ausschließlich Frauen ab. “Easy, man probiert verschiedene Frisuren aus, zupft am Kleid, wenn was nicht sitzt.” Mit Männern wäre das anders, erzählt die Magazin-Gründerin dem i-D Magazine. Wenn man Männer fotografiert, hat man nur den Menschen selbst vor sich. Es gibt nichts, wohinter sich der Mann verstecken kann.

Ein vergleichsweise begrenzter Spielraum also. Das machte für die “Boys By Girls” Gründerin anfänglich den Reiz aus. Gemeinsam mit einer befreundeten Fotografin verfolgte sie also die Idee zu einem Coffee Table Book, welches sich schließlich zu einem jährlich erscheinenden Magazin entwickelte – von dem es mittlerweile drei Ausgaben gibt, aus dem mehrere Ausstellungen („Boys at Home“) und ein eigenständiger Online-Auftritt hervorgingen.

Und auch der Vorwurf der reinen Objektivierung von hübschen Male-Models, die sich halbnackt mit freiem Oberkörper auf einem weißen Laken räkeln, lässt sich schnell entkräften. Im Magazin selbst, ebenso wie auf der „Boys by Girls“ Website findet man neben den besagten Bildern auch Portaits, „Stories“, welche dem hübschen Gesicht noch ein wenig Tiefgang verleihen. So lesen wir vom „Grandma’s Boy“ oder auch dem „Ohio Turkey“.

Bereits seit 2011 führt Cecilia ihr Projekt nun. Was sie immer noch antreibt? „ There is something so magic about the teenager. They have it. We lost it. Capturing it in images is why we shoot.“

Category: Trends

Tags: Boys by Girls, Cecilia Harris, Magazine

Von: Angelika Watta

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