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Boris Bidjan Saberi: Ich bin kein Modezar

Boris Bidjan Saberi, ein Avantgarde-Designer, dessen Kollektionen normalerweise während der Paris Fashion Week präsentiert werden, ist zu Gast in Berlin. Grund dafür ist seine Mid-Season Fashion-Show “Eleven”, die ich bereits unter den “upcoming Events” ankündigte. Wer Bidjans Werk kennt, der weiß, dass seine Show am heutigen Tag nur außergewöhnlich werden kann. Am Abend vor seiner Show bekam ich die Gelegenheit den deutsch-iranischen Designer, der seine Jugend in München verbracht hat, in der Odessa Bar persönlich kennen zu lernen. Hinten links, ein Bier in der Hand, sitzt der international gefragte Mann. Seine Kopfbedeckung, ein gekonnt umwickeltes Kopftuch, lässt an einen arabischen Wüstenscheich denken, sein Akzent, bayrisch durch und durch, an einen urigen Bayern.

Foto: Monika Bielskyte

Ist deine Modenshow in Berlin ein strategischer Schritt, um die Marke Boris Bidjan Saberi auch in Deutschland bekannt zu machen?
Nein, gar nicht. Ich bin ein absolut unstrategischer Mensch. Berlin ist für mich interessant, da mein modischer Ursprung aus der Streetculture kommt. Und Berlin ist eine Metropole, deren Kultur der Straße einzigartig ist.

Darf man schon verraten, welch Event sich hinter “Eleven” verbirgt?

Bevor ich auf das Event zu sprechen komme, würde ich gern die Bedeutung der Zahl Elf in meinem Leben erläutern. Ich bin am 11. September 1978 geboren, daher hat die Zahl für mich eine ganz besondere Bedeutung. Mit Hilfe der Zahl Elf versuche ich meine Identität einzukreisen, vielleicht mich auch selbst auf eine gewisse Art zu definieren. Die Zahl ist immer präsent in meinem Leben. So, auch morgen.

Was wird zu sehen sein?

Eine Installation, in der alles auf die Zahl Elf endet. Es wird elf textile Experimente geben, es wird elf Künstler geben, deren Performances wir sehen werden. Und sogar die Temperatur der morgigen Location wird elf Grad betragen. Alles in allem kann man sagen, dass es ein Event sein wird, das sich um avantgardistischen Hip-Hop  drehen wird, nicht das, was man von MTV kennt.

Foto: Blog.Squa.re; Spring/Summer 2011

Woher kommt deine Passion für Hip Hop Kultur?

Hip Hop ist eine Musikrichtung, die mich schon in meiner Jugendzeit begleitet hat. Dark Hip Hop, so beschreiben Medien oftmals meinen Look. Das ist schon etwas dran.

Deine Jugendzeit hast du in Bayern verbracht, deine Eltern waren beide Schneider. Inwiefern haben sie  deine Auffassung von Mode geprägt?

Meine Mutter war eine große Ästhetin. Sie hat früh mein Sensibilität  erkannt, mich bewusst gefördert. Mein Vater, im Gegensatz zu ihr, war ein Handwerker, ein Macher. Er hat alles produziert. Ich glaube, dass ich von Beiden etwas mitbekommen habe, dafür bin ich sehr dankbar.

Man kann sagen, dass du eine recht außergewöhnliche Technik verwendest, um deine Mode zu kreieren. Nicht zuletzt für dein transparentes Leder bist du bekannt.

Allgemein kann man sagen, dass ich fast alle Stoffe selbst herstellen lasse. Wenn ich den Stoff in den Händen halte, experimentiere ich zuerst einmal mit dem Material. Ich lege den Stoff in Wachs oder Öl ein, beispielsweise. Auf mein transparentes Leder, das du angesprochen hast, bin ich durch den Wunsch nach einer zweiten Haut gekommen. Ich habe eine Kuhhaut genommen, habe sie enthaart. So bearbeitet, dass die Haut Haut bleibt, ohne sie zu gerben, somit ist sie weiterhin weich, wie eine zweite Haut.

Foto: Blog.Squa.re, Spring/Summer 2011

Betreibst du Kunst oder Handwerk?

Als Kunst kann der Betrachter meine Arbeit definieren, wenn er anfänglich nichts mit meinem Werk anfangen kann. Doch ich denke, dass ich nicht Kunst schaffe, sondern Design. Ich mache etwas das funktionieren muss. Kunst muss nicht funktionieren. Experimentelle Avantegarde-Design, so würde ich meine Arbeit beschreiben.

Du sprichst von Funktionalität. Deine Website ist nicht gerade funktionell: Ein Bild, zwei E-Mail Adressen für Sales und Presse. Das war es. Warum?

Da es für mich nicht machbar ist in einer Zweidimensionalität meine Welt zu erklären, daher versuche ich es erst gar nicht, so lässt sich auch eine derartige Reduktion auf meiner Website erklären. Mein Produkt musst du anziehen, anfassen und fühlen, damit du es verstehen kannst. Ich bin auch gegen Internet-Verkauf, weil ich fest davon überzeugt bin, dass meine Teile anprobiert werden müssen, man muss sie selbst spüren.

Dagegen spricht ja, dass man deine Kollektionen unter anderem online bei Darklands erwerben kann.

Da vertraue ich auf die Kunden, die das online kaufen, da sie größtenteils meine Produkte schon „live“ kennen. Und natürlich vertraue ich auch den Stores wie Darklands oder Atelier New York, die einen guten Verkauf via Internet gewährleisten. Sie treten in Kommunikation mit dem Kunden, sie erklären das Produkt. Campell (Besitzer des Darklands-Store; Anmerk. d. Red.), zum Beispiel, lebt die Mode. Er liebt Kleidung, daher kann er sie auch gut verkaufen.

Zum Ende unseres Gesprächs möchte ich noch auf eine Begrifflichkeit zu sprechen kommen, die du in einem Interview mit der Vogue verwendet hast. „Fashion Potatao Dumplings“, was steckt dahinter?

Ein Ausspruch, den ich in Bezug auf die Modebranche verwendet habe.  Geld, Prostitution und Fame, darum dreht es sich doch größtenteils in der Branche, natürlich gibt es auch Ausnahmen, doch die sind rar. Die Modewelt ist nicht meine, ich lebe fern ab des Modezirkus auf einem Berg nahe Barcelona, glaube nicht, dass ich ein großer Modezar bin. Alles was ich will: Ein durchdachtes Produkt erschaffen, das Menschen schätzen und lieben.

SPECIAL

TRENDS

 

C’est cool: Patches!

Wir wünschen uns ganz dringend Jacken, Hosen oder Sweater, auf denen unzählige Patches aufgenäht sind.

Da wir weder Bock noch Zeit für ein fabulöses DIY-Werk haben, bitten wir hiermit freundlichst alle PR-Agenturen dieses Planeten uns Designs ihrer Modemacher, auf denen Patches zu finden sind, per Eilpaket zu kommen zu lassen (Adresse: siehe Impressum)

Wie so oft war Raf Simons Vorreiter beim Trend `Patches`. Oder zu mindestens der Designer, dessen Einfluss auch in den Kollektionen der anderen Designer zu sehen ist. Simons zeigte in seiner SS 2015 Kollektion Entwürfe, auf denen Abbildungen von persönlichen Erinnerungen (Familie, Freunde, Astronaut, Hai etc.), zu sehen waren.  Er nutze die Patches als eine Art Moodboard.

Kit Neale und Astrid Andersen haben in ihren aktuellen Kollektionen (AW 2015) ihre Hosen mit Patches veredelt. Sandro PARIS die sowieso schon ultra-scharfen Lederjacken. Und der dänische Jungdesigner Martin Mitchell eine Jeansweste.

Die Regel “je mehr desto besser” gilt natürlich auch beim Patches Trend! Go for it!

 

NEWS

 

Mega-Wachstum: Hedi Slimane hat den Umsatz von SAINT LAURENT in nur drei Jahren verdoppelt

Man kann von der überholten Skinny-Silhouette, der immer gleichen Lederjacke oder dem ständigen Rückgriff auf die 1970er und Glamrock halten was man mag: die Leute kaufen den Shit.

Seit Hedi Slimane vor drei Jahren Creative Director bei SAINT LAURENT wurde, haben sich die Umsätze verdoppelt. Allein 2014 ist der Jahresumsatz um 27 Prozent auf 707 Millionen Dollar gestiegen – das hat der Luxuskonzern KERING, zu dem Saint Laurent gehört, mitgeteilt.

Für eine vorwärtsgewandte, avantgardistische Mode ist das ein eher nicht so gutes Zeichen.

Interessant wird nun zu sehen sein, ob GUCCI nach dem gleichen Prinzip geführt werden wird. Das italienische Label ist mit 3,5 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr die mit Abstand größte Marke im KERING-Konzern – und hat seit diesem Jahr mit Alessandro Michele einen neuen Creative Director.

Von: Jakob

LOOKBOOKS

VIDEO

FASHION SHOWS

 

New York Fashion Week: Hood by Air AW 2015

HOOD BY AIR präsentierte die neuen Kollektion “Daddy” in kellerartigen Räumlichkeiten in der Wall Street, dem Zentrum der Finanzen.

HBA Mastermind Shayne Oliver zeigte Klassiker der Mode wie Button-Down Shirts, Pullover und  Polo T-Shirts in der typischen Unisex Hood by Air Silhouette. So kam es zu Hybriden aus Poloshirt und Kleid. Oder Camel Coat und Tank Top.

Die Models trugen Schlösser vor dem Mund und Strumpfhosen über dem Kopf, wie ein Einbrecher. Der Soundtrack der Show Total Freedom wurde schlagartig beendet, es folgte Jazz, unterlegt mit einem Zitat der Show Empire:

“I wanna show you a faggot really can run this company”.

Wie sehr HBA auch in der Kunstwelt angekommen ist, zeigte sich an den Gästen der Show, unter anderem waren Klaus Biesenbach und Grace Coddington gekommen, um Olivers neue Arbeit zu begutachten.

Es scheint als wäre HBA, auch nach dem Diss von dem einstigen Supporter A$AP ROCKY, nach schwer angesagt.

 

 

 

LOOKS

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As usual terrifc setdesign at Henrik Vibskov!

#parisfashionweek