Besuch in Berlins Mekka für Modeliebhaber: dem VOO Store

Klassische Ladenkonzepte haben im Jahr 2015 ausgedient. Es braucht mehr als einen mit Kleidung vollgestopften Raum, um die Kunden weg vom Display ihres Laptops zu locken.

In Kreuzberg, zwischen Dönerbuden, Antiquariaten und ‘Spätis’ findet man genau das, einen Store, der “mehr” bietet: den VOO Store. Derzeit einer der spannendsten Stores in Europa. Kreativer Kopf hinter dem Konzept, damit maßgeblich an der Erfolgsgeschichte beteiligt, ist der gebürtige Österreicher Herbert Hofmann.

Als der Voo Store 2010 von Yasin Müjdeci und seinem älteren Bruder und Filmemacher Kann eröffnet wurde, waren die Zweifel groß. Kreuzberg galt als hartes Pflaster, keine ‘fancy’ Shopping-Meile für Modeliebhaber. Mitte galt bis dato als Berlins Mekka für Modeliebhaber.

Doch Hofmann und sein Team ließen sich nicht beirren und machten den VOO Store innerhalb kurzer Zeit – dank Events und und einem stilvoll ausgewählten Sortiment  – zu einer modischen Instanz in der deutschen Hauptstadt.

In einer ehemaligen Schlosserwerkstatt ist ein Store entstanden, bei dem nicht der Kaufrausch im Vordergrund steht, sondern in dem man in erster Linie gerne Zeit verbringt. Das in den VOO Store integrierte Cafe ist da sicher nicht ganz unschuldig, aber auch Licht und Musik spielen eine große Rolle und machen die einzigartige Atmosphäre aus.

Neben dem Grafikdesign, der Art Direction für den Online-Store und der Organisation der regelmäßig im VOO Store stattfindenden Events ist Hofmann vor allem für den Einkauf des gesamten Sortiments verantwortlich.

Dabei vertraut er stets seinem eigenen Geschmack, von Trends oder etwaigen Kundenwünschen lässt er sich nicht mehr beeinflussen. Auch auf vermeintliche Bestseller der verschiedenen Labels verlässt sich Hofmann nicht, ihm ist es wichtig, sich jedes Produkt, jedes Brand, (möglichst) unvoreingenommen anzuschauen, danach zu entscheiden.

Der Geschmack von Herbert Hofmann führt zu einem interessanten Marken-Mix: “Klassiker” wie Helmut Lang, Acne Studios und Raf Simons liegen neben vergleichsweise jungen Labels wie Soulland oder Our Legacy in den bewusst rough gehaltenen Räumen des VOO Stores.

Bei allem Erfolg und Anerkennung aus der Branche wahrt Herbert Hofmann eine gesunde Distanz zur immerzu auf Hochglanz polierten Modewelt.  Gesellschaftliche und politische Themen spielen für den Österreicher ebenso eine wichtige Rolle und finden im VOO Store in Form von verschiedenen Aktionen statt. Aktuell gibt es – zum Beispiel – eine VOO Spendenaktion für Flüchtlinge.

Den Modestandort Deutschland beurteilt Hofmann weiterhin als schwierig. Die Kunden ließen sich ungern auf kleine, unbekannte, deutsche Labels ein, zudem fehlt vielen deutschen Designern das Gefühl für den Kunden und somit auch der nötige Geschäftssinn. Deutsche Brands, die allem Anschein nach alles richtig machen, denn sie gibt es im VOO zu kaufen, sind Hien Le, Mykita oder A Kind of Guise.

Auch wenn der VOO Store ursprünglich als rein physisches Konzept geplant war, wird der Onlinehandel immer wichtiger und macht mittlerweile ca. die Hälfte der Einnahmen aus. Herbert und sein Team kaufen selbst nicht im Internet und mussten sich erst an die Spielregeln und Eigenheiten des Onlineshoppings gewöhnen. Über Kunden aus der ganzen Welt und die positive Resonanz freuen sie sich dafür heute umso mehr.

Bald wird es eine Erweiterung des Online-Angebots geben, und auch eine zweiter Store ist geplant. Doch die perfekte Location ist noch nicht gefunden, auch hier wird mit Bedacht ausgewählt, wie bei den angebotenen Produkten, die ihr online hier shoppen könnt oder, noch besser, hier, live, in voller Pracht:

VOO Store, Oranienstraße 24, 10999 Berlin

Category: Special

Tags: Hebert Hofmann, Voo Store

Von: David Kurt Karl Roth

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