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Berlin Fashion Week: Die drei “No Go-Shows”

Seit Veröffentlichung des Schauenplans für die Berlin Fashion Week haben wir schlaflose Nächte gehabt. Denn wir wussten, eine schier unlösbare Aufgabe steht vor uns:

Wie zum Geier sollten wir aus diesem Meer an belanglosen, ermattenden und schlicht völlig unnötigen Fashion Shows unsere mitunter schon fast legendäre “No-Go-Show”-Liste herausdestillieren?

Doch nach zäher, zerreibender und von schierer Unlust geprägter Diskussion stehen sie nun fest: die drei definitiven “No Go-Shows” dieser Saison.

1. Ricardo Ramos

Ricardo Ramos ist nicht besonders bekannt. Unseren Straßenumfragen zufolge kennt ihn kein Schwanz. Nur wir kennen ihn. Und das ist schlimm genug.

Denn Ramos ist so etwas wie der schmierige Onkel der Modebranche. Es ist unsere verdammte Pflicht euch vor ihm und seinen Kreationen zu warnen. Ein Besuch seiner Fashion Show, deren Zeit und Ort wir aus Sicherheitsgründen erst gar nicht verraten, könnte bleibende Schäden verursachen. All das, was wir verachten, dafür steht Ricardo Ramos: einen pseudo-elitären Anspruch an Mode, Recycling als Angeberei, viel Glamour und ein Äußeres, das an eine tuntige Version von Hugo Chavez gepaart mit einem Schuss Harald Glöööckler ohne Strass, dafür aber mit vier Ö’s und gruseligem Akzent erinnert. Pfui! Pfui! Pfui!

Absolute Warnung vor diesem Mann und seiner Mode.

2. Marc Cain

„Vom Stammsitz Bodelshausen aus betreut Marc Cain das weltweite Geschäft.“ Dazu fällt uns nun wirklich nichts mehr ein. Wir waren nie in Bodelshausen – und das hat einen Grund. Mehr Provinz geht nicht.

Die Berlin Fashion Week leidet bekanntermaßen daran, dass die Catwalk Shows im weiße Fashion Week-Zelt den Charme einer Recklinghausener Kaufhausgala haben. Das ist nicht schön. Das will niemand.

Marc Cain wird an diesem Stigma nichts ändern. Im Gegenteil. Das Label mit dem zugegebenermaßen lässigen 1980er Jahre Namen sorgt für eine Verstärkung dieses Bildes.

Marc Cain sollte keine Modenschau aufführen dürfen, zumindestens nicht auf der Berliner Fashion Week. Kommerzielle Kreationen, die so rein gar nichts mit einer Laufstehpräsentation gemein haben, will doch sowieso keiner sehen. Genauso wenig übrigens, wie die Marc Cain-Chefdesignerin, die Beobachtern zufolge aussieht, wie Jil Sander nach einem halbjährigen Aufenthalt im After Hour-Club “Golden Gate”.

Angsteinflössend ist, das wollen wir nicht unerwähnt lassen, auch das Motto von Marc Cain: „Die Marc Cain Frau lebt heute, ist selbstbewusst, offen und neugierig.“

Wir, die wir uns als absolut wahrhaftiger Blog natürlich nichts anderem als der Wahrheit verpflichtet fühlen, sagen: „Die Marc Cain Frau lebt vorgestern, ist provinziell, hat einen drei Meter langen knorrigen Stock im Arsch und freut sich, all ihren falschgoldbehangenen Mittfünfziger-Freundinnen ihre neue apricot-farbene Capri-Hose zu zeigen.”

Unschön.

3. Anja Gockel

Wir bitten um Szenenapplaus! Denn: Sie hat es wieder geschafft. Anja Gockel ist wieder unter den “No Go-Shows”. Bereits zum zweiten Mal.

Am Freitagmorgen schlaft ihr lieber ein wenig länger. Wahrscheinlich werdet ihr sonst mit dröhnendem Speed-Schädel vom Vorabend im Fashion Week-Zelt sitzen und euch beim nervig-schirllen “Kikiriki”, das zu Beginn von Gockels Show aus den Boxen dröhnt, dermaßen erschrecken, dass euer kleines, von den Anstrengungen der Berliner Fashion Week angeschlagenes Herz aufhört zu schlagen. Das allerdings wäre die Erlösung. Ihr würdet drum herum kommen, euch die Gockel-Show angucken zu müssen.

Doch gehen wir erstmal ein wenig zurück in der Zeit: Das Jahr 1996 wird als schwarzes Jahr in die Geschichte der deutschen Mode eingehen. Denn in ebendiesem Jahr gründete Anja Gockel ihr eigenes Label. Ein Zeit des Schreckens beginnt – und jede Saison auf’s neue nervt uns der Hahnenschrei.

Doch Anja Gockel hat nicht nur ein feines Gespür für irrwitzige Wort-Sound-Kombinationen, sondern weiß auch ziemlich gut Bescheid über die wichtigsten Themen der Modebranche: Homosexualität und Magersucht.

Im November 2009 erklärte sie in einem leider viel zu wenig zitierten Interview mit der “Neuen Osnabrücker Zeitung”, dass die Homosexualität der führenden Modedesigner der Hauptgrund für die Magersucht vieler Models sei. Weiblicher Models, wohlgemerkt. Für Schwulis sei eine knabenhafte Figur das Idealbild, während Lesben meist eine androgyne Figur präferierten: „Deshalb dürfen die Models nicht zu viel Busen und nur wenig Hüfte haben. Alles Volumige ist für sie unerotisch, nicht akzeptabel.“

Da wir uns nach diesem Interview sicher sein können, dass Anja Gockel wohl niemals im Muskelhomo-Club “Berghain” war, müssen wir leider davon ausgehen, dass sie sich nicht mit Poppers ihr Hirn weichgedrogt hat, sondern schlicht und ergreifend etwas einfacher gestrickt ist. Aussagen aus ihrem Bekanntenkreis zufolge, soll sie nicht mehr als sieben Gehirnzellen haben. Das können und wollen wir weder bestätigen – noch dementieren.

Wir jedenfalls würden uns wünschen Anja Gockel einmal ins “Berghain” ausführen zu dürfen. Nur ein einziges mal.

Ja, Anja, das ist eine Einladung!

LOOKBOOKS

 

FEEAS 2014 TOOLS Collection

Eine Kette, an der eine Metallzange baumelt, fotografiert auf einer behaarten Brust. Mehr Mann geht nicht.

Hinter dem außergewöhnlichen Schmuckprojekt FEEAS steckt Remedios, eine Designerin, die aus Madrid, Spanien, kommt und ihr Geld ursprünglich  als Grafikerin in der Werbung verdient hat. Doch irgendwann beschloss Remedios die Werbewelt zu verlassen, um sich selbst zu verwirklichen (Oh yeah!).

Ein Großteil ihrer Ketten für FEEAS – Made to Dislike –  besteht aus Flohrmarktfunden, denen durch eine individuelle Bearbeitung ein neuer Touch verliehen wird. Ein ähnliches Vorgehen, wie das auch in Madrid lebende Designer-Duo ANDRESGALLARDO, die auch auf spanischen Flohmärkten nach Elemente für ihre Kette suchen.

Doch im Gegensatz zu den Ketten von ANDRESGALLARDO wirken die Schmuckstücke von FEEAS vergleichsweise männlich, schwer und bisweilen angsteinflößend.

 

TRENDS

 

The Lamest Items of Clothing Recent History

Mode kann gnadenlos sein. Sie kann einen Angriff auf das Gemeinwohl darstellen. Das COMPLEX Magazine hat die schlimmsten Vorfälle in der jüngsten Geschichte in einer Hitlist des Grauens zusammengefasst:

Sleeveless Hoodies: Die ärmellosen Hoodies waren 2006 populär. Es war die Zeit, in der Justin Bieber zum Mann wurde. Das Pop-Idol, dem weltweit wenige Jahre später größter Respekt gezollt wurde, weil er mit einer brasilianischen Transe Geschlechtsverkehr hatte (sehr modern), war ein großer Fan der Hoodies. AMERICAN APPAREL, damals noch schwer angesagt, war die Marke, von der die ärmellosen Hoodies gekauft werden mussten. Ähnlich schlimm wie die Sleeveless Hoodies ist übrigens die Kombination aus Jackett und Kapuzenpullover. Ein Trend, der frühen 2000er, bei dem nicht ausgeschlossen ist, dass wir schon bald seine Rückkehr fürchten müssen.

Shants: Unter Shants versteht man lange Hosen, die mit Hilfe eines Reißverschluss in eine kurze Hose transformiert werden können. Der Begriff Shants war uns neu, da haben wir etwas gelernt, thank you, thank you, COMPLEX Magazine! Grundsätzlich finden wir den Gedanken der Transformation einer Hose durch Zipper gar nicht mal so übel. 1996 – dem Jahr der Shants – sah das natürlich noch ziemlich daneben aus. Beigefarbene Stoffhosen, deren Träger um Lässigkeit zu demonstrieren, gern ein Bein lang, ein Bein kurz getragen haben. Das war unschön. Doch wir finden, dass es höchste Zeit für eine zeitgemäße Variante der Shants ist.

Capris: Kein Männerbein wird jemals gut einer Caprihose aussehen. Denn Männerbeine sind, wenn man nicht gerade sein Geld mit dem Radsport verdient oder die alles verändernde Schallmauer Pubertät noch nicht durchbrochen hat, eine verdammt haarige Angelegenheit. Ein haariges Bein in einer weißen 3/4 Hose. Das kann nicht gut gehen.Wie schlimm eine Caprihose aussieht, bewies zuletzt der Rapper Pitbull der geschockten Weltöffentlichkeit bei seinem Auftritt bei der Eröffnungsfeier des “FIFA World Cup 2014″. Männer, deren Stampferl in einer 3/4 Hose stecken, sind mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zurechnungsfähig, daher Sicherheitsabstand wahren.

Sommerschal: Irgendjemand sollte all den Mittvierzigern erklären, dass ein Sommerschal zu zartosa La Martina Hemd und hellblonden Strähnchen eine fiese Angelegenheit ist. Der Schal, als modisches Statement, war vor vielen Jahren mal eine schöne Sache. Man denke an die Zeiten des Existenzialismus. Doch die Zeiten sind vorbei. Vielleicht für immer.

Mehr über Fashion Fauxpas der jüngsten Geschichte – darunter die Newsboy Cap, Fingerless Gloves und Chubbies – erfahrt ihr beim COMPLEX Magazine.

LOOKS

SPECIAL

NEWS

 

Copenhagen Fashion Week: diesmal ohne WOOD WOOD

Kommende Woche beginnt die vielleicht schönste Fashion Week auf der ganzen Welt: die Copenhagen Fashion Week (CFW).

Wir freuen uns schon wie Sau und überlegen seit Tagen, welche Adiletten wir denn nun mitnehmen sollen: die blauen oder die schwarzen. Es ist ein so dermaßen hartes Dasein, als Modeblogger. Das könnt ihr euch gar nicht vorstellen.

Egal. Wir werden das schon hinkriegen. Macht euch keine Sorgen um uns. Es geht uns den Umständen entsprechend gut.

Wie wir bei unserer Vorbereitung auf die CFW jedoch mit Bedauern festgestellt haben, wird das schwer angesagte und von uns sehr geliebte dänische Streetwear-Label WOOD WOOD in dieser Saison keine Show veranstalten. Das schmerzt natürlich sehr, waren die WOOD WOOD Shows doch immer eines der Highlights der Modewoche.

Wir haben deshalb mal ganz besorgt bei unseren Freunden vom Label nachgefragt, was zur Hölle denn da los ist – und die antworteten ganz skandinavisch entspannt:

“Ja, stimmt, wir zeigen diesmal nicht auf der Fashion Week. Wir haben uns dazu entschlossen, uns auf die Eröffnung unseres Londoner Showrooms und Büros zu konzentrieren.”

Ganz ohne WOOD WOOD läuft die CFW dann aber doch nicht. Am Mittwoch, 6. August, zeigt das Label auf der Kopenhagener Messe “Gallery Fair” die neue Kollektion und am Donnerstag, 7. August, wird im WOOD WOOD-Store, in der Grönnegade 1, der Launch der neuen Y-3 Kollektion gefeiert.

Das wird beides natürlich total super. Wir freuen uns schon drauf – und können darüber fast verzeihen, dass es in dieser Saison keine echte Modenschau geben wird.

Von: Jakob

 

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