Berlin Fashion Week: Die drei “No Go-Shows”

Die Berliner Fashion Week steht vor der Tür – und das bedeutet Ärger.

Denn auch diesmal veröffentlichen wir wieder unsere traditionelle Liste der drei “No Go-Shows”, also der Shows, die man sich getrost schenken – oder besser: in den Arsch schieben kann. In jedem Fall ist von einem Besuch der Schauen dringend abzuraten.

Stattdessen empfehlen wir, am Prosecco-Stand ein Gläschen für den Kreislauf zu nehmen und mit anwesenden Kollegen über nicht-anwesende Kollegen zu lästern. So machen wir das jedenfalls immer. Das macht ‘ne Menge Spaß.

Wie dem auch sei. Hier sind sie nun, die lang erwarteten, die ultimativ zu meidenden, weil schier unglaublich schrecklichen drei “No Go-Shows” der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin A/W 2013:

1. BLACKY DRESS

BLACKY DRESS ist ein Label des schwäbischen Luxusladens BREUNINGER, das sich zwar frech “Berlin” unter das Namenslogo schreibt, im Stil dann aber doch eher der süddeutschen Heimat entspricht.

Wir gehen davon aus, das BLACKY DRESS abermals kecke Mode für die schwäbische Hausfrau zwischen 35 und 55 zeigen wird – in Größen, die ebenjene Hausfrau selbst seit mindesten zwei Jahrzehnten hinter sich gelassen hat.

Wir würden mal behaupten: Frauen, die BLACKY DRESS tragen, schmunzeln auch bei der Lektüre von “50 Shades of Gray”. Wir lehnen so etwas mit jeder Faser unseres Seins ab.

Unser geheimer Wunsch: wir hoffen, dass die Fashion-Show vom schwaben-hassenden Politiker Wolfgang Thierse gestürmt wird.

2. BALTIC FASHION CATWALK

Was vergangene Saison die rumänischen Designer waren, sind diesmal wieder baltische Designer: auf der Berliner Fashion Week gehört es mittlerweile dazu, dass verschiedene eher unbekannte Designerinnen aus Osteuropa ihre Kollektionen zeigen – und zwar gesammelt unter irgendeinem gemeinsamen geografischen oder politischen Nenner. 

Wir glauben zwar, dass Austausch gut und wichtig und schön und europäisch ist, sind jedoch auch der Meinung, dass der Osteuropa-Fokus und das verbannen ebendieser Designer in eine Gruppe mit anderen Kollegen nicht unbedingt zu einer Anhebung des Niveaus der Berliner Modewoche führt. Gute Designer haben diese nämlich Sippenhaft gar nicht nötig – also bleiben die mittelmäßigen und schlechten, die sich dann in einer Gruppe versammeln. Schade.

Andere Fashion Weeks würden so etwas sicher nicht zulassen. Nicht ohne Grund gibt es in Mailand und Paris eben auch keinen “German Fashion Catwalk”, auf dem dann die Grausamkeiten von KILIAN KERNER, ANJA GOCKEL und BLACKY DRESS gezeigt würden. 

Unser geheimer Wunsch: wir hoffen, dass die Show von den rumänischen Designern aus der vergangenen Saison gestürmt wird.

3. SCHACKY& JONES

SCHACKY & JONES ist ein Modelabel aus München – und als wäre das noch nicht schlimm genug, stellt dieses Label mit dem merkwürdig international-ostdeutschen Namensmix auch noch “hochwertigste Stretchledermode und Pelze” her. Das ist so anti-modern, dass es nur aus der Kreativstadt München kommen kann.

Die Pelze kommen, darauf verweist SCHACKY & JONES sehr gerne, selbstverständlich aus kontrollierter Haltung und können somit ohne schlechtes Gewissen getragen werden.

Uns bleibt bei so viel Tierliebe nichts anderes übrig, als einen kurzen, offenen Brief zu verfassen:

“Liebe Schacky, liebe Jones, ihr flauschigen Arschgeigen, wir würden euch auch gerne mal das Stretchleder über beide Ohren ziehen, um euren glamourösen Pelz technisch aufwändig zu veredeln – und dann für viel Geld an eure saturierte Münchner Kundschaft zu verscherbeln.”

Unser geheimer Wunsch: wir hoffen, dass die Fashion-Show von tausenden ausgebüchsten Nerzen gestürmt wird. Und von radikalen PETA-Aktivisten mit roter Sprühfarbe.

 

Category: Fashion Week Berlin

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Von: Carl Jakob Haupt

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